Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Aachens Hochschule für Soziale Arbeit. 100 Jahre Tradition – Reflexion – Innovation

Fachtagung zum hundertjährigen Jubiläum der Ausbildungsstätte für Soziale Arbeit in Aachen – heute Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen – und das Kick-Off des Innovation-Lab Aachen

29. November 2018, 09:30 - 17:30 Uhr

 

Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

 

Mit der 1916 von Helene Weber als Soziale Frauenschule in Köln gegründeten und 1918 nach Aachen umgezogenen Abteilung existiert seit 100 Jahren eine Ausbildungsstätte für Soziale Arbeit in Aachen. Im Jahr 1971 erfolgte gemeinsam mit den Abteilungen Köln, Münster und Paderborn die Gründung der Katholischen Fachhochschule NW, die 2008 zur Katholischen Hochschule Nordrhein Westfalen wurde.

Anlässlich dieses 100jährigen Jubiläums findet am 29. November 2018 die Fachtagung Aachens Hochschule für Soziale Arbeit. 100 Jahre Tradition – Reflexion – Innovation statt. Neben dem Blick zurück auf hundert Jahre Berufsgeschichte der Sozialen Arbeit (in Aachen) soll ebenfalls der Blick in die Zukunft gerichtet werden.

Die Katholische Hochschule NRW hat gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe das Transfernetzwerk s_inn: Soziale Innovation ins Leben gerufen. Das Netzwerk und dessen regionale Schnittstelle, das Innovation Lab an der Abteilung Aachen, verfolgen das Ziel, soziale Innovationen durch forschungsbasierten Transfer im Zusammenwirken von Hochschule und Gesellschaft zu fördern. Die Fachtagung ist der Kick-Off dieses Innovation Lab der Abteilung Aachen.

Unter Transfer wird zum einen die Nutzbarmachung von Lehr- und Forschungsinhalten in Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik sowie die Unterstützung entsprechender Veränderungsprozesse und zum anderen die systematische Erhebung jener gesellschaftlichen Fragen und  Problemstellungen, die bei der Anwendung und Umsetzung sozialer Erkenntnisse entstehen, verstanden. Transfer stellt damit neben Lehre und Forschung die dritte Säule des Hochschulsystems dar.

 

Anmeldung

Nutzen Sie zur Anmeldung bitte nur das Anmeldeformular, das Sie unter dem folgenden Link auf der Website der KatHO finden:

Zur Onlineanmeldung.


Geben Sie bei der Anmeldung bitte Ihren Erst-/ Zweit- und Drittwunsch für die Praxisdialoge am Vormittag an (Sie können einen Praxisdialog besuchen).

Bitte geben Sie ebenfalls an, ob Sie ein Busticket für den Transfer zur KatHO benötigten.

Nach Ablauf der Anmeldefrist teilen wir Ihnen mit, an welchem Praxisdialog Sie teilnehmen können.

Die Anmeldefrist ist Freitag, der 16. November 2018 um 12:00 Uhr.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.

 

Hinweise

Während der Tagung wird ein kostenfreies Mittagessen (vegetarisch/ vegan) angeboten.
Der Transfer von den Praxiseinrichtungen (vormittags) zur Katholischen Hochschule (nachmittags) ist von den Teilnehmenden selbst zu organisieren. Sie erhalten von uns Informationen zu möglichen ÖPNV-Verbindungen sowie bei Bedarf ein Busticket.

 

Kontakt

Wenden Sie sich bei Fragen an Tobias B. Tillmann (0241 60003 8083 / t.tillmann(at)katho-nrw.de) oder Julia Breuer-Nyhsen (0241 60003 120 / j.breuer-nyhsen@katho-nrw.de). Zur Anmeldung nutzen Sie bitte das beschriebene Verfahren.

 

Ablauf

09:30 Uhr: Anmeldung in den Praxiseinrichtungen
10:00-12:00 Uhr: Hochschule in der Praxis: Dialoge in Aachener Praxis- und Transfereinrichtungen
12:00-12:30 Uhr: Transfer zur KatHO Aachen
12:30-13:30 Uhr: Mittagessen
13:30-14:45 Uhr: Keynote: Soziale Arbeit als Profession?! Entwicklungslinien, Positionen und Herausforderungen im Professionsdiskurs
(Prof.‘in Dr. Verena Klomann)
15:00-16:00 Uhr: Praxis in der Hochschule: Diskussionsrunden an Kaffeetischen
16:00-17:00 Uhr: „Bettina Zimmermann“ Eine theatrale Darbietung von Kathrin Iten, Mitglied des Theaterensembles „DAS.VENTIL“
17:00 Uhr: Empfang zur Eröffnung des Innovation Lab

