Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

„Es kehrt nicht leer zu mir zurück…“ (Jes 55,11)

 

Große Beteiligung und eine lebhafte Diskussion beim vierten Fachkolloquium des IbiP

Zahlreiche TeilnehmerInnen, darunter ehemalige und natürlich eine große Zahl aktuell an der KatHO NRW Studierender, aber auch VertreterInnen aus den (Erz-)Diözesen Berlin, Essen und Paderborn fanden sich am vergangenen Dienstag ein, als Rektor Prof. Dr. Hans Hobelsberger mit einem Grußwort das vierte Fachkolloquium des IbiP eröffnete. Dass das Wort der Schrift Menschen in Bewegung setzt, erfreut nicht nur den Rektor der Hochschule, sondern auch Prof.´in Christiane Koch, die die Anwesenden sogleich in die biblische Textarbeit nach der Methode 3D einwies. Welche Verheißung wir haben, wenn wir uns mit der Bibel beschäftigen – unter dieser Leitfrage stand eine intensive Beschäftigung mit Jes 55,1-13. Zunächst ging es allerdings an den eigenen Lebenskontext: Tischweise wurde über die Rolle der Bibel in der Pastoral und den Pastoralplanungen der Bistümer, aus denen die anwesenden TeilnehmerInnen stammen, gesprochen, bevor Christiane Koch Hintergrundwissen zu Leben und Werk des Deutero-Jesaja mitteilte, das in Bezug auf den vorliegenden biblischen Text von den Anwesenden angewandt wurde. Daraus entstand der Stoff für eine angemessene Schlussreflexion auf den Jesaja-Text: Biblische Texte bedürfen zuerst einer Erschließung in den jeweiligen historischen Kontext hinein, erst dann können sie auf heutige Situationen bezogen werden. Nach der erhellenden Bibelarbeit lud Moderator Lukas Rebbe in den Fishbowl – Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld fragte an, nach welchen Kriterien messbar sei, ob eine Pastoral bibelorientiert sei. Prof.‘in Christiane Koch plädierte für eine Pastoral, die aus der Heiligen Schrift lebt. Wichtig sei es, dass die, die sich Kenntnisse über die Heilige Schrift erworben haben und beispielsweise in einer Gemeinde arbeiten und leben, hier auch zeigen, dass sie sich in Dingen der Bibel gut auskennen. Es gelte Orte und Gelegenheiten zu schaffen, um sich über die Schrift auszutauschen. Die weitere Diskussion berührte viele wichtige Themen der Pastoral: Gesucht, so die einhellige Meinung, seien Akteure, die die „Bibel mit Leidenschaft“ leben. Dies gelte gerade für eine Pastoral, die sich auf neue Weise im Raum eines Wohnviertels, eines Stadtteils oder auch einer Region orientiere. Der Rektor hatte das letzte Wort: Er plädierte für eine Professionalität im Umgang mit der Schrift. Wer Theologie studiert habe, der könne nicht so tun, als habe er keine Ahnung von den Quellen, aus denen der Glaube lebt. Herzlicher Beifall sodann aus der Runde, als das fünfte Fachkolloquium für das Sommersemester 2019 angekündigt wurde.

 

Prof. Dr. Wilhelm Tolksdorf

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019