Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Netzwerk für Unterstützte Kommunikation und Assistive Technologien gegründet - Prof. Dr. Barbara Ortland von der KatHO ist Gründungsmitglied (13.06.2013, Münster)

Prof. Dr. Barbara Ortland ist im Namen der KatHO Münster Mitglied des neu gegründeten Netzwerks für unterstützende Kommunikation.

Münster. Technisch sind viele Möglichkeiten vorhanden, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Oft fehlt die Kenntnis oder auch die Bereitschaft, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen. Vertreter zahlreicher Einrichtungen, von Kindertagesstätten über Schulen, bis hin zu Wohneinrichtungen, Logopädinnen und anderen an diesem Thema Beteiligte haben jetzt auf Einladung der Beratungsstelle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Marcel Feichtinger von der LWL-Regenbogenschule, Yvonne Wahlers und Marcus Hopp von der Stift Tilbeck GmbH sowie Henrike Lange vom Heinrich-Piepmeyer-Haus ein Netzwerk für Unterstützte Kommunikation (UK) und Assistive Technologien (AT) gegründet. Prof. Dr. Barbara Ortland von der Katholischen Hochschule (KathO) NRW, Abteilung Münster, machte dabei deutlich, wie wichtig der Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen und die Kooperation verschiedener Institutionen für die betroffenen Menschen sind. Mit einem gut funktionierenden Netzwerk könnten Hilfen genau angepasst werden. Ein Netzwerk fordere allerdings auch die Bereitschaft, sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen, mit Kollegen aus anderen Einrichtungen zu kooperieren und Wissen weiterzugeben. Dies ist bei zum Teil konkurrierenden Angeboten der Einrichtungen für die Beteiligten sicherlich eine Herausforderung. Primäre Netzwerke in Familie und Freundeskreis funktionierten oft recht gut. Doch wenn der Mensch mit Behinderungen vom Kindergarten in die Schule oder später in eine Werkstatt oder Wohneinrichtung wechsele, sei es für die Person wichtig auch auf andere umfassendere, so genannte tertiäre Netzwerke zurückgreifen zu können, damit diese Übergänge gut gelingen. Für Prof. Ortland ist das ein Feld, auf dem es noch viel Arbeit gibt. Gerade in Einrichtungen für Erwachsene mit Behinderung fehle oft Zeit. Es reiche nicht aus, dass das Personal glaube zu wissen, was der Bewohner brauche. Es sei wichtig, den Betroffenen die Möglichkeiten zu einer umfassenderen Kommunikation zu ermöglichen -  eben auch mit teils teuren technischen Hilfsmitteln. Und die Wünsche des Betroffenen dann auch zu respektieren, sei ein weiterer großer Schritt. Eindruckvoll war der Fachvortrag von Martin Almon, Co-Referent der Gesellschaft für unterstützte Kommunikation (isaac). Er ist seit seiner Geburt schwer mehrfachbehindert, kann nicht sprechen und auch seine Arme nicht bewegen. Heute hilft ihm ein Computer bei der Kommunikation, den er mit den Augen steuert. Er erzählte von seiner Kindheit, wie er vergeblich versucht habe, sich auszudrücken. „Früher habe ich mit den Augen gesprochen, mein direktes Umfeld hat mich verstanden.“ Später waren es ein Stirnstab und Symboltafeln, mit denen eine – zumindest eingeschränkte Kommunikation -  möglich war. Almon hat vor allem mit Hilfe seiner Familie und eigenem Engagement viel erreicht. Er kämpft aber dafür, das UK und AT selbstverständlicher werden und Kinder mit Behinderungen der Zugang dazu erleichtert wird. Rund 40 Einrichtungen und Einzelpersonen haben sich an der Gründung des Netzwerks beteiligt. Über die Seite des Vereins isaac (www.isaac-online.de) soll das neue Netzwerk zukünftig erreichbar sein. Darin finden sich auch Ansprechpartner, die als Experten zu unterschiedlichen Themen zur Verfügung stehen. Auch als Plattform für den Austausch zu speziellen Fragen soll die Datenbank dienen. Prof. Ortland bot an, seitens der KatHO auch für Evaluierungen und Forschungsprojekte z.B. unter Einbindung der Studierenden der Masterstudiengänge „Netzwerke in der Heilpädagogik und Sozialen Arbeit“ oder der Studieneingangsprojekte (SteP) der Heilpädagogik zur Verfügung zu stehen.

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