Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Menschen mit Beeinträchtigung in der Corona-Pandemie

Dieser EXTRA-Newsletter zu "Menschen mit Behinderung in der Corona-Pandemie" entstand im April 2020 als Reaktion auf die frühen Entwicklungen er Corona-Pandemie. Erfreulicherweise hat sich die Diskussion und die Auseinandersetzung in der (Fach)- Öffentlichkeit zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinerung intensiviert. Die Sammlung des Instituts für Teilhabeforschung wir weiterhin in Abständen von circa 3 Wochen aktualisiert. Diese Aktualisierungen beziehen sich vor allem auf die Darstellung der aus unserer Sicht aktuell relevanten und neuen wissenschaftlichen Diskursen auf nationaler wie internationaler Ebene.

Ganz bewusst verzichten wir darauf, Inhalte der Dokumente zu bewerten. Wir haben das aus den vielfältigen nationalen und internationalen Diskursen ausgewählt, was uns für die verschiedenen Zielgruppen unseres Newsletters unmittelbar nützlich zu sein scheint. Darüber hinaus wird auf Beiträge von Selbstvertretern, aus der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, aus den Medien sowie wichtige Diskurse hingewiesen. Spezifische Informationen (wie Handlungshinweise, Kommunikationshilfen) werden erfreulicherweise auch von einigen Initiativen, Verbänden und Organisatoren spezifisch für verschiedene Zielgruppen gesammelt und in Form von separaten Newslettern regelmäßig aktualisiert. Auf diese verweisen wir auf Grund ihrer spezifischen Themenauswahl auf Aktualität, die wir mit diesem EXTRA-Newsletter nicht in der Breite abdecken könnten.

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Gruppen mit dem Risiko schwerer Erkrankungen durch COVID-19:

  • im Alter von 70 Jahren oder älter (unabhängig von den medizinischen Bedingungen)
  • unter 70 Jahren mit einem unten aufgeführten Gesundheitszustand (d.h. alle, die aus medizinischen Gründen angewiesen sind, sich als Erwachsene jedes Jahr eine Grippeimpfung zu verschaffen):
  • chronische (langfristige) Atemwegserkrankungen, wie z.B. Asthma, chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Emphysem oder Bronchitis
  • chronische Herzkrankheit, wie z.B. Herzinsuffizienz („Herzfehler“)
  • chronische Lebererkrankung, wie z.B. Hepatitis
  • chronische neurologische Erkrankungen, wie z.B. Parkinson-Krankheit, Motorneuron-Krankheit, Multiple Sklerose (MS), Myasthenia gravis oder Zerebralparese
  • Diabetes
  • Probleme mit der Milz, Sichelzellanämie oder wenn Ihnen die Milz entfernt wurde
  • ein geschwächtes Immunsystem als Folge von Krankheiten wie HIV und AIDS oder von Medikamenten wie Steroidtabletten oder Chemotherapie oder nach Transplantationen
  • schweres Übergewicht (ein Body-Mass-Index (BMI) von 40 oder mehr)
  • die schwanger sind

 

 

Menschen mit Körperbehinderung: Manche von ihnen sind gefährdet, weil sie unterhalb der Halswirbelsäule gelähmt sind und deshalb nur schlecht abhusten können. Andere haben ein verringertes Lungenvolumen oder eine Muskelerkrankung. Für sie ist das Virus damit eine tödliche Gefahr. In sozialen Netzwerken haben viele von ihnen darum in den vergangenen Tagen unter dem Hashtag #Risikogruppe dazu aufgerufen, für sie zuhause zu bleiben.

Menschen mit geistiger Behinderung bei Vorerkrankungen (z. B häufig bei Menschen mit Down-Syndrom) oder bei Problemen der Diagnose, der rechtzeitigen Erkennung von Verschlechterungen und Problemen bei der Einleitung und Einhaltung medizinsicher Maßnahmen.

