Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Akademische Abschlussfeier des Fachbereichs Theologie und „Preis für herausragende Bachelorarbeiten“ (20.07.2017, Paderborn)

Dekan Prof. Dr. Kai G. Sander

P. Dr. Cosmas Hoffmann OSB, Dozent für Fundamentaltheologie an der PTH Sankt Augustin

Cordula Picht, Ausbildungsleitung Paderborn

Am 15. Juli 2017 hat der Fachbereich Theologie in einem feierlichen Festakt 44 Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Religionspädagogik verabschiedet. Den Auftakt der akademischen Feier bildete ein Dankgottesdienst, dem Spiritual Dr. Andreas Rohe aus dem Pauluskolleg in Konzelebration mit Spiritual Christian Städter aus dem erzbischöflichen Priesterseminar vorstand. In seiner Predigt griff Dr. Rohde das von den Absolventinnen und Absolventen selbst gewählte Motto „Vom Ich zum Wir durch Gott“ auf, und deutete es im Hinblick auf das Wachsen und Werden von Christ*innen. In diesem Zusammenhang ermutigte er die angehenden Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten, einerseits neugierig zu bleiben und andererseits sich bei Christus zu beheimaten, um so letztlich in der Liebe selbst verwurzelt zu sein. Zum Abschluss seiner Predigt appellierte Spiritual Rohde an die Absolvent*innen: „Lassen Sie sich umarmen: Von Gott, von der Liebe und den Menschen. Denn aus dieser umarmenden Haltung heraus werden Sie Gesegnete sein und können so auch zum Segen für andere werden.“

In seinem profunden akademischen Festvortrag „Christos Paidagogos – zur Menschwerdung ermutigen, auf dem Weg zum Leben begleiten“ rief P. Dr. Cosmas Hoffmann OSB, Dozent für Fundamentaltheologie an der PTH Sankt Augustin, die frisch Examinierten ebenfalls dazu auf, sich ihrer spezifischen Berufung als Religionspädagoginnen und –pädagogen bewusst zu werden, um so auch andere Menschen begleiten zu können auf ihrem jeweiligen Weg zum Leben. In einem gekonnt sachkundigen Rückgriff auf die monastische Tradition, die in der Spiritualität und Theologie der frühen Kirche wurzelt, entfaltete der Festredner die „Berufung der Religionspädagoginnen und Religionspädagogen.“ Zugleich konnte er hierbei auf die bleibende Aktualität der Ordensregel des heiligen Benedikt von Nursia (529 n. Chr.) verweisen, indem er Bezüge herstellte zum hermeneutischen Dreischritt „Sehen, Urteilen, Handeln“. Seinen tiefgründigen Vortrag beendete P. Dr. Cosmas Hoffmann mit einer lebenspraktischen Empfehlung für die Absolvent*innen mit den Worten Benedikts: „Seht, in seiner Güte zeigt uns der Herr den Weg des Lebens. Gürten wir uns also mit Glauben und Treue im Guten, und gehen wir unter der Führung des Evangeliums seine Wege, damit wir ihn schauen dürfen, der uns in sein Reich gerufen hat (RB Prol 20f.)“.

Dass die Studierenden gut vorbereitet sind auf die Herausforderungen einer zeitgemäßen Pastoral spiegeln exemplarisch die vier prämierten Bachelorarbeiten wider; den vier Studierenden wurde der von der Bank für Kirche und Caritas gestiftete „Preis für herausragende Bachelorarbeiten“ verliehen. Das entscheidende Kriterium dieses Preises ist eine fundierte theologische Reflexion mit praxisrelevantem Bezug, die sich als besonders originell und innovativ ausweist.

Frau Angelika Stracke erhielt die so genannte Silbermedaille des Preises für ihre Bachelorarbeit „‘Kommt und seht‘ (Joh 1,39) – Grundzüge einer Pastoral, die von und für Berufung lebt“, die ansetzt bei der Sorge der Gemeinden um genügend ehrenamtlich Engagierte und die für einen Perspektivwechsel wirbt, von der Aufgaben- hin zur Ressourcenorientierung. Das Ziel dieses Perspektivwechsels sei es, so Stracke, die „Bedeutung einer Pastoral der Berufung in der Praxis sichtbar zu machen und die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und zu gewinnen.“ Betreut wurde die Arbeit von den Professoren Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld und Dr. Kai G. Sander.

