Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Lebensbilder des Widerstands (02.05.2013, Aachen)

Studierende am Dockarbeiterdenkmal

Studienexkursion nach Amsterdam am 12. April 2013

In Begleitung von  Prof. Dr. R. Krockauer und Dipl. Soz.-Päd. R. Plum machte sich eine vierzigköpfige Exkursionsgruppe auf den Weg nach Amsterdam. Einerseits, um dort Gedenkorte wie z.B. das Widerstandsmuseum zu besuchen, andererseits, um durch das Zeitzeugengespräch mit Mirjam Ohringer über die Themen „Jüdisches Leben“, „Widerstand zur Zeit der nationalsozialistischen Besatzung“ oder „Verantwortung und Zivilcourage heute“ ins Gespräch zu kommen.

Startpunkt des Programms war dieses Jahr die „Hollandsche Schouwburg“. Das damalige Theater wurde von den Nationalsozialisten zur Sammelstelle für alle Juden umfunktioniert und dient heute als Mahnmal und Informationszentrum. Im Anschluss an die Führung vor Ort hatte die Exkursionsgruppe die Möglichkeit, einer Zeitzeugin zu begegnen und über konkrete Fragen ins Gespräch zu kommen.

„Wir hatten die Ehre, gemeinsam mit Mirjam Ohringer eine wahre Zeitreise erleben zu können. Mirjam Ohringer engagierte sich zur Zeit des Nationalsozialismus als Jüdin im Widerstand. Wir alle hatten die einmalige Gelegenheit, die Lebensgeschichte der sympathischen und sehr lebendigen Dame zu erfahren und erhielten ausführliche Antworten auf unsere vielen Fragen. Auf diese Weise wurde uns der Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus sehr real und lebendig.“
(Jana Rademacher, Exkursionsteilnehmerin)

Mirjam Ohringer wurde 1924 als Kind jüdischer Immigranten in Amsterdam geboren. Sie  selbst war aktiv am Widerstand beteiligt und gab der Gruppe sehr persönliche Einblicke in ihre Vergangenheit, die zum Nachdenken einluden. Deutlich wurde, was ihr in dieser Zeit genommen worden war und wofür es sich zu leben lohnt. Nur die Erinnerung und das Erzählen schützen vor der Wiederholung solcher Fehler, so Ohringer.

Mirjam Ohringer begleitete die Gruppe  zum Widerstandsmuseum, wo die Studierenden zu Beginn einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Mitmachen, Widersetzen oder Ignorieren?!“ anschauten. Auch hier ergänzte Frau Ohringer die Informationen aus dem Film mit ihren eigenen Erlebnissen.

Die Exkursion endete mit den Besuchen des Auschwitz-Mahnmals und des Dockarbeiter-denkmals, das an den Streik der Amsterdamer Bevölkerung gegen die Judenverfolgung 1941 erinnert. Nach etwas freier Zeit in Amsterdam trat die Gruppe die Heimreise nach Aachen an.

Seit 16 Jahren wird diese Exkursion, im Rahmen des Seminars von Prof. Krockauer (Lebensbilder aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus) angeboten. Mirjam Ohringer, die im nächsten Jahr 90 Jahre alt wird, freut sich immer sehr über den Besuch aus Aachen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. R. Krockauer, r.krockauer(at)katho-nrw.de und
R. Plum, r.plum(at)katho-nrw.de

Redaktion: Heidrun Schnier, Dekanatsreferat, h.schnier(at)katho-nrw.de

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