Quellen: Alexander, R.T. (2020). People with Intellectual Disability and Mental Health/Behavioural Problems: Guidance on COVID-19 for Community Settings. Norwich: RADiANT. ARD-Tagesschau (2020). Corona Risikogruppen [www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-risikogruppen-101.html]; eigene Ergänzungen

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Das Leben spielt sich zurzeit fast ausschließlich in der Wohnung und im Wohnumfeld ab. Gerade jetzt ist es wichtig, die unterschiedlichen Wohn- und Unterstützungssituationen im Blick zu haben. Der Wegfall der Arbeit und Beschäftigung, von Beratungs- und Kontaktangeboten sowie von Freizeitangeboten außerhalb der Wohnung betrifft alle. Die Kontaktbeschränkungen erschweren oder verhindern die Kommunikation und das Zusammensein mit Freunden und Angehörigen, aber teilweise auch die Inanspruchnahme notwendiger Unterstützung.

Diejenigen, die allein, zu zweit oder als Wohngemeinschaft in der eigenen Wohnung leben, benötigen auch tagsüber mehr Unterstützung und Kontaktzeiten mit Assistent/innen und Vertrauenspersonen.

In Wohnheimen mit ihren größeren Wohngruppen ist mit Spannungen und Konflikten zu rechnen aufgrund des dauernden engen Zusammenlebens in großen Gruppen, aufgrund unzureichender Beschäftigungsalternativen, aufgrund der Ängste vor Ansteckung und des Zutrittsverbots für Angehörige u.a. und oft eingeschränkter Möglichkeiten, nach draußen zu gehen. Im Wohnheim stellt sich besonders die Frage, wie bei einem Infektionsfall die Ausbreitung auf alle verhindert werden kann.

Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit intellektueller Beeinträchtigung leben bei ihren Angehörigen. Zusätzlich hat eine Reihe von Angehörigen Familienmitglieder mit Behinderung für die Zeit der Kontakteinschränkungen wieder in ihre Haushalte aufgenommen. Das wird uns aus der Region, aber auch aus Norwegen berichtet. Angehörige müssen neben ihrer Arbeit (auch bei Homeoffice) die komplette Unterstützung leisten. Beschäftigungsmöglichkeiten während des Tages fehlen.

Spezifische Anforderungen, Risiken und drohende Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen im Kontext der Corona-Pandemie

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien in Stichpunkten spezifische Risiken und drohende Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen aufgeführt:

Wahrnehmung des Alltags und Risiken der Alltagsgestaltung

  • Sorge von Menschen mit Behinderung vor Ansteckung und schwerer Erkrankung
  • Sorglosigkeit / mangelnde Risikowahrnehmung von Menschen mit Behinderung
  • Irritationen und Ängste durch den Wegfall gewohnter Routinen, den Wegfall von Arbeit und Tätigkeit, durch den Wegfall sozialer Begegnungen und die starke Einschränkung sozialer Beziehungen
  • Eskalieren von Konflikten und auffälligem Verhalten (externalisierende wie internalisierende Verhaltensweisens) im Zusammenleben
  • Sicherstellung der Unterstützung für die individuelle Lebensführung (Haushaltsführung usw.); Gefahr der Erkrankung und der Überforderung professioneller und familiärer Unterstützer Zugang zu Informationen
  • mangelnde Verbreitung digitaler barrierearmer Kommunikatonsmittel für Menschen mit Behinderung, Assistent/innen, Angehörige und Freund/inne Notwendige Informationen werden noch nicht hinreichend in leichter Sprache und in anderen barrierearmen Formaten verbreitet (für Menschen mit Hörschädigung, Sehbeeinträchtigung oder Taubblindheit). Daher haben Menschen mit Behinderungen, die auf besondere Informationsformate angewiesen sind, nur unzureichend die Möglichkeit, sich selbst (und andere) adäquat zu schützen. Dies wiederum verstärkt das Angewiesensein auf andere.

 

