Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Stellungnahme des Fachbereichsrats zum diskriminierenden Verhalten in der Hochschule (21.06.2017, Aachen)


Mit Beschluss des Fachbereichsrats haben Studierende mit Erziehungsverantwortung, Pflegeverpflichtungen, Behinderung oder chronischer Erkrankung sowie über die Mitgliedschaft in AStA/StuPa oder im FBR bei der Belegung teilnahmebeschränkter Seminare im Online-Wahlverfahren ein Vorwahlrecht. Vor dem Hintergrund, dass Studierende aufgrund ihres Vorwahlrechts im Online-Wahlverfahren diskriminierende und verletzende Erfahrungen durch andere Studierende gemacht haben, hat sich die Abteilung Aachen entschieden, zu diesen Vorgängen Stellung zu beziehen. Zugleich wurde in vielfachen Gesprächen deutlich, dass auch Diskriminierungen und verletzendes Sprechen zwischen allen Statusgruppen zu thematisieren sind. Daher ist es unser Anliegen, uns umfassend mit Diskriminierungsformen in der eigenen Hochschule auseinanderzusetzen und diesen Prozess auch transparent zu machen. Hierzu wurde eine Stellungnahme des Fachbereichsrats Aachen (siehe unten) formuliert, die von ASTA und StuPa ausdrücklich unterstützt wird. Wir verstehen eine solche Selbstpositionierung und die damit verbundenen Prozesse der Thematisierung und Intervention als besondere Qualität unserer Bildungseinrichtung.

Erklärung des Fachbereichsrats der Abteilung Aachen vom 24.05.2017:

"Erschrocken über verletzende und diskriminierende Äußerungen gegenüber Studierenden mit Vorwahlrecht im Onlineverfahren zur Seminarwahl mißbilligen wir diese!

Den Mitgliedern des Fachbereichsrats der KatHO NRW Aachen, in dem alle Statusgruppen der Hochschule repräsentiert sind, ist es ein wesentliches Anliegen den in dieser Weise diskreditierten Studierenden unsere große Betroffenheit und Solidarität auszudrücken! Zugleich treten wir ausdrücklich für den Nachteilsausgleich als ein gerechtes Verfahren für die Studierenden ein, die aufgrund von Elterntätigkeit, Behinderungen bzw. chronischen Erkrankungen sowie anderer Pflegeverantwortung im Studienverlauf immer wieder Benachteiligung erleben. Ebenso vertreten wir diesen Ausgleich als Unterstützung der Studierenden, die über ihr besonderes Engagement und Mitwirken im AStA/StuPa und im Fachbereichsrat das Hochschulleben mitgestalten und Studierendeninteressen vertreten. In diesem Sinne wurde das Vorwahlrecht für das Online-Wahlverfahren durch den Fachbereichsrat am 28.04.2017 für unsere Abteilung verstetigt.

Es ist uns bewusst, dass auch unsere Hochschule für Soziale Arbeit kein widerspruchsfreier Raum ist und dass Diskriminierungen und Abwertungen ebenso hier stattfinden. Insofern positionieren wir uns hiermit ausdrücklich gegen alle Formen von Diskriminierung und Abwertung, wie Sexismus, Ableism, Rassismus und Klassismus! Zugleich möchten wir Studierende, Dozent*innen und Mitarbeiter*innen ermutigen, gegen jede Form von Diskriminierung Stellung zu beziehen!
Mit dieser Erklärung möchten wir einen nachhaltigen Prozess selbstreflexiver Bewusstseinsbildung anstoßen, der auf die Wahrung der Integrität aller Studierenden, Dozent*innen und Mitarbeiter*innen zielt."

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Ansprechpartnerinnen für vertrauliche Beratung und Unterstützung:

Prof.'in Dr. Marion Gerards, Gleichstellungsbeauftragte
m.gerards(at)katho-nrw.de

Susanne Bücken, M. A., Inklusionsbeauftragte
s.buecken(at)katho-nrw.de

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