Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Antrittsvorlesung von Professor Dr. Roland Brühe (18.12.2014, KatHO NRW)

Prof. Dr. Roland Brühe

Prof. Dr. Guido Heuel (Dekan)

Prof. Dr. Peter Berker (Rektor)

Prof'in Gertrud Hundenborn (Prodekanin)

Der Dekan gratuliert Prof. Dr. Roland Brühe

Über die Gefahr einer „Crisis der Pflegepädagogik“ sprach Professor Dr. Roland Brühe in seiner Antrittsvorlesung. Der Fachbereich Gesundheitswesen konnte am 10. Dezember die Berufung von Prof. Brühe als neuen Professor für Pflegepädagogik feiern. Im gut besuchten Auditorium Maximum der Kölner Abteilung fanden sich zur Mittagszeit Studierende, Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Wegbegleiter des neuen Professors ein, um der offiziellen Einsetzung dieser neuen und für die Hochschule zusätzlichen Professur beizuwohnen.

Nach einer Begrüßung durch den Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesens, Prof. Dr. Guido Heuel, widmete Prof. Dr. Peter Berker, Rektor der Katholischen Hochschule NRW, seine Grußworte dem neuen Professor. Seine Berufung weise insbesondere darauf hin, dass die Entwicklung des wissenschaftlichen Mittelbaus an der Hochschule ein Erfolgsmodell sei. Anschließend würdigte Professorin Gertrud Hundenborn als langjährige Wegbegleiterin von Prof. Brühe seinen Werdegang. Dabei verwies sie zum einen auf seine wissenschaftliche Entwicklung, die vor der Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Praxisreferent an der Hochschule sein über zehnjähriges Wirken als Mitarbeiter am Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. beinhaltete. Zum anderen machte sie deutlich, dass Prof. Brühe die Stationen eines Pflegelehrenden, wie sie die Studierenden der Studiengänge mit pflegepädagogischem Schwerpunkt anstreben, selbst erlebt habe.

In seiner Antrittsvorlesung skizzierte Prof. Brühe zunächst die Entwicklungslinien der Pflegepädagogik als Tätigkeitsfeld und als wissenschaftliche Disziplin. Er ging besonders auf die disziplinäre Entwicklung der Pflegepädagogik ein, sei diese doch eng verknüpft mit der Entwicklung der Pflegewissenschaft in Deutschland. Dabei mache die Disziplin eine Entwicklung durch, die Brühe auf dem Weg sieht hin zu einer sich als Teildisziplin der Erziehungswissenschaft verstehenden Wissenschaft. Dies ermögliche eine besondere Perspektive, nämlich die des Bildungsprozesses – im Gegensatz zu einer Perspektive der Pflegepädagogik als Gehilfin der Pflegewissenschaft.

Die Gefahr eines kritischen Wendepunktes – also einer Crisis – verdeutlichte Prof. Brühe besonders ausführlich an den Auswirkungen eines Kompetenzverständnisses, das momentan Konjunktur hätte. So hätte ein pädagogisches Denken in die Schule Einzug gehalten, das einem Vermessbarkeits- und Verwertungsgedanken folgt. „Bei aller notwendigen Bezogenheit auf die im Berufsfeld geforderten Kompetenzen sollte es am Ende der Crisis nicht so aussehen, dass die Pflegepädagogik zur Assistentin einer die Bedingungen diktierenden sogenannten Pflegeindustrie geworden ist“, folgert Brühe. Darüber hinaus sieht er die sich an kategorisierbaren und statistisch berechenbaren Größen orientierenden Wissenschaften Einzug in die Pädagogik halten. Ergebnisse „der sogenannten empirischen Bildungsforschung“ würden unreflektiert übernommen. Der pädagogische Kern, ausgedrückt in den zentralen pädagogischen Kategorien Erziehung, Bildung und Didaktik, würde auf diese Weise auch langsam aus der Pflegepädagogik beseitigt werden. Als notwendig sieht Prof. Brühe deshalb die systematische Einblendung einer Bildungsperspektive, um die damit verbundenen Probleme reflektieren und diskutieren zu können. Zwingend damit verbunden sei die Entwicklung eines Selbstverständnisses der Pflegepädagogik als Teildisziplin der Erziehungswissenschaft.

Bei Rückfragen:

Prof. Dr. Roland Brühe
Tel. 0221 / 7757-620
E-Mail: r.bruehe@katho-nrw.de

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