Anforderungen/ Risiken in der gesundheitlichen und medizinischen Versorgung

  • Risikofaktoren bestimmter Personengruppen für einen schweren Verlauf der Erkrankung
  • Schwierigkeiten der Durchführung und Einhaltung präventiver Maßnahmen (z. B. Abstandsgebot, Hände waschen, Husten) aufgrund mangelnden Verständnisses, Anforderungen der Assistenz (z. B. Pflege; Abstand und Handführen im Verkehr, bei Tätigkeiten, Kommunikationssituationen) und Struktur der Wohnsettings (z. B. geteilte Areale in Wohngruppen)
  • Schwierigkeit der Beschaffung von Schutzmitteln (Mundschutz, Masken, Desinfektionsmittel, Körperanzüge) für Menschen in ambulanten Unterstützungssettings und in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Erkennen der Symptome, Diagnosestellung, Erkennen von Verschlechterungen und von Risiken im Verlauf (durch Menschen mit Behinderung, Assistent*innen, Angehörige, Pflegepersonal, Ärzt*innen)
  • ärztliche und pflegerische Behandlung und soziale Begleitung im Krankenhaus
  • Durchführung von Maßnahmen auf Grund von Infektionen innerhalb einer Wohngemeinschaft / Einrichtung (Schutz Nicht-Erkrankter, Personal, Hygienemaßnahmen)
  • Entscheidungsfindung und Priorisierung bei Notwendigkeit medizinischer Hilfe unter Bedingungen begrenzter Ressourcen (Triage):

o   Gefahr der (Vor-) Selektion ohne angemessene ethische Abwägung und damit des Vorenthaltens medizinscher Behandlungsmöglichkeiten

o   Problematik des Kriteriums der Gebrechlichkeit („Frailty Score“ als Maß der Gebrechlichkeit: mangelnde Validität für die individuelle Lebenserwartung, methodisches Problem der Erfassung bei Menschen mit Behinderung)

o   unzureichende Partizipation von Menschen mit Behinderungen an Entscheidungsprozessen

o   im konkreten Einzelfall: De-Priorisierung von Menschen aufgrund einer Behinderung; unzureichend vorliegende Aussagen zum Willen von Patient/innen.

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Handlungsempfehlungen und Handreichungen

Die im folgenden aufgeführten Links und Dokumente wurden von den Forscher*innen des Instituts für Teilhabeforschung zusammengetragen. Diese Sammlung wird weiterhin aktualisiert und ist unter folgendem Link für Sie einsehbar. Die Zusammenstellung bildet keine vollständige Sammlung aller verfügbaren Informationen ab. Die Sammlung erhebt also keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Verantwortung für die Inhalte liegt bei den  Autor*innen der Dokumente. Die Verantwortung für die Umsetzung von Empfehlungen liegt bei Ihnen.

Prüfen Sie also selbst, ob die Inhalte für Ihre Zwecke hilfreich und für Ihren Kontext angemessen sind.

a)   Informationen zum Corona-Virus in barrierefreien Formaten

Aktualisierung am 21.04.2020

Ab sofort informiert COSMO auch in Gebärdensprache über die wichtigsten Entwicklungen im Kampf gegen Corona. Von Ausgangssperren über wirtschaftliche Herausforderungen bis hin zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und kreativen Ansätzen, mit der Pandemie umzugehen, gibt es die wichtigsten Entwicklungen täglich als Webvideo.

 

Auf der Homepage des Komm Münster (Doris Rüter, Behindertenbeauftragte der Stadt Münster, Sozialamt, Koordinierungsstelle für Behindertenfragen) finden Sich verschiedene barrierefreie Informationen (leichte Sprache, Gebärdensprache, Informationen für blinde und sehbehinderte Menschen) zum Corona-Virus und seinen Auswirkungen.

 

Auf dieser Homepage werden Informationen und Beiträge (Materialien, Lexikon, Ideen zur Alltagsgestaltung) rund um das Thema Corona in leichter Sprache veröffentlicht. Die Beiträge werden stetig aktualisiert. 

 

Informationssammlung der Bundesvereinigung der Lebenshilfe zu COVID-19 für Menschen mit Behinderung, Einrichtungen und Angehörige. Unter anderem finden sich hier auch Informationen in leichter Sprache, Gebärdensprache usw.

 

Auch die Aktion Mensch bietet auf ihrer Homepage Informationen über das Corona-Virus  in barrierearmer Form (leichte Sprache, Gebärdensprache). Weiterhin werden auf der Homepage relevante Links spezifischen Angeboten (Nachrichten, Ehrenamtshilfe etc.) aufgeführt.

 

Inclusion Europe bietet Informationen in leichter Sprache auf verschiedenen Sprachen und informiert auf europäischem Level über Menschen mit Behinderung.

