SchuQuaSucht

Schulungs- und Qualifizierungsbedarfe von Fachkräften in der Beratung und Vermittlung von ALG II-Beziehenden mit Suchtproblemen am Bsp. des Rhein-Erft-Kreises (2017)

Mit Hilfe des Projekts „SchuQua Sucht“, einer exemplarischen Pilotstudie im Rhein-Erft-Kreis, sollen die regionsspezifischen Qualifizierungs- und Schulungsbedarfe der Fachkräfte zum Thema Sucht in der Betreuung von Arbeitslosengeld II-Beziehenden des Jobcenters Rhein-Erft untersucht werden. Die Auswertung der Projektergebnisse bilden die Grundlage eines bedarfsorientierten Weiterbildungskonzepts Sucht am Bsp. des Jobcenter Rhein-Erft, das partizipativ mit den Fachkräften entwickelt werden soll.
Dadurch soll langfristig der Qualifikationsstand der Fachkräfte in den Grundsicherungsstellen optimiert und damit die Vermittlungschancen für Menschen mit Suchtproblematik erhöht werden.

Hintergrund

Die Integration von Menschen mit Suchtproblemen in das Arbeits- und Berufsleben stellt nach wie vor ein großes Problem dar. Eine im Jahr 2009 durchgeführte Studie des Bundesministeriums für Gesundheit, bei der sich deutschlandweit 74% der SGBII-Stellen beteiligt haben, hat gezeigt, dass Suchtkranke häufig ein Bündel an personalen Vermittlungshemmnissen aufweisen (FIA Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt, 2009), aber auch organisatorische und konzeptionelle Defizite der Grundsicherungs-stellen die Reintegrationschancen von suchtkranken ALG II-Beziehenden negativ beeinflussen.

Hier ist auch der Qualifikationsstand der Grundsicherungs-Fachkräfte und dabei der Bedarf an suchtspezifischer Schulung anzuführen (Henkel, 2010): 84% der Grundsicherungsstellen sehen (weiteren) Schulungsbedarf (FIA Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt 2009, S. 19). Letzterer besteht bspw. in den Bereichen Erkennung und Thematisierung von Suchtproblemen sowie Kenntnisse über fachspezifische Inhalte, Krankheitsbilder und deren Folgen.

Ob und in welchem Umfang Jobcenter-Fachkräfte suchtspezifische Qualifizierungsbedarfe haben, hängt vielerorts auch davon ab, ob geregelte Kooperationen mit dem örtlichen Suchthilfesystem vorliegen. Dieser Aspekt verdeutlicht die Notwendigkeit regionalspezifischer Untersuchungen, da eine systematische Förderung der Integration suchtkranker KundInnen in Arbeit am ehesten im Rahmen gut vernetzter und fachlich abgestimmter Betreuung in Zusammenarbeit von Suchthilfeträgern und den Jobcentern gelingen kann.

Studienmethodik

(1) Mit Hilfe von problemzentrierten Interviews werden gezielt Leitungskräfte des Jobcenters Rhein-Erft zunächst u.a. dazu befragt, wer in der Grundsicherungsstelle für KundInnen mit Suchtproblemen zuständig ist bzw. Informationen gesammelt werden zum Thema Vernetzung und Kooperation(en) mit dem örtlichen Suchthilfesystem.

(2) Durch den Einsatz einer Online-Befragung werden die Fachkräfte aus dem Bereich Arbeits-vermittlung des Jobcenters Rhein- Erft sodann zu ihren suchtbezogenen Schulungs- und Qualifizierungs-bedarfen befragt. Zudem soll auch dabei erfasst werden, welche Rahmenbedingungen sie für eine sol-che Schulung für angemessen halten.

(3) Die Ergebnisse aus den vorangegangenen Erhebungen sollen die Grundlage sowie wichtige Anhaltspunkte für einen ersten konzeptionellen Entwurf einer praxisnahen bedarfsgerechten Weiterbildung Sucht am Bsp. des Job-Center Rhein-Erft bieten. Mit Hilfe von zwei abschließenden Fokusgruppen soll der konzeptionelle Entwurf in seiner Grundstruktur sowie hinsichtlich seiner entwickelten Inhaltsbereiche zusammen mit den Jobcen-ter-Fachkräften überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Ergebnisse

-

Publikationen

-

Förderung

Eigenmittel der KatHO NRW

Förderzeitraum: 01.02.2017 bis 31.01.2018

Projektleitung

Dr. Dipl.-Soz. Ulrike Kuhn

Email: u.kuhn(at)katho-nrw.de  |  Tel.: 0049-(0)221-77571-86

 

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tanja Hoff

E-Mail: t.hoff(at)katho-nrw.de  |  Tel.: +49 (0)221-7757-137

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021