  

 

Dialoge in Aachener Praxis- und Transfereinrichtungen

 

Soziale Arbeit bei öffentlichen Trägern sozialer Dienstleistungen: Von der bürokratischen Verwaltung zur Professionalisierung Sozialer Arbeit

Verena Klomann / Barbara Schermaier-Stöckl in Kooperation mit  Vertreter*innen aus der Praxis der Sozialen Arbeit aus den Feldern der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitsamtes, der Straffälligenhilfe

Veranstaltungsort: Fachbereich Kinder, Jugend, Schule der Stadt Aachen (Mozartstraße 2-10, 52064 Aachen), großer Sitzungssaal

Soziale Arbeit als soziale Dienstleistung erfolgt eingebettet in Organisationen. Diese gelten als konstitutiv zur Erbringung sozialstaatlicher Funktionen und gewährleisten eine einzigartige Form der Erwartbarkeit von Hilfe. Zudem stellen sie eine zentrale Einflussgröße für die professionelle soziale Dienstleistungserbringung dar. Hierbei lassen sich sogenannte öffentliche und freie Träger unterscheiden. Im Rahmen dieses Praxisdialogs liegt der Fokus auf der Entwicklung der Sozialen Arbeit in den vergangenen 100 Jahren innerhalb der öffentlichen Träger. Verschiedene Inputs diskutieren die Entwicklung der Sozialen Arbeit  innerhalb einer stark bürokratisch geprägten Verwaltungsorganisation hin zu einer professionellen Dienstleistungsorganisation und greifen gegenwärtige Herausforderungen und Spannungsfelder auf.

 

Frauenhandel und Zwangsprostitution als Herausforderungen für die Soziale Arbeit

Norbert Frieters-Reermann, Katharina Potthoff in Kooperation mit dem Bistum Aachen, vertreten durch Anke Reermann und Solwodi, vertreten durch Roshan Heiler

Veranstaltungsort: Generalvikariat des Bistums Aachen (Klosterplatz 7, 52062 Aachen)

Die US-amerikanische Feministin und Soziologin Jane Addams (1860 bis 1935) gilt als eine der Pionierinnen der Sozialen Arbeit. In einer ihrer Schriften verglich sie 1912  den international organisierten Frauenhandel mit den Strukturen des transatlantischen Sklavenhandels. Sie sprach von weißen Sklavinnen, die Opfer dieses Ausbeutungssystems waren. Gegenwärtig leben knapp 30 Millionen Menschen, vielen von Ihnen Frauen, in sklavenähnlichen Verhältnissen obwohl die Sklaverei offiziell als abgeschafft gilt. In der Aachener Antoniusstraße wird diese traurige Realität tagtäglich erfahrbar. Seit mehreren Jahren arbeitet die NGO Solwodi in der Antoniusstrasse mit Opfern von Frauenhandel und Zwangsprostitution und schließt damit an die alten über 100 Jahre alten Forderungen von Jane Addams an.

Im Rahmen des Praxisdialoges werden aus verschiedenen Perspektiven Ursachen für Menschenhandel und Zwangsprostitution sowie darauf bezogene Handlungsoptionen der Sozialen Arbeit vorgestellt. Neben Kurzinputs aus Wissenschaft und Praxis bleibt genügend Raum für Reflexion und Austausch.

 

Soziale Arbeit in Einrichtungen der freien Kinder- und Jugendhilfe: Vom Gehorsam zur Demokratisierung

Silvia Hamacher in Kooperation mit dem Zentrum für Soziale Arbeit Burtscheid, vertreten durch Burkhard Büttgen und Günter Kriescher

Veranstaltungsort: Zentrum für Soziale Arbeit (Branderhofer Weg 14, 52066 Aachen)

Die Entwicklung des evangelischen Frauenvereins aus der Suppenküche, einer Näh-, Strick- und Verwahrschule hin zu einer modernen Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in der Stadt Aachen zeigt exemplarisch die Entwicklung der Heimerziehung zu einer partizipativ, dialogorientierten Beteiligtenkooperation in der stationären Erziehungshilfe.

Die Perspektiven, Veränderungen einer demokratisierten stationären Erziehungshilfe und die sich hieraus ergebenden Aufgaben und Herausforderungen für die Jugendhilfe, werden wir kritisch beleuchten. So gehen wir z.B. der Frage nach: Ist da, wo überall Partizipation draufsteht , auch Partizipation drin?