 

Der Deutsche Blinden und Sehbehinderten e.V: Ratgeber zur Corona Pandemie

 

Informationen von Behörden

Informationen über das Corona-Virus (leichte Sprache)

  • Videokanal: 

https://bzga-k.de/corona-faq-videos

Die Bundesfachstelle „Barrierefreiheit“ hat eine Handreichung für Behörden erstellt, die Tipps für die barrierefreie Kommunikation zum Corona-Virus zusammenfasst: „Barrierefrei informieren und kommunizieren in Zeiten des Corona-Virus. Eine Handreichung für Behörden.

 

Regionale Informationen

Nordrhein-Westfalen

 

Regelungen der Norddeutschen Bundesländer, Corona Wörterbuch (NDR)

 

Der CAB-Behindertenhilfe (Augsburg) hat eine Information in leichter Sprache zu den Ausgangsbeschränkungen erstellt, die aktuell in Bayern gelten.

 

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b)  Spezifische Beratungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen

 Aktualisierung am 21.04.2020

Das Buch "Im Krankenhaus" (Going into Hospital, 2015, 2. Ausgabe), von Sheila Hollins, Angie Avis und Samantha Cheverton zusammen mit Jim Blair, sowie illustriert von Denise Redmond, hilft bei der Vorbereitung und Unterstützung von Menschen, die ins Krankenhaus eingeliefert werden. Es wird erklärt, was bei einer geplanten Einweisung, Unfällen oder Notfällen passiert.

 

 

Aufruf zur Sammlung von hilfreichem UK-Material für die verbesserte Kommunikation bei Krankenhausaufenthalten von unterstützt Kommunizierenden

 

 

Das Berliner Behandlungszentrum für psychische Gesundheit bei Entwicklungsstörungen (BHZ) hat Empfehlungen zum Umgang mit Covid-19 bei Menschen mit Intelligenzminderung für Fachkräfte und Angehörige zusammengestellt (Tanja Sappok, Hauke Hermann, Björn Kruse, Sabine Zepperitz, Isabell Gaul)

 

Der „Bundesverband Autismus Deutschland e.V.“ hat eine Empfehlung zum Umgang mit der COVID-19-Epidemie und den damit verbundenen psychischen Stressfaktoren für Menschen mit geistiger Behinderung und Autismus mit hohem und sehr hohem Unterstützungsbedarf aus dem Italienischen übersetzt.

 

In den Niederlanden kooperieren Betreuungsorganisationen für Menschen mit Behinderungen mit Forschenden zur gemeinsamen Beantwortung von Corona-bezogenen Fragen. Mitarbeitende aus Betreuungsorganisationen für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung können Fragen an Expert*innen stellen, die unmittelbar beantwortet und auf der Homepage zur Verfügung gestellt werden (Dutch Association of Academic Collaborative Centers Intellectual Disabilities). Wir haben Ihnen zwei, wie wir finden besonders spannende, Fragen frei auf Deutsch übersetzt.  

 

o   Haben Sie Ideen, wie Sie ein abwechslungsreiches Tagesprogramm für Menschen mit intellektuellen Behinderungen in diesem Zeitraum gestalten können? [PDF in englisch und deutsche Übersetzung]

o   Könnten Sie ein einfaches und kurzes Instrument entwickeln, um die aktuelle Lebensqualität in den Wohneinrichtungen für Menschen mit ID zu messen (im Rahmen der aktuellen Situation bezüglich des Corona-Virus)? [PDF in englisch und deutsche Übersetzung]

Die Gruppe „barner 16“ (Betriebsstätte der alsterarbeit gGmbH Hamburg) bietet Alltagslisten als methodisches Element für die veränderte Alltagsgestaltung in Corona-Zeiten an. „Besonders dieser Tage ist es wichtig, Struktur in seinen Alltag zu bringen oder einfach nur aufzuschreiben, wie man sich gerade fühlt.“

 

 

Das Projekt "Beating the Virus" von der Arbeitsgruppe “Beyond Words – empowering people through pictures” bietet eine Bildergeschichte zum richtigen Umgang bei Erkrankung an Covid-19, illustriert von Lucy Bergonzi. Diese sich entwickelnde Ressource steht für Menschen, die sie dringend,brauchen, kostenlos zur Verfügung.  Die Ressource wird regelmäßig aktualisiert, da die Künstlerin die Bilder verfeinert und koloriert.

