Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Inklusion im Sport – Gemeinsam stark für Aachen

Projektlaufzeit

01.01.2019-31.12.2021

Projekthintergrund

Die Teilhabechancen für Menschen mit Beeinträchtigungen (MmB) müssen in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens verbessert werden. Die UN-Behinderten-rechtskonvention macht deutlich, dass Inklusion ein Menschenrecht ist, dem die Gesellschaft nachkommen muss. Deren Leitgedanke zielt darauf ab, die Lebenssituation von Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern und sie vor allem uneingeschränkt partizipieren zu lassen. Artikel 30 der UN-BRK „Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport“ rückt dabei die Bedeutung des Teilbereichs Sport in den Vordergrund.

Der Stadtsportbund Aachen (SSB), der Dachverband der Aachener Sportvereine, setzt sich bereits seit zwei Jahren intensiv für Inklusion im und durch Sport ein. Dabei ist deutlich geworden, dass Menschen mit Beeinträchtigungen zwar häufig nach inklusiven Sportangeboten suchen und Teil der Sportvereinswelt in Aachen werden möchten, passende inklusive Angebote und Konzepte jedoch fehlen. Dieser Bedarf soll durch das Projekt „Inklusion im Sport – gemeinsam stark für Aachen“ aufgegriffen werden.  

Projektziele

Durch das Projekt „Inklusion im Sport – gemeinsam stark für Aachen sollen inklusive Sportangeboten geschaffen und die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen maßgeblich verbessert werden. Das auf drei Jahre angelegte Projekt des SSB Aachen wird von der Aktion Mensch gefördert und durch die Deutsche Sporthochschule Köln und die Katholische Hochschule NRW wissenschaftlich begleitet wird.

Um die Teilhabe im Sport zu fördern und bedarfsgerechte Angebote zu schaffen, soll eine wissenschaftliche Erhebung den Bedarf und die Bedürfnisse auf drei verschiedenen Ebenen untersuchen.

Erstens soll der Bedarf von Menschen mit Beeinträchtigungen ermittelt werden, die durch die Befragung mit einbezogen und ihren Sozialraum in Aachen aktiv mitgestalten sollen. Um inklusive Sportangebote zu schaffen, sollen zweitens auch die Situation und die Bedürfnisse der Aachener Sportvereine untersucht werden. Drittens sollen beispielsweise der Fachbereich Sport der Stadt Aachen, der Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration mit der Expertise der Behindertenbeauftragten sowie das Inklusionsamt befragt werden. Die Einbeziehung der örtlichen Strukturen ist maßgeblich entscheidend, damit Verbesserungen erreicht und Veränderungsprozesse angestoßen werden.   

Langfristig sollen neben der Befragung nicht nur bedarfsgerechte, neue inklusive Sportangebote entstehen, es sollen auch Probleme analysiert und aufgegriffen werden, Lösungsstrategien entwickelt und barrierefreie Strukturen in der Stadt Aachen geschaffen werden. Der Stadtsportbund Aachen möchte seine Beratung in Form einer Sprechstunde und Unterstützung durch Übungsleiter-Fortbildungen anbieten, eine barrierefreie Infobroschüre für Menschen mit Behinderung soll inklusive Sportangebote aufführen und Hinweise auf Assistenz und Fahrdienste geben. Die entstehenden „best practice“ Beispiele sollen als Vorbild und Mutmacher für andere Sportvereine dienen, die sich auf den Weg zur Inklusion machen wollen. Die Gesellschaft soll für die Thematik Inklusion sensibilisiert und Ängste und Unsicherheiten abgebaut werden.

Methodische Vorgehensweise

Die partizipative Situationsanalyse soll auf der Ebene der Menschen mit Beeinträchtigungen und der Sportvereine mit Hilfe von Fragebögen durchgeführt werden, die sich unter Anderem am „Index für Inklusion im und durch Sport“ orientieren.

Menschen mit Beeinträchtigungen werden durch die Kontakte des SSB Aachen zu den Strukturen der Behindertenhilfe erreicht.

Auf der Ebene der Sportvereine kann der SSB Aachen als örtliche Dachverband auf rund 225 Aachener Sportvereinen und somit auf ca. 62.000 Sportvereinsmitglieder zurückgreifen. Die Fragebögen adressieren die Zielgruppen Vorstand, Übungs-leiter/innen, Mitglieder/innen.

Basierend auf den Ergebnissen der Fragebögen sollen in einem zweiten Schritt vertiefende, leitfadengestützte Interviews durchgeführt werden. Bei Menschen mit Beeinträchtigungen werden Fokusgruppen angedacht.

Auf der Ebene der örtlichen werden Experten-Interviews als Erhebungsinstrument genutzt.

Projektleitung

Sina Eghbalpour (Inklusions-Managerin Stadtsportbund Aachen e.V.)

Wissenschaftliche Projektbegleitung:

Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich (KatHO NRW, ABt. Köln)

Prof. Dr. Thomas Abel (Deutsche Sporthochschule Köln)

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen

Lisa-Marie Verhaert, M.A.

 
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019