 

Soziale Arbeit von, für und mit Frauen:
Von der Mütterlichkeit zu einem selbstbestimmten gewaltfreien Leben

Marianne Genenger-Stricker in Kooperation mit dem Sozialdienst Katholischer Frauen und RückHalt e.V. - Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen

Veranstaltungsorte: Der Praxisdialog beginnt beim SkF Aachen (Wilhelmstraße 22, 52070 Aachen) und führt von dort aus zu Rückhalt e.V. (Franzstraße 107, 52064 Aachen).

Die Geschichte der Sozialen Arbeit ist immer eine Geschichte von, für und mit Frauen gewesen. Wir wollen der engen Verknüpfung von Geschlecht und Profession nachspüren und verfolgen, wie sich – angefangen mit dem Diskurs zur „geistigen Mütterlichkeit“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zur neueren Genderdebatte – der gesellschaftliche Kontext in den Perspektiven, Zielsetzungen und Schwerpunkten der Praxis widerspiegelt.

 

Soziale Arbeit in der Eingliederungshilfe
– Hilfen für Menschen mit Behinderung

Wolfgang Domma in Kooperation mit der Alexianer Aachen GmbH, vertreten durch Birgit Nievelstein

Veranstaltungsort: Alexianer Krankenhaus Aachen
(Alexianergraben 33, 52062 Aachen), Raum Kloster, 1. OG

In Folge der UN-Behindertenrechtskonvention und dem daraus resultierenden Bundesteilhabegesetz ist die Soziale Arbeit in der Eingliederungshilfe, insbesondere im Bereich der jetzigen stationären Wohnformen, vor neue massive Herausforderungen gestellt. Auch der Teilhabebereich Beschäftigung bedarf neuer konzeptioneller Überlegungen.
Ausgehend von der Psychiatrie-Enquête und mit einem Blick zurück auf mehr als 25 Jahre Erfahrungen in diesem Arbeitsfeld freuen wir uns auf einen Austausch mit Sozialarbeiter*innen der Alexianer Aachen GmbH und den Tagungsgästen zur zentralen Frage, welche Kompetenzen Soziale Arbeit in diesem Bereich benötigt und welche Erwartungen sich daraus an das Studium der Sozialen Arbeit ergeben.

Im Gespräch wird auch auf die historischen Dimensionen der klinischen Sozialen Arbeit in der (Sozial-) Psychiatrie Bezug genommen – inklusive der Positionen der Disability Studies, die als aktuelle theoretische Bezugsgröße Sozialer Arbeit mit Menschen mit Behinderung zunehmend an Bedeutung gewinnen.

 

„Hilfe unter Protest“ - Zum politischen Auftrag Sozialer Arbeit

Andreas Reiners in Kooperation mit dem Regionalen Caritasverband, vertreten durch Wolfgang Offermann

Veranstaltungsort: Caritasverband Aachen für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land e.V. (Hermannstraße 14, 52062 Aachen)

Die Gesellschaft driftet auseinander. Sozialer Arbeit und freier Wohlfahrtspflege fehlt es nicht an entsprechenden Erfahrungen: Wir sehen, dass die Distanz zwischen chancenreichen und chancenarmen Kindern immer größer wird, ... sehen riesige Probleme bei der Ungleichheit im Gesundheitswesen, ... sehen zunehmend extrem unterschiedliche Wohnverhältnisse, ... mit dem Mindestlohn wurde zwar nach unten eine Grenze eingezogen, aber die hohen Löhne explodieren, ebenso wie Boni-Zahlungen. Und wir sehen, dass die Leute mit niedrigem Bildungsstand und niedrigem Einkommen keine Aussicht mehr darauf haben, aus ihrer Lage herauszukommen: Die Gesellschaft driftet auseinander.

Aber wie geht die Profession damit um? Vor gut hundert Jahren diente die Entstehung der Sozialen Arbeit und der freien Wohlfahrtspflege der Bündelung von Ressourcen, um die Quantität wie Qualität individueller Hilfe zu steigern und um politisch Einfluss zu nehmen, damit sich Strukturen der Hilfeleistung wie die Lebensbedingungen der Klientinnen und Klienten verbessern.

Welchen Einfluss können Soziale Arbeit und freie Wohlfahrtspflege heute auf Politik und Gesellschaft nehmen? Wie kann eine Zusammenarbeit von Sozialer Arbeit und Politik gelingen? Was sagt die Haltung von Studierenden der Sozialen Arbeit über die Schlagkraft Sozialer Arbeit?