 

Aktualisierung am 10.06.2020:

 Mit Hilfe von Frau Laura Verena Corsten, Transfernetzwerk Soziale Innovation - s_inn und Frau Jule Wevering, Institut für Teilhabeforschung, wurde eine deutsche Übersetzung zu "Beating the Virus" erstellt

 

 

 

Die Aktion Mensch hat ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro aufgelegt und unterstützt damit wir Organisationen und Vereine, die sich um die akuten Problemfelder „Assistenz und Begleitung“ sowie „Lebensmittelversorgung” für Menschen mit Behinderungen kümmern

 

Auch Mitarbeitende und Leitungsverantwortliche in Einrichtungen stehen unter einem enormen Druck. Um sie zu unterstützen, bieten Expertinnen aus dem Bereichen Supevision/ Coaching/ Trauerbegleitung kostenlose (online-/Telefon-) Beratung und Krisenbegleitung sowie Ethikberatung für die vielen Fachkräfte, die im Moment im Sozial- und Gesundheitswesen „da bleiben“, d.h. Menschen unterstützen und ihre Versorgung sicherstellen.

 

 

Das Zentrum für Qualität in der Pflege stellt auf seiner Homepage relevante Informationen für Pflegende zum Thema Covid-19 zur Verfügung. Basiswissen, Handlungsempfehlungen und weiterführende Informationsquellen für professionell Pflegende werden hier kontinuierlich auf der Grundlage des aktuell verfügbaren Wissensstands und der Fragen, die aus der Praxis eingereicht werden, erweitert.

Für professionell Pflegende

 

Für pflegende Angehörige (Präventionsmaßnahmen)

 

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Informationen und Diskurse aus spezifischen Perspektiven

c)   von Selbstvertretungsorganisationen/ -verbänden und einzelnen Selbstvertreter*innen

Selbstvertreter*innen sind nicht nur Adressat*innen, sondern auch selbst Informationsträger*innen und wichtige Multiplikator*innen für Information und Erfahrungsberichte. Nachfolgend sind einige Informationen und Kommentierungen aufgeführt:

Christian Specht: Corona Tagebuch 

 

Blogbeitrag von Raul Krauthausen über Menschen mit Behinderung als Risikogruppe für Covid-19

 

hierzu auch: Zeit.de Blogeintrag mit Raul Krauthausen uva. „Hi, wir sind’s. Die Risikogruppe“ (Mona Wetzel)

 

Kommentar aus der New York Times von Ari Ne’eman (Aktivist) ‘I Will Not Apologize for My Needs’

 

Blogeintrag von Rebecca Maskos (Journalistin, Wissenschaftlerin) bei „Reeboot the System“ „Corona: Wie ich als Risikoperson versuche, mit der Angst umzugehen“

Radiointerview zum Thema Corona und Depression (NDR Info mit Reiner Ott, Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg GBPH e.V.)

 

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d)  aus dem Bereich der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen

Aktualisierung am 21.04.2020

Handicap International e.V.: Ein Appell von Handicap International  e.V. an die Ministerpräsident_innen der Bundesländer

Geflüchtete Menschen mit Behinderung vor Corona schützen - Infektionsrisiko senken

Der Berufs- und Fachverband Heilpädagogik e.V. hat auf seiner Homepage eine Themenseite erstellt. Hier werden Informationen für Heilpädagog*innen (auch als Selbständige tätige) und Interessierte gesammelt.

 

Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hat einen Newsletter zur Optimierung von Kommunikationspraktiken zum Themenbereich Corona und den sich daraus ergebenden Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

 

Der Newsletter des „mittendrin e.V." greift in seiner Märzausgabe die aktuelle Situation für Menschen mit Behinderung auf. Es ist aber keine reine Sonderausgabe zu diesem spezifischen Thema.

 

Der Bundesverband Autismus Deutschland e.V. gibt zu gegebenem Anlass einen speziellen Newsletter heraus. Hier finden Sie hilfreiche Informationen zur Situation von Menschen mit Autismus-Spektrums-Störung und den Veränderungen durch das Corona-Virus. Außerdem zeigen sie Hilfsangebote für Belastungssituationen in der Betreuung auf.

 

EASPD European Association of Service Providers for Persons with Disabilities informiert auf ihrer Homepage über der Ausbruch von COVID-19 und die Konsequenzen für Anbieter von Unterstützungsdiensten für Menschen mit Behinderungen. Hier werden vielfältige Materialien und Webinare zum Umgang mit den Veränderungen in den Einrichtungen und Angeboten präsentiert.

