SLAAC: Steigerung der Lebensqualität im Alter bei Alkoholspektrumsstörungen und Medikamentenabhängigkeit durch Community-Netzwerk-Interventionen

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie „SILQUA-FH – Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter“ geförderte SLAAC-Projekt zielte auf die unterversorgte und oft nicht erkannte Personengruppe älterer Menschen (55+) mit Substanzkonsumstörungen. Für diese Personengruppe wurden im Rahmen des Projektes Interventionen und Unterstützungssysteme entwickelt und erprobt, die eine Verringerung der negativen substanzbezogenen Symptomatiken und gleichzeitig eine Verbesserung der Lebensqualität ermöglichen. Ziel dieses Projektes war zudem die Vernetzung der hausärztlichen Versorgung bzw. der allgemeinmedizinischen und psychosomatischen stationären Versorgung und der regionalen Suchthilfeeinrichtungen zur Förderung der Lebensqualität der Betroffenen und auch ihrer Angehörigen unter Einbindung innovativer, aber in Deutschland für diese Zielgruppe unzureichend implementierter Methoden.

Hintergrund

Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bzw. -abhängigkeit sind bei älteren Menschen heute weit verbreitet, bleiben aber oft unentdeckt und unbehandelt. Dadurch können chronische Folgeerkrankungen entstehen, die in vielen Fällen zu Einbußen in der Lebensqualität der Betroffenen und deren Angehörigen führen.

Interventionsvorgehen im Projekt

Der Hausarzt, der für viele ältere Menschen erste und einzige Anlaufstelle bei Beschwerden und Krankheiten ist, soll durch den Einsatz alters- und suchtspezifischer Screening-instrumente die Betroffenen als solche erkennen und mit Hilfe Motivierender Kurzinter-ventionen dazu anregen, ihren Alkohol- bzw. Medikamentenkonsum zu reduzieren und bei Bedarf Unterstützung in einer Suchthilfeeinrichtung zu suchen. In dieser sollen durch den Einsatz innovativer Methoden, wie des „Community Reinforcement Approach and Family Treatments“ (CRAFT), auch Angehörige Entlastung erfahren. Die Einbindung von Ehrenamt und Bürgerschaftlichen Engagement, die bisher im Versorgungssystem der Suchthilfe eine eher geringe Rolle spielen, soll im Weiteren die soziale Integration der Suchtkranken fördern.

Im Rahmen des modular aufgebauten Hilfsangebots erhalten Klienten auf diesem Weg eine durch Vernetzung der beteiligten Einrichtungen und Personen optimierte Versorgung.

Studienmethodik

Das Projekt setzte qualitative und quantitative Verfahren ein. Eine Prä-Post-Messung fand im Rahmen der beteiligten Suchtberatung ein. Auf dem Hintergrund von 63 durchgeführten qualitativen Interviews mit den beteiligten Berufsgruppen aus Ärzten und Sozialarbeitern konnten Möglichkeiten und Barrieren des Interventionsmodells für verschiedene Versorgungssysteme evaluiert werden.

Die Einbeziehung von drei soziokulturell unterschiedlichen Regionen (Köln, Freiburg, Ostwetsfalen-Lippe) ermöglichte zusätzlich den Vergleich städtischer und ländlicher Vernetzungsstrukturen.

Ergebnisse

Darstellung der Ergebnisse im Vortrag "Netzwerkorientierte Versorgung - Versorgungsziele, -wirklichkeit und -ideale" auf der Kooperationstagung Sucht- und Altenhilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchfragen DHS e.V. (Weimar, 22.-23.04.2013)      [download]

Publikationen

  • Hoff, T. & Klein, M. (2013). Sucht im Alter als Vernetzungs- und Versorgungsdefizit zwischen primärmedizinischen und sozialarbeiterischen Handlungsfeldern. Sozialmagazin, 5-6, 66-75.
  • Hoff, T. & Klein, M. (2011). Steigerung der Lebensqualität im Alter bei Alkoholspektrums-störungen und Medikamentenabhängigkeit durch Community-Netzwerkinterventionen. Neue Caritas, 112 (15), 21-24.
  • Hoff, T. & Klein, M. (2010). Riskanter und abhängiger Alkoholkonsum bei älteren Menschen – Prävalenz, Versorgungsstruktur und Behandlungsansätze. Ein Überblick zum Stand der Forschung. Verhaltenstherapie und Psychosoziale Praxis, 3, 661-675.

