Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Manual für eine inklusive Sozialplanung erschienen

Die kommunale und überörtliche Sozialplanung erfolgt immer noch streng separiert nach Fachplanungen für Senior_innen und Pflegebedürftige, für die (Sozial-)Psychiatrie und Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung. Für alle drei Fachplanungen spielt der Sozialraum / das Quartier und die Lebensphase Alter eine entscheidende Rolle. Wie lassen sich bislang getrennte Fachplanungen sozialräumlich, partizipativ und mit Blick auf ein inklusives Gemeinwesen zusammenführen? Das hat das Institut für Teilhabeforschung zusammen mit seinen Kooperationspartnern, dem Referat Behindertenhilfe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der Stadt Münster und dem Kreis Steinfurt am Beispiel des Münsteraner Stadtteils Hiltrup und der Gemeinde Wettringen über drei Jahre von 2012-2015 erprobt.  Das Forschungsprojekt SoPHiA (Sozialraumorientierte Planung von Hilfe- und Unterstützungsarrangements für Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung im Alter) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Projektleitung auf Seiten der KatHO NRW hatten Prof. Dr. Sabine Schäper, Prof. Dr. Friedrich Dieckmann und Prof. Dr. Christiane Rohleder inne. Als Ergebnis praktischer Erprobung und wissenschaftlicher Analyse und Einbettung liegt jetzt als Buchpublikation ein Manual für die inklusive Sozialplanung für Menschen im Alter vor. Das Manual zeigt, in welchen Schritten, mit welchen Handlungskonzepten und Methoden eine inklusive Planung umgesetzt werden kann. Dabei werden die Verschiedenheit und Vielfalt der Bürger_innen als Herausforderung und Chance für jedwede Sozialplanung begriffen. Auf der Basis der jeweiligen Fachplanungstraditionen und rechtlichen Rahmungen liegt das besondere Augenmerk auf der Gestaltung von Verwaltungsstrukturen und der Zusammenarbeit der Sozialplanung mit Akteuren im Quartier, auf einer inklusiv und sozialräumlich ausgerichteten Sozialberichterstattung sowie auf der Partizipation der Bürger_innen im Planungsprozess.

Wir danken allen Beteiligten, vor allem Michael Wedershoven und seinen Mitarbeiterinnen Frau Rose und Frau Siegert (LWL), Doris Rüter und Christine Menke (Stadt Münster), Frank Woltering und Walter Rott (Kreis Steinfurt), sowie der Gemeinde Wettringen für die Zusammenarbeit und kritische Reflektion bei der Erstellung des Planungsmodells.

 

Schäper, Dieckmann, Rohleder, Rodekohr, Katzer, Frewer-Graumann (2019). Inklusive Sozialplanung für Menschen im Alter. Ein Manual für die Planungspraxis. Stuttgart: Kohlhammer.

 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019