Nach sieben Wochen Studieneingangsphase haben die Studierenden der Sozialen Arbeit und der Heilpädagogik an der KFH ihre Projektergebnisse vorgestellt.
19.11.2007 - In 24 Gruppen entwickelten die Studentinnen und Studenten der Sozialen Arbeit praxisrelevante Projekte zum Oberthema „Armut in Münster“. Die Projekte der Studierenden der Heilpädagogik beschäftigten sich mit dem Thema „Lebensqualität“. Ziel dieses neuen hochschuldidaktischen Ansatzes gemäß der Bachelor-Studienordnung sei es, von Anfang an „die Fähigkeit zu selbstständigem und selbst gesteuerten Lernen zu fördern“, so Prodekanin Professorin Dr. Christiane Rohleder.
Den Auftakt des Hochschultages der Bachelorstudierenden der Sozialen Arbeit bildete ein Vortrag von Dr. Dieter Hoffmeister vom Institut für Soziologie der Uni Münster. Er stellte seine aktuelle Studie zur Armutssituation in Münster vor. Im Vergleich zu den achtziger Jahren sei die Situation zwar nicht besser geworden. „Aber die Existenz von Armut in Münster wird nicht mehr bestritten.“ Dabei hätten sich kritische Lebensereignisse als Auslöser für Armut im Vergleich zu früher in den Vordergrund geschoben. Lebenskrisen führten häufiger zur „Rutsche nach unten“. Daraus habe sich eine neue Gruppe der „dauerhaft Unintegrierbaren“, so die Meinung einiger befragter Experten, gebildet.
Die anschließenden Präsentationen zeigten vielfältige Facetten der „Armut in Münster“. Untersucht wurden zum Beispiel die Zusammenhänge von Armut und Bildung, Armut und Migration, Armut und Familie oder auch die Auswirkungen von Armut im Jugendalter. Im Rahmen der Projektarbeiten fand sowohl ein intensiver Austausch mit Expertinnen und Experten aus sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen in Münster statt als auch Befragungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu ihren Erfahrungen mit Armut.
So hat zum Beispiel eine Gruppe die Broschüre „Freizeitalaaarm“ entwickelt, eine Zusammenstellung kostenloser Freizeitangebote in Münster für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Es gebe zwar ausreichend Angebote in der Stadt, aber für die Kinder seien diese schwer herauszufinden, so das Fazit der Studierenden. Daher möchte die Gruppe der Stadt die Weiterverbreitung dieser Broschüre anbieten. Zum Projekt „Raus aus der Armut – Heimat finden in Maria Veen“ hatten sich 50 Bewohner des Wohnheims für obdachlose Männer in Reken von den Studierenden der KFH interviewen lassen. In Anwesenheit einiger Bewohner stellten die Studierenden ihre Ergebnisse vor.
Die Studierenden der Heilpädagogik folgten in ihren Projekten den Arbeitsaufträgen von Praxiseinrichtungen aus dem Kooperationsverbund der KFH, etwa einer Erhebung der Elterzufriedenheit in der Frühförderung, einer Tagesstrukturplanung für Menschen mit psychischer Erkrankung oder den Möglichkeiten der Umgebungsgestaltung für Menschen mit einer geistigen Behinderung und zusätzlicher Demenz. Ziel sei es, durch praxisrelevante Projekte „forschendes Lernen“ der Studierenden anzuregen, ihren eigenen Lernbedarf wahrzunehmen und den Lernprozess eigenständig zu gestalten, so Professorin Dr. Sabine Schäper.