Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Der Fachbereich Gesundheitswesen der Abteilung Köln begrüßt Frau Professorin Dr. Sabine M. Dörpinghaus (23. Mai 2013) (03.06.2013, Köln)

Der Dekan des Fachbereichs Gesundheitswesen, Prof. Dr. Guido Heuel, und...

der Prorektor der Katholischen Hochschule, Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels, begrüßen die neue Kollegin Prof´in Dr. Sabine M. Dörpinghaus.

Prof´in Dr. Sabine M. Dörpinghaus

Frau Claudia Dachs, Beirätin für den Bildungsbereich im Deutschen Hebammenverbund (links) und Frau Renate Egelkraut, 1. Vorsitzende des Landesverbandes NRW (rechts)

Für den im Fachbereich Gesund-heitswesen neu gegründeten Bachelor-Studiengang „Hebammenkunde (Midwifery)“, der zum Wintersemester 2012/2013 gestartet ist wurde Frau Professorin Dr. Sabine M. Dörpinghaus berufen. Frau Professorin Dr. Sabine M. Dörpinghaus wird die Studiengangsleitung übernehmen. Am 23. Mai 2013 feierte der Fachbereich Gesundheitswesen der Abteilung Köln mit einer Antrittsvorlesung ihre Berufung. Der Dekan, Herr Professor Dr. Guido Heuel, und der Prorektor, Herr Professor Dr. Wolfgang Matthias Heffels, begrüßten Frau Professorin Dr. Sabine M. Dörpinhaus herzlich im Fachbereich und an der Katholischen Hochschule NRW. Frau Dachs, Beirätin für den Bildungs-bereich im Deutschen Hebammenverband (DHV), und Frau Renate Egelkraut, 1. Vorsitzende des Landesverbandes NRW, gratulierten Frau Professorin Dr. Sabine M. Dörpinhaus zur Berufung und der Katholischen Hochschule NRW zur Einrichtung des Studiengangs.

Frau Professorin Dr. Sabine Dörpinghaus setzte sich in ihrer Antrittsvorlesung kritisch mit dem derzeit vorherrschenden rationalistischen Paradigma in der Hebammenkunde auseinander. Deutlich machte sie dieses an Prozessen des Qualitätsmanagements, der Diagnostik und des EBM, welche heute in den Kreißsälen vorherrschten. In der Folge, würden die Gebärenden einerseits, sowie die heutige Gesellschaft insgesamt, mittels Sicherheitsversprechungen gefügig gemacht. Dies äußere sich beispielsweise darin, dass die Gebärenden, aber auch die Menschen in anderen Bereichen der Medizin, bereit wären hochriskante Diagnostik ober Therapie in Anspruch zu nehmen ohne deren Nutzen zu hinter-fragen. Anderseits stamme, zum Beispiel das Konzept des Qualitätsmanagements, bis hinein in dessen Nomenklatur für Handlungsanweisungen ursprünglich aus der produzierenden Industrie und dem gewerblichen Dienstleistungssektor. Es sei mithin als mechanistisch kausal einzu-stufen, indem die Abläufe technisiert beschrieben und vorgegeben werden. Die Geburtshilfe sei jedoch eines definitiv nicht: „eine profane Dienstleitung,“ die mittels technisierter Arbeitsabläufe handhabbar gemacht werden könne.

Damit einhergehend kritisierte
Frau Professorin Dr. Sabine Dörpinghaus, dass in der Hebammenpraxis- und -wissenschaft immer noch ein verkürztes Verständnis von „Handlung“ vorherrsche, welches sich alleine auf „Aktionismus“ konzentriere, vergleichsweise wie im „Emergency-Room“. Ungeachtet bleibe dabei der Tatbestand, dass diese Auffassung für das Hebammenwesen zu kurz greife. Der Vorgang der Geburt funktioniere nicht über Selbstbemächtigung oder könne gar entleiblicht gestaltet werden, was wiederum Auswirkungen auf die Tätigkeit einer Hebamme habe. Der Kern aller wissenschaftlichen Diskussionen im Hebammenwesen könne nun nicht alleine darin bestehen, bestimmte geburtshilfliche Maßnahmen anzuschauen und diese zu korrigieren oder zu optimieren. Es gelte das theoretische Fundament der hebammenwissenschaftlichen Grundhaltung in Frage zu stellen, insbesondere in Verbindung mit dem zugrundeliegenden Menschenbild, welches auf einem reduktionistischen Körpermodell basiere. Frau Professorin Dr. Sabine Dörpinghaus betonte abschließend, dass der Anspruch der Hebammenwissenschaft jetzt sein müsse, nach diskursiven Begründungen der Geltung zu fragen und im Zweifelsfall Kategorienfehler zurückzuweisen.

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014