Evaluation von Wirkfaktoren in der lebensweltorientierten Beratung am Beispiel Ehe-, Familien- und Lebensberatung

Ziel des Projektes ist eine empirische Analyse von möglichen Wirkfaktoren in der Beratungsarbeit am Beispiel der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie eine Evaluation des notwendigen Kompetenzerwerbs durch angehende BeraterInnen (Selbstreflektion beraterischer Kompetenzen), um Beratungsarbeit an Wirkfaktoren auszurichten.

Hintergrund

Beratungsforschung generell und insbesondere zu Prozesswirkfaktoren ist insgesamt noch ein weitgehend unterbelichtetes Forschungsfeld (vgl. z.B. Schrödter, 2004; Warschburger, 2009; Nußbeck, 2010). Speziell im Bereich der Ehe-, Familien- und Lebensberatung fokussiert die bisherige Forschung vor allem auf Outcome-Variablen in einem prä-post-Design, ohne Prozessvariablen und damit Wirkfaktoren von Beratungsprozessen genauer zu untersuchen (z.B. Kröger & Klann, 2004; Kröger et al., 2005; Klann et al., 1994). Meist werden Ergebnisse zu Wirkmechanismen in der Beratung unkritisch aus der Psychotherapieforschung übertragen (z.B. Warschburger, 2009; Nußbeck, 2010) und damit die unterschiedlichen theoretischen wie praktischen Ausrichtungen von Beratungs- gegenüber Therapieprozessen in ihrer Eigengesetzlichkeit (z.B. bei Beratung eine höhere Alltags-, Lebenswelt-, Lösungsorientierung und keine Behandlung psychischer Erkrankungen) ignoriert. Auch wird die einseitige Übertragung von psychologischen Wirkfaktoren auf Beratungsprozesse nicht deren interdisziplinärer Praxisorientierung (u.a. soziologische, ethische, theologische Betrachtungsweisen von KlientInnenaufträgen) gerecht. Gleichzeitig orientieren sich Beratungspraxis und -theorie nach wie vor stark an traditionellem schulenspezifischem Denken (z.B. tiefenpsychologisch, verhaltensorientiert, systemisch).

Jedoch wird zunehmend Kritik an der Unzulänglichkeit einer solchen Reduzierung von Beratungsprozessen auf eine einseitige Methodenorientierung laut. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der Curriculumgestaltung des hiesigen EFL-Studiengangs an der KatHO NRW wieder, der in seiner theoretischen und praktischen Ausrichtung schulengebunden und schulenübergreifend ist. Entsprechend vertiefen unterschiedliche Studienorte des EFL-Studiengangs zunächst eine spezifische Beratungsschule (z.B. Münster: systemisch, Köln: tiefenpsychologisch), vermitteln aber gleichzeitig schulenübergreifend weitere Interventionsmöglichkeiten aus anderen Beratungsschulen.

Was jedoch fehlt, ist eine explizit integrative Perspektive, wie sie seit ca. 10 Jahren innerhalb der Psychotherapie und Psychotherapieforschung zunehmend vertreten wird: Was sind grundsätzliche Wirkfaktoren der Beratung, die möglichst umgesetzt werden sollten, damit Beratung wirksam wird? Und: Wie können diese im Rahmen von Weiterbildungen z.B. in Form eines Weiterbildungsmasters im Sinne der Kompetenzentwicklung erworben werden?

Studienmethodik

Für die Analyse von Beratungswirkfaktoren werden Beratungsprozesse in der EFL-Beratung einer Prozessevaluation mittels quantitativer Fragebögen unterzogen (Mehrebenen-Modell mit Befragung der KlientInnen und der BeraterInnen).

Zusätzlich wird durch eine Prä-Post-Erhebung erfasst, wie sich Wirkfaktoren auf das Beratungsergebnis (z.B. Partner- und Ehezufriedenheit der KlientInnen, Kommunikationsstile und Problemlösungsstile unter den Partnern, Konfliktthemen und -ausmaß, Rollenorientierung, Erziehungsschwierigkeiten, subjektives Wohlbefinden, Veränderung klinischer Merkmale usw.) auswirken.

In begleitenden qualitativen Befragungen wird ermittelt, wie auf Kompetenzebene Counseling-Studierende eine integrative Beraterhaltung und -methodik in ihrer praktischen Tätigkeit erwerben und vertiefen können.

Ergebnisse

in Vorbereitung

Publikationen

in Vorbereitung

Förderung (2013-2015)

Eigenmittel der KatHO NRW

Förderzeitraum: 01.03.2013 bis 31.08.2015

Projektleitung

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tanja Hoff

E-Mail: t.hoff(at)katho-nrw.de  |  Tel.: +49 (0)221-7757-137

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2021