Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Evidenzbasierung in der Geistigbehindertenpädagogik - Teilhabekolloquium vom 09.01.2020

Foto: Anna Behrendt
Foto: Anna Behrendt

Am 06.01.2020 fand das 26. Teilhabekolloquium an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Münster statt. Zu Gast war Prof. Dr. Peter Zentel. Er ist Professor für Pädagogik und Didaktik im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg.

Prof. Zentel berichtete im Kolloquium zunächst kurz über seine aktuellen Forschungsprojekte, insbesondere über seine Mitarbeit im EU geförderten Horizon 2020 Gemeinschaftsprojekt INSENSION (Personalized intelligent platform enabling interaction with digital services to individuals with profound and multiple learning disabilites). Das internationale und interdisziplinäre ForscherInnenteam arbeitet daran, mit Hilfe einer intelligenten Informations- und Kommunikationstechnik, die Kommunikationsmöglichkeiten von Menschen mit schweren Beeinträchtigungen zu erweitern.

Im Zuge seines Vortrags bildete Prof. Zentel ab, welche Bedeutsamkeit die Evidenzbasierung für die Forschung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung hat. Er stellte ein erweitertes Evidenz-Modell nach Borgetto vor, in dem sich die Vielfalt der forschungsmethodischen Zugänge im Themenbereich Teilhabe von Menschen mit Behinderung darstellen lässt. Die Erweiterung des, aus der Medizin abgeleiteten, Modells bildet außerdem den normativen Hintergrund von Forschungsansätzen ab und bietet somit eine Möglichkeit der Analyse dessen. Laut Prof. Zentel ist von verantwortungsvoll Forschenden zu analysieren, inwiefern welche Studien zur Beantwortung des Erkenntnisinteresses hinzugezogen werden. Dies gilt ebenso für PädagogInnen, die Forschungsergebnisse zurate ziehen, um den praktischen Herausforderungen zu begegnen

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die TeilnehmerInnen des Kolloquiums angeregt über den Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft sowie über die Bedeutung der Evidenzbasierung auf dem Feld der Teilhabeforschung auf internationaler Ebene. Die sich ausdifferenzierende und wachsende Forschungslandschaft der Disziplin wird positiv betrachtet, da so vielfältige Erkenntnisse für die Arbeit mit der jeweiligen Zielgruppe nutzbar gemacht werden können. Die Diskussion wurde angeregt durch zwei pointierte fachliche Statements zur Bedeutung der Evidenzbasierung für die Teilhabeforschung in Deutschland von Prof. Dr. Greving und Prof. Dr. Dieckmann.

Redaktion

Jule Wevering

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2020