 

Soziale Arbeit in Altenhilfe und Hospizarbeit:
Von der Versorgung zur Palliative Care

Manfred Borutta, Rainer Krockauer in Kooperation mit dem SkM Seniorenzentrum „Heilig Geist“, vertreten durch Torsten Nyhsen, Bernd Bremen und Frank Denhard

Veranstaltungsort: SkM Seniorenzentrum Heilig Geist
(Heinrichsallee 56, 52062 Aachen)

Unsere Gesellschaft verändert sich dramatisch. Alterung, Pflegebedürftigkeit und Singularisierung der Gesellschaft sind wesentliche Parameter des demografischen Wandels. Welche Herausforderungen stellen sich diesbezüglich für die Soziale Arbeit auf der Ebene der Fallorientierung und in der Systemsteuerung (in Institutionen und Netzwerken)? Und welchen Beitrag kann die Soziale Arbeit in den Feldern der Altenhilfe und Palliativ Care aus einer inter- und transprofessionalen Perspektive leisten?

 

Soziale Arbeit im Kontext von Flucht und Migration:
Von der nationalistischen Flüchtlingsfürsorge zur rassismuskritischen und machtreflexiven Profession

Petra Ganß in Kooperation mit dem Projekt Aachener Hände des SkM, vertreten durch Asaph-John Mukiibi und Patrizia Pötter

Veranstaltungsort: SkM – Katholischer Verein für Soziale Dienste in Aachen e.V. (Heinrichsallee 56, 52062 Aachen)

Die Themen Flucht und Migration sind historisch und gegenwärtig eng verknüpft mit professioneller Sozialer Arbeit. Diese Verknüpfungen lassen sich seit der Entstehung Sozialer Arbeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute skizzieren: Von der Flüchtlingsfürsorge über die „Ausländerpädagogik“ und „Interkulturelle Pädagogik“ bis hin zu gegenwärtigen kritisch-reflexiven Perspektiven der Sozialen Arbeit. Vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung und angesichts der gegenwärtigen Spannungsfelder, in denen sich die Soziale Arbeit im Kontext von Flucht und Migration bewegt, soll im Rahmen des Praxisdialogs diskutiert werden, wie rassimuskritische und machtreflexive Perspektiven im professionellen Handeln verwirklicht werden können und welche Herausforderungen sich vor allem in der Begleitung des ehrenamtlichen Engagements ergeben.

 

Widersprüche und Verstrickungen - Die soziale Frauenschule und Frauenschule für Volkspflege in Aachen zwischen 1918 und 1945: Rassismuskritische Positionen zu aktuellen Herausforderungen der Sozialen Arbeit

Susanne Bücken und Tim Ernst

Veranstaltungsort: Katholische Hochschule NRW in Aachen (Robert-Schuman-Straße 25, 52066 Aachen), Raum 10

Mit der Aktion „1933–1945: VERGESSEN?!“ startete der AStA der Abteilung Aachen im Jubiläumsjahr der Hochschule eine Aufarbeitung der Zeit während des Nationalsozialismus an der eigenen Hochschule. Das Ziel war es, an Menschen, welche der Sozialen Frauenschule Aachen angehörten und unter dem NS-Regime gelitten haben, zu erinnern – und gleichzeitig aufzuzeigen, dass die ‚Gleichschaltung‘ der Sozialen Frauenschule Aachen zur Frauenschule für Volkspflege in den Köpfen einiger zentraler Akteur*innen schon weit vor 1933 stattgefunden hatte.

Der Beitrag „Katholische Frauenbewegung und deutsches Volkstum – Die Soziale Frauenschule Aachen in ambivalenten Verhältnissen zum Nationalsozialismus“ im Jubiläumsband untersucht antidemokratische und eugenische Einstellungen und Haltungen der sozialen Frauenschule Aachen und ihrer Protagonistinnen zwischen 1918 und 1941. Ein Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf dominanten Vorstellungen von Deutschsein und der eigenen Involviertheit in nationalistische, antisemitische und rassistische Diskurse und Praxen.

Mit unseren Erkenntnissen möchten wir erinnern und sichtbar machen. Zugleich fragen wir nach Konsequenzen für die gegenwärtige Soziale Arbeit in Ausbildung und Praxis. Wie verhält sich die Soziale Arbeit gegenüber Alltagsrassimus und Rechtspopulismus? Wie geht sie mit eigenen gesellschaftlichen Diagnosen von Normalität und Abweichung um? In diesem Spannungsverhältnis laden wir ein, über professionsethische Herausforderungen zu diskutieren.

