Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

DGGG-Tagung in Fulda

Unter dem Motto „Heterogenität des Alter(n)s“ trafen sich am 28. und 29.9.2017 in Fulda Wissenschaftler/innen zur Jahrestagung der Sektionen III und IV der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG). Die KatHO NRW war mit einem Poster sowie mit drei Symposien auf der Tagung vertreten.
Vera Miesen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Masterstudiengang Soziale Arbeit an der KatHO Abteilung Aachen, präsentierte im Rahmen einer Postersession ihr Promotionsvorhaben und erhielt dafür den Posterpreis der Fachgesellschaft. Der Posterpreis der Fachgesellschaft honoriert wissenschaftliche Qualität der Präsentation und wird jährlich vergeben.
In ihrem Promotionsvorhaben beleuchtet Vera Miesen Engagementformen älterer Menschen aus habitus- und milieuspezifischer Perspektive, gestützt auf Pierre Bourdieus Habitus-Feld-Konzept. Ihrer Arbeit liegt die These zugrunde, dass das „Feld des Engagements“ zu Exklusionsprozessen führt, indem bestimmte Formen von Engagement als legitim gesetzt und andere Formen abgewertet werden. Anhand themenzentrierter Interviews, welche habitushermeneutisch ausgewertet werden, wird die Arbeit Fallstudien präsentieren können, die eine neue Perspektive aus Sicht der Akteure auf Engagement ermöglichen.

Das Institut für Teilhabeforschung der KatHO NRW war in drei Symposien vertreten. Die Arbeitsgruppe „Gerontologische Versorgungsforschung“ des Instituts für Teilhabeforschung um Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich stellten in zwei Symposien verschiedene Perspektiven im Rahmen der „Heterogenität des Alter(n)s“ vor.
Im ersten Symposiun mit dem Titel „Demenzversorgung: Ausgewählte soziale Innovationen und ihre Potenziale“ thematisierten die Referentinnen unter anderem ein Stabilitätskonzept (Kerstin Köhler, DZNE Witten) und die Regionalisierung und Vernetzung regionaler Demenzstrukturen (Hannah Gröber, Nadine van der Meulen, KatHO NRW). Dabei ging es darum, soziale Innovationen in der Demenzversorgung zu präsentieren.
Das zweite Symposium trug den Titel „Lebensphasen und Versorgungserfahrungen – Herausforderungen und Handlungsansätze zur Unterstützung versorgender Angehöriger“. Es wurden drei verschiedene Lebensphasen von Personen in Pflegesituationen behandelt. Anna-Maria Spittel (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) hielt einen Vortrag über junge Pflegende in Bildungsprozessen. Christian Pälmke (Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik, Münster) erläuterte die Situation von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden (Vereinbarkeit von Pflege und Beruf) und Liane Schirra-Weirich und Hannah Gröber (KatHO NRW) thematisierten die Herausforderungen versorgender Angehöriger im höheren Alter.
Die Symposien wurden durch kurze Diskussionen und Austausch mit dem Publikum abgeschlossen.
Passend zum Tagungsthema "Heterogenität des Alter(n)s" moderierte Prof. Dr. Friedrich Dieckmann in einem dritten Symposium zur Wohnsituation und palliativen Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter.

Antonia Thimm, Theresia Haßler (beide KatHO Münster) und Bianca Rodekohr (ehemals KatHO Münster) stellten in zwei Beiträgen am Beispiel von Westfalen-Lippe dar, in welchen Wohnsettings ältere Menschen mit geistiger Behinderung leben und wie häufig und zwischen welchen Wohnsettings sie im Alter wechseln. Eine Premiere für Deutschland stellten dabei die Zahlen zu Menschen mit geistiger Behinderung in allgemeinen und speziellen Pflegeheimen dar. Qualitative Untersuchungen gaben Aufschluss über die Entscheidungswege und Ursachen dafür, warum Menschen mit geistiger Behinderung in ein Pflegeheim ziehen. Die Untersuchungen wurden im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts MUTIG durchgeführt.

Anja Ostrop (KatHO Münster) fasste theoretische und ethische Positionen zusammen, auf deren Grundlage sich die palliative Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter gestalten lässt. Ein entsprechendes Forschungsprojekt (PiCarDi) läuft seit dem 01.06.2017 an der KatHO Münster.

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019