Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Fachtagung: "Wir sind nicht dein nächstes Kunstprojekt"

Fachtag zur Kulturarbeit mit / von / für geflüchtete(n) Menschen an der KatHO NRW, Abteilung Aachen


„Wir sind nicht Dein nächstes Kunstprojekt“– diese durchaus provokante These aus dem 10-Punkte-Papier der australischen Flüchtlingsorganisation RISE war Ausgangspunkt und Motto zugleich für den am 3.11.2016 an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen veranstalteten Fachtag, in dem es um Kulturarbeit mit / von / für geflüchtete(n) Menschen ging. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: Was kann Kulturarbeit mit geflüchteten Menschen leisten? Wie kann es vermieden werden, dass Menschen in Kulturprojekten auf ihren Fluchtstatus reduziert werden, und wie kann es gelingen, geflüchtete Menschen und ihre Geschichten dennoch hör- und sichtbar zu machen? Zunächst zeigte Prof. Dr. Wolfgang Domma die Potentiale und Grenzen einer ästhetischen Praxis auf und bilanzierte: "Manchmal muss es eben Kunst sein". Anschließend erläuterte Prof. Dr. Marion Gerards, was bei einem kultursensiblen Kunstprojekt zu beachten ist, um geflüchtete Menschen nicht zu instrumentalisieren. Auf der Basis der RISE-Thesen nahmen dann die beiden Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der KatHO, Susanne Bücken und Nadine Sylla, eine rassismuskritische Perspektive auf kulturelle Bildung ein. Nach diesen theoretischen Inputs stand der kollegiale Austausch zwischen den in der Praxis tätigen Menschen, seien es nun Ehrenamtliche oder Professionelle aus den verschiedenen Disziplinen, zwischen Hochschule und Praxis und der Austausch mit den geflüchteten Menschen selbst im Zentrum des Fachtags. Workshops gaben Einblicke in die unterschiedlichen Medien, wie Theater, Kunst, Literatur, Film, Foto, Tanz und Musik, sowie in die „Knackpunkte“ einer jeden inter- oder transkulturellen Arbeit im Kontext von Flucht und Migration. Hier fand bereits ein reger Gedankenaustausch statt, nicht zuletzt dank der geflüchteten Menschen selbst, die in einigen Workshops über ihre Erfahrungen berichten konnten. Zentrale Thesen und Fragen aus den Workshops wurden dann von Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann im Plenum präsentiert und um globale Dimensionen von kultur- und migrationspädagogischer Arbeit eindrucksvoll erweitert. Mit diesem Impuls ging es dann in Erfahrungsaustauschgruppen weiter, die sich mit Themen wie Partizipation, Wertschätzung, Kooperation Ehrenamt und Professionelle, Nähe und Distanz beschäftigten. Den krönenden Abschluss des Fachtags stellte das Konzert der No Border Band aus Düsseldorf dar. Hier machen junge Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte auf professionellem Niveau und mit politischem Anspruch tolle Musik, was dem Publikum die Gelegenheit gab, nicht nur über Kunst von / für / mit geflüchteten Menschen nachzudenken, sondern sie auch zu erleben.
Möglich wurde der Fachtag durch die Unterstützung der folgenden Institutionen: Bildungsbüro der Städteregion Aachen, Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, Bleiberger Fabrik, Kommunale Integrationszentrum der Stadt Aachen, Werkstatt der Kulturen des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Aachen, AStA und StuPa, KatHO Aachen und das Zentrum für Ästhetik und Kommunikation der KatHO NRW, Abteilung Aachen.

 

Tagungsprogramm

RISE-Forderungen

Vortrag: Wolfgang Domma

Vortrag: Marion Gerards

Vortrag: Susanne Bücken / Nadine Sylla

Vortrag: Norbert Frieters-Reermann

Workshop 1: Vera Sous / Axel Jansen

Workshop 2: Guiomar Marques-Ranke

Workshop 3: Latifa Kebba / Marcel Schillings / Sandra Unger

Workshop 4: Eva Baumgarten / Marius Gürtler / Lukas Klatt / Merten Wothge

Workshop 5: Marion Gerards

Workshop 6: Yvonne Eibig

Workshop 7: Uli van Odijk / Heike Keßler-Wiertz

Workshop 8: Norbert Frieters-Reermann

Workshop 9: Ingrid Wiederhold / Rita Schaar

Kontakt

Prof. Dr. Marion Gerards

E-Mail: m.gerards(at)katho-nrw.de

 

 

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