 

Der National Health Service England hat für die Mitarbeiter*innen seiner Krankenhäuser eine Handreichung “Clinical guide for front line staff to support the management of patients with a learning disability, autism or both during the coronavirus pandemic – relevant to allclinical specialities” zur adäquaten Betreuung von Patient*innen mit Autismus-Spektrum-Störung und/oder intellektueller Beeinträchtigung veröffentlicht. Ein solches Dokument ist uns aus Deutschland nicht bekannt. Es beinhaltet, u.a. konkrete Handlungsempfehlungen und spezifizierte Diagnoseinstrumente (Schmerzdiagnostik).

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e)   zu ethischen Fragen

Aktualisiert am 21.04.2020

Eine Stellungnahme vom Bochumer Zentrum für Disability Studies zur Triage Debatte

 

Ethisch besonders brisant sind Fragen der Priorisierung bzw. Allokation begrenzter oder unzureichender Ressourcen in der Notfall- oder Intensivmedizin. Das Vorliegen einer Behinderung darf nicht vorschnell als Grund für eine Zurückstellung gewertet wird (Gefahr der De-Priorisierung von Menschen aufgrund einer Behinderung – s. Stellungnahme Arnade/ Heiden). Zudem sollte sichergestellt sein, dass bei diesen Entscheidungen – wie bei allen anderen Menschen auch – der Wille der betroffenen Person erhoben wird und nicht zu vorschnell stellvertretende Entscheidungen durch andere (z.B. rechtliche Betreuer*innen) herangezogen werden.

Adhoc-Empfehlung des Deutschen Ethikrates vom 27.03.2020: „Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise“

 Empfehlung der „Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)“ zu ethischen Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall- und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie

Sigrid Arnade/ Hans-Günter Heiden haben aus der Perspektive der Selbstvertretungsverbände „NETZWERK ARTIKEL 3 – Verein für Gleichstellung und Menschenrechte Behinderter e.V. (NW3)“ und „Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL)“ einen Kommentar zu den Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften veröffentlicht:

 

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f)    aus dem Feld Palliativversorgung und Hospizarbeit

 

Hier ist Ihre Ansprechpartnerin Frau Anna Roemer, M.A., Wiss. Mitarbeiterin und als Recherche-Beaufragte zu den Themen aus dem Feld Palliativversorgung und Hospizarbeit (a.roemer(at)katho-nrw.de).

 

Die folgenden Papiere stammen aus dem Feld der Palliativversorgung und Hospizarbeit und enthalten keine spezifischen Informationen zu Menschen mit Behinderungen.

Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband hat allgemeine Empfehlungen für die Einrichtungen der Hospizarbeit und Palliativversorgung formuliert. [Hinweis: Die Empfehlung wurde am 16.03.2020 veröffentlicht, sie berücksichtigt daher noch nicht die seitdem verschärften Kontaktregeln, Betretungsverbote in Einrichtungen und weitere Restriktionen, die seitdem in Kraft getreten sind.]

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP e.V.) am 19.03.2020 eine Handlungsempfehlung zur stationären Therapie von Patienten mit COIVD-19 aus palliativmedizinischer Perspektive herausgegeben. Sie nennt als Risikogruppen „ältere Patient*innen mit erheblicher Komorbidität wie zum Beispiel chronischen Herz- und Lungenerkrankungen oder Krebserkrankungen“.

Der „Fachgesellschaft Palliative Geriatrie“ hat praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die palliative Versorgung für alte und gebrechliche Menschen zu Hause und im Pflegeheim veröffentlicht. Diese enthalten möglicherweise hilfreiche Hinweise auch für Menschen mit Behinderungen, die sich in einer palliativen Situation befinden, sind aber nicht in allen Punkten übertragbar auf Menschen mit Behinderungen generell.

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g)   mediale Resonanz

Aktualisiert 30.04.202

Ein Interview mit Dr. med. Lotte Habermann-Horstmeier, vom Villingen Institute of Public Health (VIPH): "Was bedeutet Corona für Behinderteneinrichtungen?"