Herr Martin Heinrich Schwentker erhielt ebenfalls die so genannte Silbermedaille des Preises für seine Bachelorarbeit „Begegnung (nicht) jenseits des Kirchturms?! Erfahrungen in der Umsetzung des Zukunftsbildes im Erzbistum Paderborn am pastoralen Ort ‚Cap 27‘“. In seiner Arbeit präsentiert der Verfasser neue, richtungsweisende praktisch-theologische Überlegungen, die für eine Pastoral auch jenseits des Kirchturms plädieren und die zugleich mitten im Sozial-und Lebensraum vieler Menschen anzusiedeln ist; exemplarisch entfaltet er dies anhand eines in Lippstadt angesiedelten Raums zur Begegnung von Menschen mit Fluchterfahrungen sowie Gruppierungen aus den Pastoralverbünden und darüber hinaus, eben dem ‚Cap 27‘. Betreut wurde die Arbeit von den Professoren Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld und Dr. Wilhelm Tolksdorf.

Die so genannte Goldmedaille des Preises erhielt die Bachelorarbeit von Frau Lara Tenhaft mit dem Titel „Ich mach´ mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt. Herausforderungen kirchlicher Verkündigung in einer postfaktischen Epoche“. In ihrer Arbeit fragt die Verfasserin nach einer Neuorientierung von kirchlicher Verkündigung im Kontext der so genannten „postfaktischen Epoche“ („Fake News!“). Dazu untersucht sie diesen Begriff, kontrastiert ihn mit den Wahrheitskonzepten der philosophischen Erkenntnistheorie und dem Wahrheitsanspruch der kirchlichen Verkündigung und kommt so zu einer kreativen Neuorientierung. Betreut wurde diese Arbeit von den Professoren Dr. Kai G. Sander und Dr. WernerWertgen.

Frau Lena Gelsterkamp erhielt für ihre Bachelorarbeit „FAIRTEILT. Die Frage nach einer gerechten Verteilung“ ebenfalls die so genannte Goldmedaille des Preises. In ihrer Arbeit thematisiert die Verfasserin die Frage nach einer gerechten Verteilung hinsichtlich von Flüchtlingen (in Europa und innerhalb Deutschlands) angesichts der mancherorts ablehnenden Haltung gegenüber Menschen aus fremden Kulturkreisen, des solidarischen Grundverständnisses der EU, der Not derer, die aus der Heimat fliehen mussten und im Grunde widerwillig um eine – vorübergehende – Bleibe bitten müssen sowie der diffusen Sorge um Sicherheit in Zeiten eines islamistischen Terrorismus. Betreut wurde die Arbeit von den Professoren Dr. Werner Wertgen und Dr. Wilhelm Tolksdorf.

Der Dekan des Fachbereichs Theologie, Herr Prof. Dr. Kai G. Sander freute sich über die weit mehr als 2.000 Absolventinnen und Absolventen des religionspädagogischen Studiengangs seit 1972 und begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Zu diesen zählten: Prof. Karl-Heinz Schmitt, dem langjährigen Rektor der Katholischen Hochschule NRW und langjährigem Kollegen im Fachbereich Theologie; Domkapitular Msgr. Prof. Dr. Rüdiger Althaus, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, Domkapitular Prälat Christoph Steinert, Abteilungsleiter für die Pastoralen Dienste im Bistum Fulda, Frau Cordula Picht, Ausbildungsleiterin der Gemeindereferent*innen im Erzbistum Paderborn und stellvertretende Sprecherin für die Ausbildungsleitungen der kooperierenden Diözesen, Sr. Rita, Ausbildungsleiterin des Bistums Osnabrück, Frau Bierbaum-Borgmeier, Leiterin der schulpraktischen Ausbildung der Gemeindereferent*innen im Erzbistum Paderborn, Frau Hedwig Rekers, Ausbildungsleiterin der Gemeindereferent*innen im Bistum Aachen, Frau Direktorin Benedetta Michelini, Direktorin des Pauluskollegs und Frau Anna Mühlberger, Referentin im Pauluskolleg, Herr Dr. Andreas Rohde, Spiritual der Studierenden im Pauluskolleg, Frau Simone Kornalewski, Referentin der Katholischen Hochschulgemeinde, Herrn Matthias Micheel, Leiter des Bereichs „Missionarische und diakonische Pastoral“ des Bonifatiuswerkes und last but not least die offizielle Vertreter von Stadt und Kreis: Herrn Wolfgang Weigel, stellvertretender Landrat des Kreises Paderborn und Herr Bürgermeister Karsten Grabenstroer.

 „Vom Ich zum Wir durch Gott“ – das Motto der diesjährigen Bachelorfeierlichkeiten konkretisierte sich in der Vielgestaltigkeit des Tages und in der Pluralität der Anwesenden; nicht zuletzt auch in der äußerst gut gelungenen musikalischen Gestaltung bei der akademischen Feier durch „Swing 42“, Dr. Will Schewik, Piano und Roelof Posthumus, Klarinette und Saxophon, wie auch durch die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes durch die Studierenden bzw. Absolventinnen Frau Miriam Fricke (4. Semester) Frau Viola Sinsel und Frau Judith Ecke, Chorleiterin.

 

Redaktion: Prof`in Dr. Bergit Peters

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014