Palliative Versorgung und hospizliche Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung

Hintergrund

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert die Vertragsstaaten auf, Vorkehrungen für gleichberechtigte Zugangschancen zur gesundheitlichen Versorgung mit der wirksamen Verhinderung von Benachteiligungen zu treffen (Art. 25). In der Versorgung der Personengruppe am Lebensende wird dieser Anspruch aktuell kaum umgesetzt. Das Lebensende stellt einen kritischen Übergang im Lebensverlauf dar. Mühsam erworbene Teilhabechancen werden aufgrund unzureichender Unterstützungsstrukturen mit mangelnden teilhabeförderlichen Ausgestaltungen vielfach bedroht. In der Forschung zur Palliativversorgung, in der palliativen Versorgungspraxis und der hospizlichen Begleitung werden Menschen mit geistiger Behinderung bisher kaum berücksichtigt, obwohl die Anzahl von Menschen mit Behinderungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist und weiter steigen wird. Die Vernetzung von Einrichtungen und Diensten für Menschen mit geistiger Behinderung mit der Palliativversorgung und den Hospizdiensten, die Erarbeitung teilhabeförderlicher Begleitangebote bis ans Lebensende und die Berücksichtigung des Lebensendes in der Teilhabeplanung werden wichtige entwicklungsleitende Themen für Praxis und Forschung sein.

Forschungsziele

1. Forschung

Eruierung/systematische Beschreibung von Forschungsbedarfen für die Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung am Lebensende

Bestandsaufnahme/Analyse bestehender Konzepte/Versorgungsstrukturen

2. Entwicklung

Entwicklung von Empfehlungen/konzeptionellen Bausteinen für eine teilhabeförderliche Begleitung am Lebensende

3. Vernetzung

Erfassung bestehender Vernetzungsstrukturen an der Schnittstelle Palliativversorgung / Eingliederungshilfe (regional)

 

Leitung
Prof. Dr. Sabine Schäper

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Anna Roemer, BA Integrative Heilpädagogik / Inclusive Education, MA Soziale Arbeit

 

Aktuelle Forschungsprojekte:

PiCarDi Palliative Care for people with intellectual and multiple disabilities - a survey of research and practices (Palliative Care und hospizliche Begleitung von Menschen mit geistiger und schwerer Behinderung – eine Untersuchung zu Forschungsstand und Praxis).

Master-Lehrforschungsprojekte:

Undenkbares Denken – Einstellungen zu Sterben und Zod von Erwachsenen unter dem einfluss einer kognitiven Beeinträchtigung (Laufzeit 2017-2018)

Palliative Care für Menschen mit geistiger Behinderung – Möglichkeiten der ästhetischen Kommunikation (Laufzeit 2018-2019)

Ansprechpartnerin für Lehrforschungsprojekte: Anna Roemer

 

 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021