Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Das Beratungskonzept

Das Modellprojekt „Der Angehörigenlotse“ fußt auf einem neu entwickelten Beratungskonzept, in dem vor allem drei wesentliche Aspekte innovativ sind:

  • Diachrones Hilfekonzept: Die Angehörigen werden durch den gesamten Rehabilitationsprozess begleitet, beraten und unterstützt.  Insbesondere eine frühzeitige Kontaktaufnahme und die Beratung bei den Übergängen zur jeweils nächsten Reha-Phase sind hierbei besonders wichtig.
  • Personales Beratungsangebot: Die Begleitung erfolgt in allen Phasen durch eine feste, fachkompetente Ansprechpartnerin. Die Fachkompetenz der Angehörigenlotsin bezieht sich auf alle Fragen, die mit dem Schlaganfall, der Rehabilitations- und Hilfemöglichkeiten sowie der psychosozialen Beratung zusammenhängen.
  • Zugehendes Beratungskonzept: Die Angehörigenlotsin nimmt selbst aktiv Kontakt zu den Angehörigen auf und besucht diese auch in ihrem häuslichen Umfeld („outreach counseling“).


Ausgehend vom aktuellen Forschungsstand zur Effektivität von Hilfen für Angehörige von Schlaganfallpatienten wurde das Beratungskonzept „Der Angehörigenlotse“ als Mehrkomponenten-Intervention entwickelt.

Das Beratungsangebot umfasst zum einen Beratung im fachlichen Sinne; d.h. Sachinformation und Hilfestellung z.B. zu Schlaganfall, Behandlung und Reha, Antragstellung, Heil- und Hilfsmitteln, weiterführenden Hilfen, etc. Zum anderen werden die Angehörigen im Sinne der personenzentrierten Beratung begleitet. Wichtig hierbei sind u.a. der Aufbau einer tragfähigen Beziehung; Aktives Zuhören, Empathie; Wertschätzung; Förderung von Selbstreflexion und Selbstklärung. Damit geht die Beratung der Angehörigenlotsin weit über das bloße „Ratgeben“ im Sinne von Ratschlägen bezüglich weiterer Schritte und Aktivitäten hinaus.

Die Kontaktaufnahme mit den Angehörigen sowie die Information über das Beratungsangebot und die Begleitstudie erfolgt zugehend, entweder in der Klinik oder telefonisch. Die Frequenz der Beratungsgespräche ist flexibel und richtet sich nach den Bedürfnissen der Angehörigen. Ergänzend werden telefonische (Kurz-)Beratungen angeboten. Die Angehörigen haben ferner die Möglichkeit, an professionell moderierten „Begegnungstreffen“ teilzunehmen, in denen sie die Möglichkeit haben, sich mit anderen Angehörigen und Betroffenen zu allen sie interessierende Fragen auszutauschen.

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2018