Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Prof’in Dr. Agnes Wuckelt verabschiedet (29.01.2015, Paderborn)

v.l.: Rektor Prof. Dr. Peter Berker, Kanzler Bernward Robrecht, Prof'in Dr. Agnes Wuckelt

Abschiedsvorlesung Prof'in Dr. Agnes Wuckelt

Prof'in Dr. Rita Burrichter (Universität Paderborn)

Studierende verabschieden sich von Prof'in Dr. Agnes Wuckelt

v.l. Dekanin Prof'in Dr. C. Koch, Prof'in Dr. A. Wuckelt

Im Wintersemester 1986/87 begann Agnes Wuckelt ihre Lehrtätigkeit im Fachbereich Theologie der damaligen KFH, heute KatHO NRW, Religionspädagogik – mit besonderer Berücksichtigung der Didaktik und Methodik des Religionsunterrichts. Mit Ende des Wintersemesters geht sie nun in den Ruhestand. Im Rahmen einer akademischen Feier dankten ihr Dekanin Prof’in Koch für den Fachbereich Theologie und Rektor Prof. Berker und Kanzler Robrecht für die Hochschulleitung für ihren Einsatz und ihr Engagement für die und in der KatHO. 

Prof’in Wuckelt war unter anderem Dekanin im Fachbereich Theologie von Wintersemester 1999/2000 bis Sommersemester 2011 und Gleichstellungsbeauftragte der KatHO von 2013-2015. Bestens vernetzt war sie in ihrer wissenschaftlichen Community. So war sie lange Jahre im Bundesvorstand des Deutschen Katechetenvereins (DKV), gehört seit 2001 dem Vorstand des DKV Diözesanverbands Paderborn an und ist zurzeit dessen Vorsitzende. Des Weiteren war sie 14 Jahre Mitglied im Beirat der religionspädagogischen Fachzeitschrift Katechetische Blätter und engagiert sich bis heute im Forum für Heil- und Religionspädagogik.

Ihre Mitarbeit im Vorstand der Sozialpsychiatrischen Initiative Paderborn e.V. seit 2003 und als Vorsitzende des Aufsichtsrates seit Herbst 2013 zeigt, dass sie auch lokal gut vernetzt ist. 

Im Rahmen ihrer Abschiedsvorlesung referierte Prof’in Wuckelt zunächst den „state oft the art“ der Religionspädagogik, bevor sie den zahlreichen Zuhörenden Einblick in ihren persönlichen Ansatz von Religionspädagogik gewährte. Ihre Abschieds- wie ihre Antrittsvorlesung, die vor 28 Jahren statt fand, trägt die Überschrift: „Den Menschen groß machen“. „Meine bevorzugte Basis“, so Agnes Wuckelt, ist die immer wieder neu zu stellende Frage nach dem Menschen und die unhintergehbare Aufgabe, ihn / sie groß werden zu lassen.“ Theologisch sehe sie sich dabei bei Karl Rahner beheimatet, der schreibt, dass, „wenn Gott selbst Mensch ist und es in Ewigkeit bleibt, wenn alle Theologie darum in Ewigkeit Anthropologie bleibt“, es dem Menschen verwehrt sei, „gering von sich zu denken, da er dann ja gering von Gott dächte“. Den eigenen Ansatz beschreibt sie daran anschließend mit Verweis auf 1 Petr 3,15: „Gerade auf diesem Hintergrund ist es m.E. für diejenigen, die Religionspädagogik betreiben, sei es in Lehre und Forschung oder in der Praxis vor Ort, erforderlich, einen Standpunkt zu beziehen: sie sollten sagen können, wo sie sich selbst religiös verorten, woraus sie leben, was es für sie bedeutet, zu lehren und mit welcher Zielsetzung sie dies tun. – Etwa im Sinne von 1 Petr 3,15: ‚Seid stets bereit, allen Antwort zu stehen, die nach der Hoffnung fragen, die euch erfüllt.’“ – Dieser Grundsatz könne als religionspädagogische Charta bezeichnet werden – vor allem dann, wenn der Nachsatz dieser Aufforderung ebenfalls berücksichtigt werde: „‚Antwortet bescheiden und ehrfürchtig’ (V. 16). Es gilt, sowohl in der Sache als auch im Blick auf die Adressatinnen und Adressaten verantwortlich zu handeln: ehrfürchtig vor Gott und bescheiden gegenüber den Menschen.“

 Prof’in Dr. Rita Burrichter, Fachkollegin von der Universität Paderborn und Schriftleiterin der Katechetischen Blätter, unternahm in ihrer Festrede den Versuch, das Werk von Agnes Wuckelt einzuordnen. Sie verweis dabei auf ihr Forschungsprojekt „Religionspädagogik im Elementarbereich“, wo es Agnes Wuckelt besonders darauf ankäme, ganz im Sinne ihrer Grundhaltung, „Den Menschen groß machen“, die Perspektive der Kinder zur Geltung zu bringen. Kinder also „in ihrer Eigenart zu wertschätzen“ und ihren Zugang zu Religion „als eigenständige Konstruktion religiöser Deutung“ zu verstehen und sich „von dort her etwas sagen zu lassen zur religionspädagogischen Arbeit in der KiTa; sich etwas sagen zu lassen also von denen, die drei Jahre alt sind oder noch jünger.“ Bei ihrer Kollegin nehme sie eine besondere Sensibilität wahr, anderen etwas zuzutrauen und sie sichtbar zu machen, etwa in der Hartnäckigkeit, mit der sie Genderfragen thematisiere oder jüdische Beiträge zur biblischen Tradition explizit berücksichtigt wissen wolle.

Kreativ und gekonnt verabschiedeten die Studierenden Agnes Wuckelt, indem sie auf selbstironische Weise versuchten, den Jüngern auf dem Gang nach Emmaus mit religionspädagogischen Methoden auf die Sprünge zu helfen.

In bewährter Art begleitet die Studentenband „Los Kollegos“ die Feier, die nach gut zwei Stunden mit Wein und Fingerfood fortgesetzt wurde.

  

Redaktion: 
Prof. Dr. Hans Hobelsberger

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Prof. Dr. Hans Hobelsberger
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E-Mail: h.hobelsberger@katho-nrw.de

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