Die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit mit und für Kinder, Jugendliche, Familien, kranke, arme, behinderte und anders benachteiligte oder diskriminierte Menschen haben ein gemeinsames Ziel: die Sorge der Sozialen Arbeit um die gleiche Würde, um die Freiheit, das Selbstbestimmungsrecht und um die soziale Gerechtigkeit im Gemeinwesen, damit verfassungsrechtlich anerkannte Freiheitsräume auch tatsächlich gestaltet und ausgefüllt werden können.
Armut, Ausgrenzung, mangelnde Integration, Arbeitslosigkeit, familiäre Problemlagen, Verwerfungen im Erziehungsprozess oder auch Bildungsdefizite gefährden diese Handlungsfreiheit und die Willensfreiheit des Menschen, äußerlich wie innerlich, individuell wie sozial. Das Handlungssystem der Sozialen Arbeit gibt Antworten auf diese Gefährdungen, entwickelt und realisiert Fortschritte und Lösungen: sie rückt die Person und ihre Handlungsräume ins Zentrum. Ziel der Sozialen Arbeit ist die Realisierung sozialer Gerechtigkeit im Sinne der Chancen und Partizipationsgerechtigkeit für ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben.
Die spezifische Kompetenz, auf eigene Urteilskraft zurückgreifen zu können, benötigt parallel zur theoretisch-wissenschaftlich fundierten Bildung im Studium die Praxis, durch die der Erfahrungsbezug im Lehr- / Lern-Prozess wachsen kann. Erfahrung und Persönlichkeit des Handelnden sind grundlegende Bedingung für den Erfolg Sozialer Arbeit. Die Wissenschaft Soziale Arbeit untersucht und bearbeitet wissenschaftlich, was in der Praxis geschieht, wie dort gehandelt wird und wie dort gehandelt werden sollte und könnte. Wissenschaftliches Wissen ist Reflexionsmedium der Profession. Die Praxis der Profession ist der Bewährungsfall. Referenzpunkt der Wissenschaft ist die Wahrheit, Referenzpunkt der Profession ist die Wirksamkeit.
Die Kompetenzen zur Ausübung der Profession Soziale Arbeit lassen sich analytisch unterscheiden in den Dimensionen des Wissens, des Könnens, der Haltung. Soziale Arbeit bedarf einer besonderen Urteilskraft, erworbene Erkenntnisse praktisch angemessen und erfolgreich einzusetzen.
Diese Urteilskraft gilt es auf den Ebenen von Wissen, Können und Haltung auszubilden. Diese (im Studium zu erwerbenden) Kompetenzen beziehen sich auf drei Perspektiven: Klienten, Organisationen, Gemeinwesen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums der Sozialen Arbeit werden die Absolventen und Absolventinnen
Das Studium der Sozialen Arbeit an der KatHO-NRW ist so angelegt, dass Schlüsselkompetenzen erworben und vertieft werden, wie beispielsweise
Die Inhalte des Studiums der Sozialen Arbeit lassen sich in fünf thematische Bereiche gliedern:
Der erste Inhaltsbereich widmet sich zum Beginn des Studiums den Methoden des wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens (Modul 1). Parallel steht im Modul 2 der Theorie- Praxis-Bezug im Rahmen des ersten Studienprojekts im Mittelpunkt. Im weiteren Verlauf des Studiums geht es in den Modulen 3 und 4 um die Vertiefung theorie- bzw. forschungsbezogener Studienschwerpunkte. Die Bachelor-Thesis (Modul 5) beschließt den Inhaltsbereich. Nach Abschluss des Studiums besteht darüber hinaus das Angebot zur wissenschaftlichen und professionsbezogenen Begleitung der Berufseinstiegsphase.
Schwerpunkt dieses zweiten Inhaltsbereiches (Module 6-11) ist die Soziale Arbeit als Wissenschaft und Profession. Nach der Einführungsphase eröffnet dieser Inhaltsbereich historische und systematische Zugänge zur Wissenschaft Sozialer Arbeit, erschließt Grundlagen konzeptionellen Handelns sowie Konzepte professioneller Intervention und Organisation. Schließlich werden im Modul zu Theorien Sozialer Arbeit aktuelle Diskurse der Disziplin und Profession thematisiert. Die Studierenden erwerben u. a. die Kompetenz, soziale Kohäsion sichern bzw. schaffen zu können, effektiv an Ressourcen von Zielgruppen orientiert arbeiten zu können, Soziale Dienste organisieren und managen zu können sowie ihr professionelles Handeln und das disziplinäre Wissen reflektieren bzw. weiter entwickeln zu können.
