Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Dr. Hans Hopf: „Die psychischen Störungen adoleszenter Mädchen – Wie Selbstbeschädigungen und Essstörungen den Körper zum Kampfplatz machen“ (11.07.2017, Aachen)

Dr. Hopf in Diskussion mit einem Studierenden

Am 13. Juni 2017 besuchten viele Teilnehmer*innen die Vortragsveranstaltung „Die psychischen Störungen adoleszenter Mädchen – Wie Selbstbeschädigungen und Essstörungen den Körper zum Kampfplatz machen“ von Dr. Hans Hopf in der Aula der Katholischen Hochschule in Aachen.

Im Rahmen der seit 2002 von der Katholischen Hochschule NRW in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Anna Freud für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Aachen e.V. veranstalteten Vortragsreihe zu verschiedenen psychoanalytischen Konzepten ist es nach 2012 erneut gelungen, Dr. Hans Hopf als fachkundigen Referenten für das o.g. Thema zu gewinnen.

In seinem Vortrag legte Dr. Hopf ein besonderes Augenmerk auf die geschlechtstypischen Störungen von Kindern und Jugendlichen, insbesondere der adoleszenten Mädchen. Sie leiden häufiger an Depressionen und Ängsten, wohingegen Jungen eher Störungen im Sozialverhalten zeigen. Fachsprachlich gesagt: Mädchen „internalisieren“ und Jungen „externalisieren“ eher. Die Begründung dieses Phänomens erläuterte Dr. Hopf anhand von Fallbeispielen aber auch durch sein fundiertes Fach- und Erfahrungswissen. Besonders die Rolle der gesellschaftlichen Erwartungen bzw. Rollenzuschreibungen sowie auch der Einfluss der Eltern auf die Entwicklung des Über-Ichs ihrer adoleszenten Mädchen wurden deutlich veranschaulicht. Anhand von zwei Störungskonzepten – Essstörungen und Selbstverletzungen – veranschaulichte Dr. Hopf die Entstehungsprozesse der innerpsychischen Konflikte in der Adoleszenz. Ihm gelang es, ein lebendiges Abbild über das Seelenleben adoleszenter Mädchen darzustellen und diese für sein Publikum anschlussfähiger zu machen.

Dr. Hans Hopf gilt als einer der renommiertesten Psychoanalytiker in Deutschland. Nach seinem Studium in Pädagogik, Psychologie und Physiologie war Dr. Hopf zunächst als Lehrer an Grund- und Hauptschulen tätig. Nach seiner Ausbildung zum Psychoanalytiker in Stuttgart eröffnete er seine eigene Praxis für Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie/Psychoanalyse, die ihm die Möglichkeit gab, über 40 Jahre Berufserfahrung in diesem Feld zu sammeln. Außerdem fungierte Dr. Hopf lange Jahre als Therapeutischer Leiter im psychotherapeutischem Kinderheim „Osterhof“. Zurzeit ist Dr. Hopf als Dozent und Kontrollanalytiker an verschiedenen Psychoanalytischen Instituten tätig und hält Vorträge zu der allgemeinen Neurosenlehre im Kindes- und Jugendalter. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen gelten als Standwerke für Psychoanalytiker*innen, Pädagog*innen und Psychiater*innen. Für sein Engagement erhielt Dr. Hopf 2013 den Diotima-Ehrenpreis der deutschen Psychotherapeutenschaft.

Aachen, den 5.7.2017

AnsprechpartnerInnen:
Prof. Dr. Jörg Baur
Betül Güclü

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