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Lehrbeauftragter der KatHO Köln Mustafa Bayram erhielt Bundesverdienstkreuz (24.04.2013, Köln)

Mustafa Bayram, türkischstämmiger Diplom-Sozialpädagoge und Lehrbeauftragter an der Kölner Abteilung der KatHO NRW, erhielt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein herausragendes Engagement im Kampf gegen soziale Ausgrenzung. Die Bundesministerin Ursula von der Leyen, die die Ehrung vornahm, erläuterte die Entscheidung des Bundespräsidenten:
„Millionen Menschen engagieren sich in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld für sozial Schwächere oder Ausgegrenzte. Sie tun das aus tiefer, innerer Überzeugung.
Alle geben sie ein Stück menschliche Wärme weiter, indem sie helfen, so gut sie können. Wir haben stellvertretend für die vielen tatkräftigen Bürgerinnen und Bürger heute zwölf ausgezeichnet, die seit Jahren hinschauen und beherzt anpacken. Sie holen mit ihrem Einsatz Menschen in die Mitte der Gesellschaft. Jede einzelne Ordensträgerin, jeder einzelne Ordensträger ist ein großes Vorbild für uns alle.“

Mustafa Bayram wurde 1952 in Zonguldak in der Türkei geboren, machte dort sein Abitur und kam im Jahr 1970 nach Deutschland, um hier zu studieren.
Er beginnt mit einem Maschinenbaustudium, wechselt dann aber in die praktische soziale Arbeit. Ab 1981 ist er als Sozialberater beim Jugendwerk des Internationalen Bundes tätig. 1987 nimmt er berufsbegleitend das Studium der Sozialpädagogik an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen in der Abteilung Köln auf. Neben 40 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit studiert er abends und an Wochenenden und schließt das Studium so erfolgreich ab, dass ihm der damalige Dekan an der Katholischen Fachhochschule sofort einen Lehrauftrag für interkulturelle Erziehung und Bildung anbietet, den er bis heute ausübt. Von 1991 bis 2005 ist Mustafa Bayram dann hauptberuflich pädagogischer Leiter im Institut für schulische und berufliche Bildung
(ISBB) in Köln. Diese ungekündigte und unbefristete Stellung gibt er auf, um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen und „coach e.V.“ zu gründen, eine Bildungs- und Beratungsstelle für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Seit dem 1.1.2006 leitet er die Einrichtung des coach e.V. Das Interkulturelle Zentrum coach e.V. ist kooperierende Praxiseinrichtung der KatHO NRW; viele Studierende der KatHO haben dort ihr Praktikum gemacht; mehrere sind dort heute hauptamtlich angestellt.

Coach e. V. hat als Bildungs- und Beratungsstelle für Jugendliche mit Migrations-hintergrund ein innovatives Konzept zur schulischen und beruflichen Förderung von Jugendlichen entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Das Erfolgsrezept liegt in der aktiven Einbindung der Eltern in den Bildungsweg ihrer Kinder. Mustafa Bayram und seine Mitarbeiter/innen gewinnen das Vertrauen auch streng religiöser Familien, die ihnen ihre Kinder gerne anvertrauen. Mustafa Bayram und sein Team erarbeiten gemeinsam mit den Eltern einen individuellen Bildungsplan für jedes Kind und bringen den Eltern das deutsche Schul- und Erziehungssystem nahe. Sprachförderung ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Den Jugendlichen werden Möglichkeiten aufgezeigt, sich in Deutschland zu verwurzeln, ohne die eigene Herkunft verleugnen zu müssen. Schwerpunkte der Arbeit sind u. a. Beratung, Elternarbeit, bildungs- und themenorientierte Gruppenarbeit, Hausaufgabenhilfe, Sprachförderung und Berufswahlorientierung.

Der Verein Coach e. V. erreicht mit seinen zahlreichen Angeboten rund 350 Familien. Mit dem von ihm entwickelten und erfolgreich umgesetzten Konzept hat Mustafa Bayram mit dem von ihm gegründeten coach e.V. neue Wege für die soziale, schulische und berufliche Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland aufgezeigt.

Die KatHO NRW gratuliert Mustafa Bayram herzlich zu dieser Auszeichnung und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit!
Im Jahr 2007 hatte Mustafa Bayram bereits den Freiherr-vom-Stein-Preis für Innovation erhalten. Die Laudatio, die damals Prof. Dr. Josef Freise hielt, können Sie hier nachlesen:
www.katho-nrw.de/uploads/media/Laudatio_Mustafa_Bayram_28.11.07.pdf

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021