Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

„Sprich eine Bitte aus…“ (12.05.2017, Münster)

V.l.n.r.: Prof. Dr. Martin Klein, Dekan; Domkapitular Hans-Bernd Köppen, Verwaltungsratsvorsitzender; Joachim Reimann, Darlehenskasse Münster; Markus Lewe, Oberbürgermeister Münster; Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung; Bernward Robrecht, Kanzler; Bischof Dr. Felix Genn; Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Rektor; Gisela Steinhauer, Moderatorin

Drei der Organisatorinnen des Fests: Marion Nettels, Anja Mai und Claudia Prelle

Prof. Dr. Wilhelm Damberg von der Ruhr-Universität Bochum während seines Vortrags über Soziale Arbeit, Christentum und Gesellschaft

Kandidaten einer der Interviewrunden: Gerd Dworok, Geschäftsführer Ev. Jugendhilfe Münsterland, und Thomas Schlickum, Vorstand der Caritas Münster

…unter diesem Leitgedanken fand der Gottesdienst zur 100-Jahr-Feier der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Münster, statt. Gefeiert wurde das Bestehen katholischer Ausbildungsstätten für soziale Berufe seit 1917. Ein harmonisches und stimmungsvolles Programm würdigte dieses Jubiläum auf besondere Weise.

„Ein hörendes Herz“, so formulierte Bischof Dr. Felix Genn seine Bitte an die Gäste der Jubiläumsveranstaltung während des Festgottesdienstes. „Wir müssen auf die Not von Menschen hören und sensibel werden. Das Gebot der Nächstenliebe ist uns ins Herz geschrieben.“ Mit seiner Aussage, dass man „Gutestun“ auch mit Fachwissen verbinden könne, bezog er sich auf die Ursprünge der Abteilung Münster: „Die Frauen der ersten Stunde haben im 19. Jahrhundert das Zeitanliegen aufgegriffen.“ Als eine dieser Frauen der ersten Stunde lobte Prof. Dr. Wilhelm Damberg von der Ruhr-Universität Bochum während seines Vortrags über Soziale Arbeit, Christentum und Gesellschaft, in besonderem Maße Agnes Neuhaus. Sie war die Gründerin des Katholischen Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder (KFV) um 1900. Gemeinsam mit den zahlreich erschienenen Besuchern im Großen Hörsaal blickte er auf die Entstehungsgeschichte der katholischen Ausbildungsstätten für soziale Berufe in Münster zurück. Beeindruckt zeigte sich Prof. Dr. Martin Klein, Dekan der Abteilung Münster, mit Blick auf die Chronik: „Am 30. September 1944 erhielt die damalige Westfälische Frauenschule für Volkspflege die Nachricht, dass die Schule vorläufig bestehen bleiben könne. Am selben Tag wurde das Gebäude durch einen Bombenangriff völlig zerstört, woraufhin eine Umsiedlung der Schule nach Warendorf stattfand.“ Die Institution hat sich ihren Weg erkämpft und in den Bereichen Lehre und Forschung etabliert.

Die Moderation des Tages übernahm Gisela Steinhauer, musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Tobias Sudhoff am Piano sowie den KatHO Chor unter der Leitung von Leo Wichmann.
In einer der drei Interviewrunden legte Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, einen Schwerpunkt auf das neu gegründete Institut für Teilhabeforschung: „Ich freue mich besonders über dieses junge Projekt zur Teilhabe, denn hier benötigen wir noch mehr Einblick.“ Als einen „Campus der Möglichkeiten“ sowie einen „wichtigen Baustein für die Stadt“ bezeichnete Oberbürgermeister Markus Lewe die Abteilung Münster der KatHO NRW. Zusammen mit Bischof Dr. Felix Genn, Kanzler Bernward Robrecht und Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Rektor der KatHO NRW, vervollständigte er diese erste Diskussionsrunde, die verschiedene Perspektiven auf die Hochschule gewährte.

In einer zweiten Runde versammelten sich Leonie Peerenboom und Till Bley, beide Studierende der Sozialen Arbeit, die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Ruth Mörschel sowie der Alumnus Thomas Tenambergen. „In der KatHO habe ich sehr viel über mich selbst gelernt und erfahren, wie ich mit meiner eigenen Geschichte umgehen kann“, zog Till Bley ein sehr positives Fazit seiner Erfahrungen aus der Studienzeit.

Videobeiträge von Dr. Jörg Rövekamp-Wattendorf und Marvin Hackfort fassten mit Beiträgen aktueller und ehemaliger Mitarbeitender und Studierender die Hochschulgeschichte in Wort und Bild zusammen. Die Rasenfläche des Campus, die sich alljährlich zu Semesterbeginn mit wissbegierigen Studierenden füllt, ist für Prof. Dr. Peter Berker, dem ehemaligen Hochschul-Rektor, ein exemplarisches Symbol: „Ich wünsche der KatHO NRW viel Intelligenz bei der Rasenpflege für die nächsten 100 Jahre!“

Dass die KatHO NRW „weiterhin die Schnittstelle zwischen persönlicher Haltung und professionellem Tun stärken soll“,  gab der Prodekan der Abteilung Münster Prof. Dr. Heinrich Greving der Hochschule als einen Anreiz für die Zukunft während der dritten Interviewrunde mit auf den Weg. „Die Absolventen der KatHO NRW sind hier zu Persönlichkeiten gereift, sie gehen anders mit Menschen um“, wusste Thomas Schlickum, Vorstand Caritas Münster, zu berichten. Zusammen mit Gerd Dworok, Geschäftsführer Ev. Jugendhilfe Münsterland, schilderte er als Vertreter aus der Praxis seine externe Perspektive auf die Hochschule und ihre Studierenden.

Eine innovative Weiterentwicklung der Studien- und Forschungsprogramme, eine ständige Vernetzung hochwertiger Lehre und aufklärender Forschung sowie die Nachwuchsförderung in Bezug auf Lehre und Forschung stehen auf der Agenda der Hochschule, wie Prof. Dr. Martin Klein schilderte. „Wir wollen auf nationaler und internationaler Ebene im Gespräch bleiben“, fasste er seinen Ausblick zusammen. Die KatHO NRW ist gewappnet, die nächsten 100 Jahre können beginnen.


 
Weitere Informationen:
Claudia Prelle
Verwaltungsleiterin, Abteilung Münster
c.prelle(at)katho-nrw.de

Marion Nettels
Dekanatsreferentin, Abteilung Münster
m.nettels(at)katho-nrw.de

Redaktion:
Stephanie Gorgs
presse(at)katho-nrw.de


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