Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

 

Studierende gewinnen Einblick in ressourcenorientierte Videoarbeit (26.11.2015, Paderborn)

Der Einsatz von Videofeedback  als Verfahren der Diagnostik und Beratung sowie zur Reflexion des professionellen Handelns hat seit den 1980er Jahren ausgehend von den Niederlanden zunehmend Verbreitung in der deutschsprachigen Sozialen Arbeit gefunden und zur schrittweisen Weiterentwicklung von Ansätzen des Marte Meo nach Maria Aarts und des Video-Home-Trainings nach Harrie Biemans geführt.

„Aus meiner früheren beruflichen Tätigkeit bei der Caritas in Bremen kannte ich die Ansätze und ihre Möglichkeiten, zum Beispiel innerhalb einer Sozialpädagogischen Familienhilfe gemeinsam mit den Eltern den Blick auf gelingende Kommunikation mit ihren Kindern zu richten. Daher war es für mich naheliegend, so ein Angebot in Zusammenarbeit mit dem nordrhein-westfälischen Landesverband für Video-Home-Training SPIN NRW e.V. hier in Paderborn aufzubauen“, berichtet der Dipl.-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge Prof. Dr. Michael Böwer über den Beginn der Kooperation. Einem Gastvortrag im Wintersemester 2011/12 schlossen sich zwei Praxisforschungsprojekte im Masterstudiengang und eine Tagungszusammenarbeit mit dem Fachverband aus Düsseldorf an.

Im Sommersemester 2014 boten die Sozial-/Pädagogen Bettina Koch und Gunnar Brock ausgehend von ihrem Engagement in SPIN NRW e.V. erstmalig das Seminar „Alles auf Anfang. Gelungene Kommunikation als Grundlage sozialpädagogischen Handelns – Einführung in die Methode Video-Home-Training“ als Lehrbeauftragte im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit an.

Inzwischen haben mehr als 100 Studierende die Möglichkeit genutzt, die Arbeit mit Videoaufnahmen und die Methoden kennen zu lernen und darüber hinaus eigene Erfahrungen mit diesem aktivierenden Arbeitsansatz zu machen. Neben der Einführung in das Video-Home-Training liegen weitere Schwerpunkte des Seminars im Kennenlernen des Modells Basiskommunikation nach Biemans (1992) und der Reflexion eigener Aufnahmen und Analysen aus Praxisfeldern der Studierenden. Damit bietet sich für die Studierenden die Gelegenheit, das eigene sich entwickelnde professionelle Handeln im Kontext von Beratung oder gruppenpädagogischer Arbeit zu reflektieren und zu erweitern.

 „Das Seminar hat mir zum einen die Arbeit mit den Familien nahe gebracht, zum anderen auch das Modell Basiskommunikation als Idee für meine eigene Arbeit in der OGS an einer Grundschule. Ich gehe nun mit einem anderen Blick in meine Tätigkeit dort. Die Schüler/innen und ihre Initiativen für Kontakt sind klarer in meinen Fokus gerückt.“ berichtet eine der teilnehmenden Studierenden über ihre Erfahrungen.

Auch auf der Seite des Fachverbandes waren die Erfahrungen so positiv, dass der Vorstand von SPIN NRW e.V.  bereits im ersten Jahr der Zusammenarbeit beschlossen hat, die erfolgreiche Teilnahme im Einführungsseminar in Paderborn mit Präsentation und Reflexion eines videogestützten Interventionsprozesses als Basiskurs zur zertifizierten berufsbegleitenden Zusatzausbildung in Video-Home-Training® anzuerkennen.

Infokasten:

SPIN NRW e.V. als nordrhein-westfälischer Landesverband des SPIN Deutschland e.V. engagiert sich seit 20 Jahren für den Einsatz der Methoden Video-Home-Training®, Video-Interaktions-Begleitung® und Video-School-Training®. Video-Home-Training® bietet videounterstützte Familien- und Erziehungsberatung. Die Methode nutzt die technischen Möglichkeiten einer Mikroanalyse der Videoaufnahmen aus der Familie zur Beantwortung der Fragen nach der Bindungs- und Kontaktfähigkeit, der Erziehungskompetenz der Eltern und vorhandenen Ressourcen. Sie verhilft so zu einem strukturierten Fallverständnis. Als Feedbackinstrument dienen die Videobilder dazu, Eltern einen erweiterten Blick auf die Bedürfnisse ihrer Kinder zu geben und mit ihnen gemeinsam auf dieser Basis Lösungswege für eine gelingende Entwicklung der ganzen Familie zu entwickeln.

Weitere Informationen finden sich unter: www.SPIN-eV.de

 

Kontakt an der Hochschule: Prof. Dr. Michael Böwer, m.boewer(at)katho-nrw.de

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014