Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

IMAC-MIND

Verbesserung der psychischen Gesundheit und Verringerung von Suchtgefahr im Kindes- und Jugendalter durch Achtsamkeit: Mechanismen, Prävention und Behandlung 

Teilprojekt 4: Trampolin-Mind" (2017-2021)

 

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes "IMAC-MIND - Verbesserung der psychischen Gesundheit und Verringerung von Suchtgefahr im Kindes- und Jugendalter durch Achtsamkeit: Mechanismen, Prävention und Behandlung - Teilprojekt 4: Trampolin-Mind" wird das seit Jahren bewährte, evidenzbasierte Programm „Trampolin - Ein modulares Präventionskonzept für Kinder aus suchtbelasteten Familien zwischen acht und 12 Jahren“ um achtsamkeitsbasierte Elemente erweitert. Dies ist ein hoch innovativer Ansatz, durch den über die reine Optimierung hinaus eine Wirksamkeitssteigerung hinsichtlich suchtrelevanter Variablen erwartet wird. „Trampolin“-Mind wird an verschiedenen Standorten in Deutschland in Kliniken der Kinder- und Jugendpsychiatrie, in Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie in der ambulanten Suchthilfe implementiert und im Rahmen eines cluster-randomisierten Forschungsdesigns in Bezug auf Akzeptanz und Wirksamkeit evaluiert. Langfristig soll mithilfe von „Trampolin-Mind“ das Versorgungsangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien weiter verbessert werden.

 

Hier gelangen Sie zur projektspezifischen Homepage:

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/tp-4-trampolin-mind-7501.php

Hintergrund

„Trampolin“ ist ein evidenzbasiertes Gruppenangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien zwischen acht und 12 Jahren (Klein, Moesgen, Bröning & Thomasius, 2013; Bröning et al., 2012). Ziel von „Trampolin“ ist es, die psychische Belastung der Kinder zu reduzieren und ihre Handlungskompetenz im Sinne eines langfristigen Empowerments zu erhöhen. „Trampolin“ wurde in einem 3,5-jährigen vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Projekt (Laufzeit: 2008-2012) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und dem DISuP entwickelt und im Rahmen einer multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie auf seine Wirksamkeit überprüft. Die Ergebnisse zu „Trampolin“ zeigen, dass das Programm eine hohe Akzeptanz genießt, eine positive Wirkung auf teilnehmende Kinder hat und aufgrund seiner modularen Struktur in einer Vielzahl von Settings einsetzbar ist.

Als Teilprojekt 4 des Verbundprojektes „IMAC-Mind - Verbesserung der psychischen Gesundheit und Verringerung von Suchtgefahr im Kindes- und Jugendalter durch Achtsamkeit: Mechanismen, Prävention und Behandlung“ soll das „Trampolin“-Programm auf Basis aktueller Erkenntnisse aus der Forschung und Verhaltenstherapie um achtsamkeitsbasierte Elemente erweitert werden („Trampolin-Mind“). Es wird erwartet, dass das neue Programm „Trampolin-Mind“ im Vergleich zum originalen „Trampolin“-Programm eine stärkere Verbesserung hinsichtlich des Einsatzes von Stressbewältigungsstrategien, internalisierenden und externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten, und der psychischen Belastung durch die elterliche Suchterkrankung erzielt.

Studienmethodik

Um die Wirksamkeit von „Trampolin-Mind“ zu untersuchen, wird eine umfassende Prozess- und Wirksamkeitsevaluation auf Basis eines cluster-randomisierten Forschungsdesigns mit Prä-, Post- und Follow-Up-Messungen im Kontext der Kinder- und Jugendpsychiatrie, stationären Kinder- und Jugendhilfe und ambulanten Suchthilfe vorgenommen.

Im Zuge dessen werden die Kinder, die an „Trampolin-Mind“ teilnehmen mit Kindern verglichen, die am originalen „Trampolin“-Programm teilnehmen. Beide Gruppen werden mit Kindern verglichen, die keine „Trampolin“-Intervention, sondern ihr „treatment-as-usual“ (TAU) erhalten.

Die Befragung der insgesamt 420 Kinder findet zu den drei Messzeitpunkten anhand standardisierter Erhebungsinstrumente in Form eines Interviews statt. Zusätzlich werden die Eltern der Kinder mithilfe standardisierter, schriftlicher Fragebögen zu den gleichen drei Messzeitpunkten befragt.

Ergebnisse

Erste Evaluationsergebnisse werden im Jahr 2020 erwartet.

Publikationen

Moesgen, D., Ise, K., Dyba, J. & Klein, M. (2019). Evaluation of the Mindfulness-Augmented “Trampoline” Programme – A German Prevention Programme for Children from Substance-Involved Families Tested in a Cluster-Randomized Trial. BMC Public Health, 19, 571.https://imac-mind.de/

Kongress- und Tagungsbeiträge

Klein, M., Ise, K. & Moesgen, D. (2017, September). Achtsamkeitsübungen in der Suchttherapie und ‐ prävention: Forschungsverbund IMAC‐Mind. Vortrag auf dem Deutschen Suchtkongress 2017, Berlin.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Förderzeitraum: 11.2017 bis 10.2021

Förderkennzeichen: 01GL1745D

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Klein

E-Mail: mikle(at)katho-nrw.de  |  Tel.: +49 (0)221-7757-156

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Katharina Ise, M.Sc., Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

E-Mail: k.ise(at)katho-nrw.de  |  Tel.:  +49 (0)221-7757-512

und

Dr. Diana Moesgen, M. Sc., Psychologische Psychotherapeutin

E-Mail: d.moesgen(at)katho-nrw.de  |  Tel.:  +49 (0)221-7757-173

Verwendete Literatur

Klein, M., Moesgen, D., Bröning, S. & Thomasius, R. (2013). Kinder aus suchtbelasteten Familien stärken. Das „Trampolin“-Programm. Göttingen: Hogrefe.

Bröning, S., Moesgen, D., Wartberg, L., Haevelmann, A., Keller, K. et al. (2012). Trampolin – Konzeption und Evaluation eines modularen Präventionskonzeptes für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Abschlussbericht an das Bundesministerium für Gesundheit. Verfügbar unter: drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/DrogenundSucht/Suchtstoffuebergreifende_Themen/Downloads/BMG_Endbericht_Trampolin_submit_01.pdf.

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2020