Dieser dritte Inhaltsbereich widmet sich den gesellschaftlichen Kontexten der Sozialen Arbeit, d.h. den Fragen unter welchen ökonomischen, politischen, rechtlichen, kulturellen und sozialen Bedingungen die Lebensumstände von Menschen für die Soziale Arbeit relevant werden und mit welchen Zielen sie ihre Interventionen unter bestimmten Umständen begründet.
Neben den notwendigen Rechtskenntnissen und der Fähigkeit, in entsprechenden Verfahren zielführend zu handeln (Modul 12), um beispielsweise für Interessenwahrnehmung und - ausgleich zu sorgen, widmet sich das Modul 13 den Lebensbedingungen und sozialen Beziehungen der Menschen in der Gesellschaft, insbesondere den für die Soziale Arbeit relevanten Lebenslagen und Lebensformen. Hier erwerben die Studierenden die Kompetenz Lebensumstände in ihrer jeweiligen Eigenart zu verstehen und sie als Grundlage für die Gestaltung von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen im Kontext des professionellen Handlungsrahmens der Sozialen Arbeit zu nutzen. Weiterhin sollen zentrale Faktoren politischer und sozialökonomischer Prozesse hinsichtlich ihrer Folgen für die konkreten Lebensumstände von Menschen erkannt und in die eigene Arbeit integriert werden können, um entsprechende Wege zur politischen Partizipation zu eröffnen (Modul 14). Schließlich soll auch die Fähigkeit, professionelle Soziale Arbeit begründen zu können, im Rahmen der Auseinandersetzung mit ethischen Grundlagen des individuellen und sozialen Handelns sowie den Fragen sozialer Gerechtigkeit erworben werden (Modul 15).
Grundlagen menschlicher Existenz und Entwicklung
Hier werden Grundlagen der menschlichen Existenz und Entwicklung, Einheit wie Verschiedenheit des Menschen aus Sicht der Philosophie, der Theologie, der Pädagogik bzw. Kulturpädagogik, der Psychologie und Sozialmedizin vor dem Hintergrund der prinzipiellen Gefährdetheit des Gelingens menschlichen Lebens und seiner sozialen Organisationsformen thematisiert (Module 16-20).
Die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit (Module 21) sind in Form eines zweiten Studienprojekts konzipierte Wahl-Pflichtmodule. Hier geht es darum, in konkreten Praxisfeldern der Sozialen Arbeit zielgruppenspezifische Lebenslagen verstehen sowie angemessene Strategien für professionelle Hilfestellungen entwickeln und situationsorientiert umsetzen zu können. Darüber hinaus sollen die Studierenden auch dazu befähigt werden, das eigene Praxishandeln unter Bezugnahme auf die theoretischen Wissensbestände der Disziplin und das konzeptionelle Handlungswissens der Profession im Rahmen des Handlungssystems der Sozialen Arbeit reflektieren zu können.
Durch die Hochschule begleitete Praxiselemente in konkreten Tätigkeitsfeldern gewährleisten die Übung, (Selbst-)Erfahrung und Anwendung erworbener Handlungskompetenzen während des Studiums der Sozialen Arbeit und sind in der KatHO-NRW seit jeher Kernelemente der wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Qualifizierung künftiger Fachkräfte. Die Bedeutung der praxisbezogenen Projektphasen wird durch die Rückmeldungen der Absolventinnen, Absolventen, der Entscheidungsträger in der Praxis der Sozialen Arbeit sowie Evaluationen externer Gutachter immer wieder bestätigt.
Daher sind in das Studium zwei Projektphasen integriert
Das Studienprojekt 1 umfasst die begleitete Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer Projektarbeit. Ausgehend von einer aktuell relevanten Frage-/ Themenstellung zur Theorie und Praxis Sozialer Arbeit entwickeln und realisieren die Studierenden einen konkreten Projektauftrag entlang von zu erstellenden Projektarbeitsplänen. Schließlich dokumentieren und präsentieren sie die Ergebnisse dieses Studienprojektes 1.
Das Studienprojekt 2 umfasst die theorieorientierte und projektbegleitende Lehrveranstaltungen, Supervision und das Praxisprojekt. Das Praxisprojekt kann auch im Ausland stattfinden. In dieser Praxisphase werden Ansätze zu eigener Praxisforschung entwickelt, grundlegende Kompetenzen der konzeptionellen Planung und Umsetzung professioneller Maßnahmen und Interventionen exemplarisch erweitert sowie professionelle soziale Kompetenzen in den jeweiligen Handlungsfeldern erworben. Darüber hinaus wird auch das eigene Praxishandeln regelmäßig und systematisch reflektiert.
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