Kongressbeiträge

    • Hoff, T.: "Netzwerkorientierte Versorgung - Versorgungsziele, -wirklichkeit und -ideale". Vortrag auf der Kooperationstagung Sucht- und Altenhilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchfragen DHS e.V. (Weimar, 22.04.2013)
    • Hoff, T.: "Sucht im Alter - ein Konzept zur Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen mit Substanzkonsumproblemen". Vortrag bei der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (Hamburg, 09.05.2012)
    • Pörtner, M., Hoff, T., Klein, M., Kollarikova, L., Bunthoff, K. & Farke, W.: "Alter und Sucht - Zugangswege durch Berufsfelder der Sozialen Arbeit". Vortrag auf der Jahrestagung des DVSG "Das Soziale in der Gesundheit" (Paderborn, 22.03.2012)
    • Kollarikova, L., Hoff, T., Klein, M., Pörtner, M., Farke, W. & Bunthoff, K.: "Enhancing the Quality of Life in the Elderly with Alcohol and Drug Misuse by Community Network Interventions". Poster auf der Fachtagung “Health for All – A Challenge for Municipalities and Regional Authorities” (Leipzig, 07.10.2011)
    • Pörtner, M., Hoff, T., Klein, M., Kollarikova, L., Farke, W. & Bunthoff, K.: "Alter und Sucht – Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen mit Substanzkonsumproblemen". Poster auf der Gemeinsamen Jahrestagung „Wert(e) des Alters“ der Sektion III: Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie und der Sektion IV: Soziale Gerontologie und Altenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) (Frankfurt am Main, 22.-23.09.2011)
    • Hoff, T., Klein, M., Pörtner, M., & Kollarikova, L.: "Sucht im Alter – ein Konzept zur Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen mit Substanzkonsumproblemen". Workshop auf den 16. Hamburger Suchttherapietagen (Hamburg, 16.06.2011)
    • Hoff, T., Klein, M., Kollarikova, L., Pörtner, M. & Spieker, D.: "Riskanter Alkohol- und Medikamentenkonsum im Alter". Poster auf dem 24. Kongress des Fachverbandes Sucht e.V.: Was bleibt? Nachhaltigkeit in der Suchtbehandlung (Heidelberg, 06.-08.06.2011)
    • Hoff, T., Klein, M., Pörtner, M. & Spieker, D.: "Steigerung der Lebensqualität im Alter bei Alkoholspektrumsstörungen und Medikamentenabhängigkeit durch Community-Netzwerk-Interventionen". Kurzvortrag und Poster auf dem Gemeinsamen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie DGMP und für Medizinische Soziologie DGMS (Gießen, 16.09.2010)
    • Klein, M. & Hoff, T.: "Steigerung der Lebensqualität im Alter bei Alkoholspektrumsstörungen und Medikamentenabhängigkeit durch Community-Netzwerk-Interventionen". Vortrag bei der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft PSAG, Arbeitskreis Alterspsychiatrie (Köln, 07.09.2010)
    • Klein, M. & Hoff, T.: "Ältere Menschen mit problematischem Medikamenten- und Alkoholkonsum". Vortrag auf dem 2. Deutschen Suchtkongress (Köln, 17.09.2009)

    Förderung

    Bundesministerium für Bildung und Forschung, Förderlinie SILQUA-FH

    Förderzeitraum 01.03.2009 bis 31.07.2012

    Förderkennzeichen: 17S16A09 / 17S16B09

    Projektleitung

    Prof. Dr. Tanja Hoff

    E-mail: t.hoff(at)katho-nrw.de

    Tel. +49 (0)221-7757-137

    Prof. Dr. Michael Klein

    E-mail: mikle(at)katho-nrw.de

    Tel. +49 (0)221-7757-156

    Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021