Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

OSHI-PA: Evaluation der Online Selbsthilfe Initiativen für Pflegende Angehörige

Projektförderung
Bundesministerium für Gesundheit
Projektlaufzeit
10/2017 – 10/2020

Projekthintergrund
Pflegende Angehörige sind aufgrund zahlreicher Belastungsfaktoren in den Fokus der Versorgungslandschaft zu nehmen. Um häusliche Versorgungsarrangements zu stabilisieren, ist Unterstützung für Angehörige zu verstärken und eine Möglichkeit sind Selbsthilfeangebote. Das Modellprojekt "Online Selbsthilfe Initiativen für Pflegende Angehörige" sieht die Ergänzung und Erweiterung des bereits bestehenden Selbsthilfeangebots für pflegende Angehörige durch die Entwicklung neuer, onlinegestützter virtueller Selbsthilfe vor. Dadurch entsteht die Möglichkeit, sich über Kommunikationsmedien auszutauschen, zu informieren sowie zu unterstützen und zwar orts- und zeitunabhängig.

Soziale Unterstützung als spezifische Unterstützungsform pflegender Angehöriger ist auf Grund der Einflussmöglichkeiten auf den Stress- Prozess ein wichtiger Forschungsschwerpunkt in verschiedenen Studien zur Pflegebelastung und Unterstützung pflegender Angehöriger. Sie ist ein wirksamer Einflussfaktor auf den Effekt von Stressoren und beim Umgang mit Belastungen und Krisen. Preiß (2010) definiert Selbsthilfe über das Internet als virtuelle soziale Selbsthilfe, die sich „dabei als wechselseitige Unterstützung auf Basis gleicher Betroffenheit“ versteht und „sich vorwiegend unter den Bedingungen computervermittelter Kommunikation in einem Netzforum ereignet.“

Das Projekt OSHI-PA wird durchgeführt vom Verein wir pflegen - Interessenvertretung begleitender Angehörige und Freunde in Deutschland e.V. und der Katholischen Hochschule NRW. Das Institut für Teilhabeforschung der KatHO NRW ist in diesem Kooperationsprojekt zuständig für die wissenschaftliche Begleitung in Form einer formativen Evaluation. Diese betrachtet u.a. die Beteiligungsprozesse der pflegenden Angehörigen im Rahmen der Entwicklung der online basierten Selbsthilfeangebote. Darüber hinaus wird die Evaluation Erkenntnisse liefern, inwieweit Online-Angebote zur Unterstützung und Entlastung von pflegenden Angehörigen beitragen.

Projektziele der Evaluation

  • Analyse und Bewertung der Beteiligungsqualität (Partizipation der Nutzer*innen)
  • Analyse nutzungsspezifischer Parameter (Warum und wie wird das Online-Selbsthilfeportal wie und weshalb genutzt?)
  • Nutzer*innengesteuerte Qualitätssicherung / Weiterentwicklung der Produktpalette
  • Bewertung der Wirksamkeit der eingesetzten Interventionen


Methodisches Vorgehen

  • Durchführung von Gruppendiskussionen (Fokusgruppen) mit pflegenden Angehörigen (zur nutzerInnenorientierten Entwicklung zentraler Qualitätskriterien für die Produktentwicklung sowie im Rahmen der Evaluation)
  • Dokumentenanalyse zur Qualitätssicherung
  • Partizipationsanalyse mittels Workshops mit pflegenden Angehörigen
  • Evaluation des Online-Selbsthilfe-Portals (on-Site-Längsschnittbefragung und themenzentrierte Inhaltsanalyse)

Projektleitung
Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich

ProjektmitarbeiterInnen
Verena von der Lühe, B.Sc.

Lisa Verhaert, M.A.

Kooperationspartner
wir pflegen – Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V. (Antragsteller OSHI-PA)
wir pflegen NRW – Selbsthilfe und Interessenvertretung pflegender Angehöriger
NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung der Selbsthilfe

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019