Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Primärprävention und Health Literacy

Die Psychologin (M.Sc.) Patricia Wahl ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt "Health Literacy".

Die vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass Kinder von psychisch erkrankten Eltern häufig mit besonderen Belastungen und Beeinträchtigungen konfrontiert sind und dass bei diesen Kindern das Risiko, selbst eine psychische Störung zu entwickeln, signifikant erhöht ist. Die Belastungen und Beeinträchtigungen sowie das hohe Erkrankungsrisiko der Kinder verweist ausdrücklich auf die Bedeutung früher und rechtzeitiger Angebote für die Kinder und ihre Familien, um ungünstige Entwicklungen der Kinder zu verhindern bzw. abzumildern und ein gesundes Aufwachsen der Kinder zu ermöglichen.

Aus Studien wissen wir, dass psychisch erkrankte Eltern zwar oftmals die Belastungen und Probleme ihrer Kinder wahrnehmen, krankheitsbedingte Einschränkungen in ihrer Betreuungs- und Erziehungsfunktion erkennen, trotzdem aber nicht nach professioneller Unterstützung für ihre Familie suchen. Sie zeigen häufig Vorbehalte gegenüber institutionellen Hilfen und verhalten sich deshalb gegenüber Einrichtungen oftmals sehr reserviert und vorsichtig. Um Zugangsschwellen abzubauen, schlagen Autoren vor, die kulturelle und sprachliche Sensibilität des Versorgungssystems zu fördern, die Unterstützung im familiären Umfeld zu verbessern, ökonomische Ressourcen zur Verfügung zu stellen und insbesondere die Beziehung von Familien, Mitarbeitern in den Einrichtungen und im Gemeinwesen zu verbessern. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist das Wissen über die subjektiven Bedürfnisse und die vorhandene Health Literacy. Health Literacy (HL) ist ein Konzept, das Fertigkeiten einbezieht, die den Zugang, die Bewertung und die Anwendung von gesundheitsbezogenen Informationen betreffen. Studien belegen konsistent die gesundheitliche Relevanz von HL, etwa für die Inanspruchnahme von präventiven und kurativen Angeboten.

Das dreijährige Forschungsprojekt (Laufzeit 2015-2018), das unter der Leitung von Prof. Dr. Albert Lenz durchgeführt wird, zielt darauf ab, 1) die subjektiven Bedürfnisse der Familien, in denen mindestens ein Elternteil an einer depressiven Störung leidet, zu identifizieren und zu bewerten; 2) das familiäre Hilfesuchverhalten, die Wege der Familien zu Einrichtungen und Hilfsangeboten, zu analysieren und 3) den Einfluss von gesundheitsprägenden sozialen Lebensbedingungen (wie z.B. Geschlecht und sozioökonomische Status) auf die Kompetenz für die psychische Gesundheit zu analysieren. 

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt ist die Psychologin (M.Sc.) Patricia Wahl. Kooperationspartner ist die LWL-Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Warstein (Dr. Ewald Rahn). 

Das NePP-Projekt ist Teil des vom BMBF geförderten Verbundprojekts "Health Literacy im Kindes- und Jugendalter (HLCA) als Ziel von Gesundheitsförderung und Primärprävention" (Laufzeit: 2015-2018) in dem verschiedene Universitäten und Hochschulen sowie das Robert-Koch-Institut beteiligt sind. Die Koordination des Forschungsverbundes liegt in den Händen von Prof. Dr. Ullrich Bauer (Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaft).

 

Kontakt und weitere Informationen: 
Prof. Dr. Albert Lenz
Katholische Hochschule NRW, Abteilung Paderborn
Tel.: +49 (0) 5251-1225-56
E-Mail: a.lenz(at)katho-nrw.de
 

 

 

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