Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

MUTIG: Modelle der Unterstützung der Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter innovativ gestalten

Die Abschlusstagung des Projektes MUTIG findet am 04. und 05. März 2020 an der Katholischen Hochschule NRW in Münster statt. Anmeldungen sind ab November 2019 möglich.

Projektbeschreibung
Auch Menschen mit geistiger Behinderung möchten im hohen Lebensalter möglichst lange und selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Das Projekt „MUTIG“ will aufzeigen, wie sich die bestehenden gemeindeintegrierten Wohnsettings (Wohnheime, Wohngemeinschaften, unterstütztes Einzel- und Paarwohnen) auf ihre Klienten/innen im Lebensabschnitt „Alter“ einstellen können und auch sollen, um Teilhabemöglichkeiten im Alter zu sichern oder neu zu eröffnen. Die Zahl älterer Menschen mit geistiger Behinderung nimmt zu. Einzelfall-Lösungen werden nicht mehr ausreichend sein. Die Unterstützung in verschiedenen Wohnsettings muss generell altersfreundlich und „demographiefest“ konzipiert werden.

Projektförderung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie „SILQUA-FH“ des Programms „Forschung an Fachhochschulen“. Projektpartner sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Landesverband Lebenshilfe NRW, sowie als Kooperationspartner der Lebenshilferat NRW.
Projektlaufzeit: 01.10.2015 - 30.09.2018

Projektziele
Ziel des Projekts ist es, aus der Evaluation vielfältiger Wohnpraxen im In- und Ausland Bausteine für die Gestaltung von Unterstützungselementen im Wohnen zu formulieren. Gestaltungselemente sollen die individuellen Teilhabemöglichkeiten in den ICF- Bereichen optimieren, für den Anbieter organisierbar bleiben und für den Träger von Teilhabeleistungen wirtschaftlich tragfähig. Dabei sind neue sozialrechtliche und gesellschaftliche Entwicklungen (z. B. Bundesteilhabegesetz (BTHG), UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)) zu berücksichtigen.

Methodisches Vorgehen
Arbeitspaket (AP) 1: Mithilfe von Sekundäranalysen von Leistungsempfängern/innen der Eingliederungshilfe und Primärerhebungen in allgemeinen und speziellen Pflegeheimen für Menschen mit Behinderung wird am Beispiel von Westfalen-Lippe anschaulich, wie viele Erwachsene mit geistiger Behinderung in welchen differenzierten Arten von Wohnsettings leben. Außerdem werden die Häufigkeit und Richtung von Umzügen im Alter sowie Entscheidungsgründe und -wege in Pflegeheime analysiert.

AP 2: Die aktuellen sozialrechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen werden im Hinblick auf Möglichkeitsräume und -barrieren untersucht (u. a. im Rahmen eines Expertenworkshops zum BTHG).

AP 3: Potenziell innovative Wohnsettings in NRW und Bayern werden empirisch evaluiert und es wird die bestehende Wohnpraxis in drei europäischen Ländern (Niederlande, Dänemark, Norwegen) beschrieben, um praxiserprobte und teilhabefreundliche Gestaltungselemente herauszuarbeiten.

AP 4: Modelle für die Unterstützung der Teilhabe in gemeindeintegrierten Wohnsettings werden formuliert und in Workshops mit Vertretern/innen der Wohnprojekte, der Projektpartner und von Menschen mit Behinderung des Lebenshilferats NRW evaluiert sowie weiterentwickelt.

(Zwischen-)Ergebnisse
Der erste Zwischenbericht (AP 1) ist Anfang 2018 erschienen:
Thimm, A., Rodekohr, B., Dieckmann, F., Haßler, T. (2018): Wohnsituation Erwachsener mit geistiger Behinderung in Westfalen-Lippe und Umzüge im Alter: Erster Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Modelle für die Unterstützung der Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter innovativ gestalten“ (MUTIG). Münster.

Den ersten Zwischenbericht können Sie hier herunterladen: Download

Eine Buchpublikation, welche die Resultate der AP 2- 4 aufnimmt, wird angestrebt. Ergebnisse werden auf nationalen und internationalen Fachtagungen vorgetragen und in entsprechenden Fachzeitschriften publiziert.

Unter diesem Link finden Sie das englischsprachige Poster des Projekts vom IASSIDD Kongress 2018 in Athen.

Projektleitung: Prof. Dr. Friedrich Dieckmann und Prof. Dr. Sabine Schäper

Wissenschaftliche Mitarbeit:
Theresia Haßler, Heilpädagogin (M.A.)
Monika Höwelhans, Heilpädagogin (M.A.)
Michael Katzer, Diplom-Heilpädagoge

Wissenschaftliche Hilfskraft: Martin Kemmerling, Heilpädagoge (B.A.)

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019