
Mit ihren Koffern kommen "Die Fremden" in ein anderes Land, wo sie auf eine andere Kultur treffen.

Das Deutschland "Der Fremden" ist zunächst „draußen vor der Tür“. Das Ensemble erzählt von den Problemen, in dem neuen Leben Fuß zu fassen und einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Mit Ausnahme der Regisseurin Regina Nölke und des blinden Schauspielers Johannes Willenberg kommen alle Mitglieder des Ensembles aus anderen Ländern.
Dortmunder Migranten-Ensemble gastierte mit „Draußen vor der Tür“
Deutsche Dichtung, inszeniert von Menschen aus anderen Kulturen – das erlebten die Besucher der Theateraufführung am Donnerstag in der Katholischen Hochschule, Abteilung Münster. Das Dortmunder Migranten-Ensemble „Die Fremden“ war mit seiner Produktion „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert zu Gast.
Entstanden ist die Idee einer Theatergruppe im Rahmen eines Sprecherziehungs-Unterrichts, den Leiterin Regina Nölke für Asylbewerber gab. „Wir haben häufig mit Gedichten gearbeitet, die haben einen guten Rhythmus. Das ist eine gute Methode, sich mit der deutschen Sprache zu beschäftigen“, erläutert Regina Nölke.
Eine Annäherung an Borchert mit Sensibilität und Witz
Seit 2006 arbeitet das Migranten-Ensemble zusammen, um deutsche Dichtung zu inszenieren. Nach „Euer Schiller – Unser Schiller“ und einer Brecht’schen Text-Collage ist „Draußen vor der Tür“ die dritte Produktion der Theatergruppe. Mit Ausnahme der Regisseurin Regina Nölke und des blinden Schauspielers Johannes Willenberg, der die Rolle des „Gottes, den keiner mehr braucht“ spielt, kommen alle Mitglieder aus anderen Ländern. Keine schlechte Voraussetzung, um sich mit viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität, aber auch Witz der Thematik des Borchert’schen Bühnenspiels zu nähern.
Das Nachkriegsdrama wurde bearbeitet und auf die Lebenssituation der Darsteller bezogen. Es wurden zudem weitere Texte und Gedichte von Wolfgang Borchert hinzugefügt sowie Lieder aus der Entstehungszeit des Dramas und aus den Kulturen der Ensemblemitglieder.
Die Herausforderung annehmen, eine neue Welt zu erobern
„Die Fremden“ kommen mit ihren Koffern in ein anderes Land, in eine fremde Kultur. Sie erzählen von den Problemen in dem neuen Leben Fuß zu fassen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Mit nur fünf Schauspielern, die teilweise in verschiedene Rollen schlüpfen, erzählen sie „einen alltäglichen Film von einem, der nach Deutschland kommt.“ Ihr Deutschland ist zunächst „draußen vor der Tür“, so die Aussage.
Das Stück berichtet vom Scheitern, aber auch von der Herausforderung, eine neue Welt und das Leben zu erobern, denn: „Der Fremde ist nur so lange fremd, bis er alles kennt und gesehen hat.“ „Und das Leben wartet mit tausend Laternen und tausend offenen Türen.“ „Greif zu“ fordern die Schauspieler auf, nicht zu resignieren, sondern sich dem Leben zu stellen. Das Theater-Ensemble jedenfalls hat die Herausforderung angenommen.