 

 

Keynote: Soziale Arbeit als Profession?! Entwicklungslinien, Positionen und Herausforderungen im Professionsdiskurs (Prof.‘in Dr. Verena Klomann)

 

Soziale Arbeit hat sich im vergangenen Jahrhundert vom Mütterlichkeitskonzept zur hochspezialisierten sozialen Dienstleistungsprofession entwickelt und als Solche etabliert. Ihre Zuständigkeiten sind expandiert, die zentralen Handlungsfelder haben sich ausgeweitet und ausdifferenziert und die Organisationen der Sozialen Arbeit sind größer und vielfältiger geworden.

Soziale Arbeit, die in ihren Anfängen eher an den Rändern der Gesellschaft platziert war, hat sich damit zu einem komplexen Leistungsangebot ausdifferenziert, das alle Menschen in der Gesellschaft adressieren kann und zu einem unverzichtbaren gesellschaftlichen Teilsystem geworden ist.

Obgleich sowohl die Expansion als auch die gesellschaftliche Bedeutung der Sozialen Arbeit unbestritten sind, sie seit 2001 durch die Hochschulrektorenkonferenz und die Kultusministerkonferenz als eigenständige Fachwissenschaft anerkannt ist und auch die internationale Definition der Sozialen Arbeit diese als praxisorientierte Profession und wissenschaftliche Disziplin einordnet, stellen sich wiederkehrend Fragen danach, ob Soziale Arbeit eine Profession ist oder nicht.

Hieran anknüpfend werden die zentralen Entwicklungslinien und Positionen des Professionsdiskurses diskutiert und gegenwärtige Herausforderungen aufgezeigt.

 

 

Diskussionrunden

 

In den folgenden Diskussionsrunden werden im Anschluss an die Keynote Fragen der Professionsentwicklung und aktuelle Herausforderungen der Sozialen Arbeit vertieft.

 

Forschung: Prof. Dr. Martin Spetsmann-Kunkel

Transfer: Prof.'in Dr. Liane Schirra-Weirich, Julia Breuer-Nyhsen (Innovation Lab, Abteilung Aachen)

Ausbildung: Prof.‘in Dr. Petra Ganß, Studierende der KatHO Aachen

Selbstreflexive Positionierung: Prof.‘in Dr. Silvia Hamacher, Studierende der KatHO Aachen

Politik und Soziale Arbeit: Prof. Dr. Andreas Reiners, Wolfgang Offermann (Regionaler Caritasverband Aachen)

Berufspolitik und gewerkschaftliche Vertretung: Ann-Kathrin Steibert (DGB Aachen), AK Verdi des AStA/ StuPa

Arbeitsmarkt und Wohlfahrtsverbände: Özgür Kalkan (AWO Aachen)

Digitalisierung: Manfred Körber (Nell-Breuning-Haus / Bistum Aachen)

Kirche in der Gesellschaft (geändert): Norbert Wichard (Bistum Aachen)

 

 

"Bettina Zimmermann" Eine theatrale Darbietung von Kathrin Zimmermann

 

Der Alltag von Sozialarbeiter*innen ist geprägt durch Dossiers, Zeitdruck und Integrationsauflagen. Wissenschaftlich fundiert, kritisch und unterhaltsam präsentiert, vermittelt Bettina Zimmermann dem Publikum ihre Kompetenzen: von der Transkultur über Asylanträge hin zum ABC der Ausländerausweise, Integrationsbeispielen, Einbürgerungen und selbstverständlich auch der Sanktionierung von Sozialhilfeempfänger*innen. Zum Zuge kommen aber auch Originalzitate aus der schweizerischen Integrationsindustrie bzw. Behörden: „Wenn es nicht geht, dann müssen sie mir halt beweisen, dass es nicht geht“.

Broschüren wie „Hallo Nachbar“, „Willkommen in der Schweiz“ oder „Grüezi Eritrea“ erweisen sich als höchst lesenswerte und reichhaltige Inspirationsquelle. Hier erfahren die Leser*innen nicht nur, welche Höflichkeitsregeln in der Schweiz gelten oder wie wichtig Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind, sondern auch die wesentlichen Punkte der Hausordnung. Da bleibt nur noch eines zu sagen: Herzlich willkommen in der Schweiz!

Kathrin Iten, geb. 1981, Schauspielerin, Autorin, Sozialarbeiterin, Mitglied des Theaterensembles „DAS.VENTIL“ aus der Schweiz.

 

 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2019