 

 

 

--> Im Juni 2020 wird dann eine Publikation zum Thema „Menschen mit geistiger Behinderung in Zeiten der Covid-19-Pandemie“ als kostenloser Download auf der Internetseite des Hogrefe Verlags zur Verfügung gestellt

ZDF-Bericht „Corona-Krise: Herausforderung für Behinderte“ von D. Ferber / S. Schmidt / A. Güde. Die Folgen der Corona-Pandemie wirken sich auf das Leben aller Menschen in Deutschland aus. Eine besondere Herausforderung stellt die Situation für Menschen mit Behinderungen dar.

 

ZDF-Bericht im Format Menschen - Das Magazin mit dem Titel "Corona-Krise - Wir sind, die Risikogruppe"

 

Reportage des MDR „Wie Menschen mit Behinderung die Corona-Krise erleben“ von Franziska Kruse, MDR Religion & Gesellschaft. Die Vermeidung von körperlichem Kontakt ist das Gebot der Stunde. Doch für viele Menschen mit Behinderung ist das eine enorme Herausforderung. Die Diakonie Leipzig hilft ihnen dabei, diese zu meistern.

 

30.03.2020 Süddeutsche Zeitung „13 Millionen Menschen, einfach übersehen“ (Hinweis auf die problematische Situation in vielen Wohneinrichtungen, aber auch die unzureichende Wahrnehmung dieser kritischen Situationen durch die Gesundheits- und Sozialpolitik, am Beispiel einer Einrichtung der Lebenshilfe in Köln)

Fallbericht über den Tod eines 58-jährigen Mann aus einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung in Lousiana USA

 

Artikel über Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung/ Lernbeeinträchtigung als vulnerable Personengruppe bezogen auf COVID 19 in Irland

 

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h)  (internationale) Forschungsperspektiven

Aktualisiert am 19.06.2020

Erste Studien zu Menschen mit geistiger Behinderung und COVID-19

Zur: Pressemitteilung: Sie zeigen übereinstimmend, dass sich der Prozentanteil von Todesfällen bei an COVID-19 Erkrankten mit geistiger Behinderung nicht unterscheidet von dem Prozentanteil in der Gesamtbevölkerung.

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 https://www.katho-nrw.de/katho-nrw/forschung-entwicklung/institute/teilhabeforschung/aktuelles/erste-studien-zu-menschen-mit-geistiger-behinderung-und-covid-19-keine-hoehere-sterberate-bei-erkrankten-mit-geistiger-behinderung/katho-nrw/forschung-entwicklung/institute/teilhabeforschung/aktuelles/erste-studien-zu-menschen-mit-geistiger-behinderung-und-covid-19-keine-hoehere-sterberate-bei-erkrankten-mit-geistiger-behinderung/

 

Eine Gruppe internationaler Organisationen, die sich für die Menschenrechte von Personen mit Behinderungen engagieren, führt eine Umfrage zur Situation behinderter Menschen in der COVID-19 Pandemie durch. Eine Version ist jetzt auf deutsch verfügbar

 

 

Aktualisiert am 21.04.2020

Hier gibt es einen Hinweis zur Teilnahme an einem internationalen Forschungsprojekt, dass sich mit den Bewältigungsstrategien von Menschen mit besonderen Beeinträchtigung beschäftigt.

Befragung zu Bewältigungsstrategien von Menschen mit Beeinträchtigung in Zeiten des Corona-Virus.

Ein internationales Forschungsnetzwerk zu Fragen der Sterblichkeit von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung stellt Aktivitäten und Informationen aus dem internationalen (Forschungs-) Kontext zusammen, die Menschen mit (geistiger) Behinderung besonders in den Blick nehmen.

-->>>Link

Die Internationale Forschungsgesellschaft IASSIDD (International Association for the Scientific Study of Intellectual and Developmental Disabilities)) hat Informationen aus vielen Ländern für viele verschiedene Zielgruppen zusammengetragen, die auf der Homepage der IASSIDD verfügbar sind.

 

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Bei weitergehendem Interesse oder mit anderen Anliegen aus Ihrer Perspektive stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:

Prof. Dr. Sabine Schäper, Katholische Hochschule NRW (s.schaeper(at)katho-nrw.de

 

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann, Katholische Hochschule NRW (f.dieckmann(at)katho-nrw.de)

 

Jule Wevering M.A., Wiss. Mitarbeiterin im Institut für Teilhabeforschung (j.wevering(at)katho-nrw.de)

 

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