Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

InkPV: Inklusive psychatrische Versorgung

Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Schäper befasst sich mit der inklusiven psychiatrischen Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Störung und den diesbezüglichen Vernetzungspotentialen der verschiedenen Hilfesysteme. Die Initiative hierfür entstand innerhalb einer Arbeitsgruppe der Regionalkonferenz der Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe im Kreis Steinfurt, welche sich mit den besonderen Bedarfslagen von Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Störungen und/oder herausforderndem Verhalten beschäftigt. Hintergrund sind unter anderem die verschiedenen Übergangs- und Schnittstellenprobleme zwischen Gesundheitshilfe, Eingliederungshilfe, Schule, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und Beruflicher Eingliederung. Das Gesundheitssystem ist auf die spezifischen Bedürfnisse und Problemlagen von Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung nach wie vor nicht eingerichtet und es fehlt sowohl an Kompetenz als auch an hinreichenden Rahmenbedingungen für ihre angemessene und flächendeckende psychiatrische Versorgung.

Im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes im Masterstudiengang „Netzwerke in der Sozialen Arbeit“ hatte die KatHO NRW für die Arbeitsgruppe im Studienjahr 2013 bereits eine Bedarfserhebung vorgenommen. Die Ergebnisse bestätigen die Versorgungslücke, machen aber zugleich weitergehenden Forschungsbedarf deutlich. Die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse des Lehrforschungsprojektes in der Sitzung der Regionalkonferenz bestätigte aus Sicht aller Beteiligten (Leistungsanbieter der Behindertenhilfe, SozialplanerInnen des Kreises Steinfurt und des überörtlichen Sozialhilfeträgers) den Bedarf nach weitergehenden Analysen insbesondere zu den Schnittstellen der Hilfesysteme. Diese sind Gegenstand des Projektes „Inklusive psychiatrische Versorgung (InkPV): Vernetzungsstrukturen für Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Störung“. Die Fragestellung bezieht sich dabei auf die Bedarfsgerechtigkeit bestehender Strukturen und die Potentiale an den Schnittstellen der Hilfesysteme, es wird insbesondere untersucht:

  • Welche Hilfesysteme fühlen sich überhaupt für den Personenkreis der Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Beeinträchtigung zuständig?
  • Wie sind diese miteinander vernetzt?
  • Welche Hürden und Barrieren erleben Menschen mit geistiger Behinderung, die auf psychiatrische Versorgung und Beratungsangebote angewiesen sind?


Damit bewegt sich das Projekt auf die Linie der sozialpolitisch bedeutsamen Leitidee der Inklusion: Als zukunftsweisend gelten Unterstützungsarrangements, die Ressourcen von Regelsystemen für die Personengruppe der Menschen mit Behinderungen erschließen, diese barrierefrei zugänglich machen und wo notwendig qualifizieren im Blick auf die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen.

Die langfristige Zielperspektive ist die Erarbeitung eines Konzeptes für eine vernetzte und inklusive Versorgung des Personenkreises. Im Rahmen dieses Teilprojektes wird eine Darstellung der Schnittstellen und Vernetzungsstrukturen erarbeitet, die Ressourcen und Grenzen bestehender Unterstützungsstrukturen im Blick auf die Bedarfslage der Personengruppe verdeutlicht. Auf dieser Basis sollen Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung und inklusive Ausgestaltung der Unterstützungsstrukturen entwickelt werden, die an die Regionalkonferenz weitergegeben und in diesem Rahmen weiter diskutiert werden. Gefördert wird das Projekt durch Mittel der Kommission für Forschung- und Entwicklungsaufgaben der KatHO NRW.

Projektleitung
Prof. Dr. Sabine Schäper; s.schaeper@katho-nrw.de

Wissenschaftliche Hilfskraft
Antonia Thimm; a.thimm@katho-nrw.de

Beratend
Arbeitsgruppe „Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Störungen“ der Regionalkonferenz der Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe im Kreis Steinfurt

Gefördert durch Mittel der Kommission für Forschungs- und Entwicklungsaufgaben der KatHO NRW

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019