Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Anregende Impulse trotz semesterfreier Zeit: Symposium „Ausbildung trifft Wissenschaft“ (23.03.2014, KatHO NRW)

Prof. Dr. Cornelia Kahl, Prof. Dr. Sabine Dörpinghaus, Barbara Freischütz, Martina Kruse, Beate Schröter (vordere Reihe v.r.n.l.) sowie Susanne Peters und Petra Kahlberg-Spix (hintere Reihe v.r.n.l.).

Impulsvortrag „Die Hebamme als Geburtsbegleiterin“ durch Schulleiterin Petra Kahlberg-Spix aus Bensberg.

Susanne Peters, Schulleiterin der Hebammenschule in Aachen, über die Hebamme als kundig Tätige.

Beate Schröter an, Institutsleitung des Bildungsinstitutes für Gesundheit in Bensberg, beschäftigte sich in ihrem Vortrag dem Thema Hebamme als Gesundheitsförderin.

Prof. Dr. Dörpinghaus (KatHO NRW) mit dem Vortragsthema "Die Hebamme als kundig Tätige eines selbsttätigen Geschehens".

Prof. Dr. Cornelia Kahl (KatHO NRW) setzte sich in ihrem Vortrag mit der Hebamme als Klinikerin auseinander.

Martina Kruse, Familinengesundheitshebamme und Systemische Beratung in Köln, referierte über die Hebamme als traumasensible Begleiterin.

Barbara Freischütz, Caritas Akademie in Köln, hielt einen Vortrag über die über Hebamme als Familienhebamme.

Die KatHO NRW hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Impulsgeber für das Gesundheitswesen entwickelt. Wie zum jährlichen Hochschultag kamen nun erstmals auch rund 80 Teilnehmerinnen aus dem Hebammenwesen an die KatHO NRW nach Köln, um das Pilotprojekt „Ausbildung trifft Wissenschaft“ mitzuerleben. Konzipiert wurde dieses Symposium von Hebammenschulen und der KatHO NRW, um eine gute Vernetzung zwischen werdenden und studierenden Hebammen zu erreichen. Ziel des Pilotprojektes ist es, den Auszubildenden sowie Hebammen aktuelle Themen aus den Hebammenschulen sowie aus Forschung und Wissenschaft, Vorlesungen und Bachelorarbeiten zu präsentieren und einen regen Austausch bzw. Begegnung zu ermöglichen. Bei der Auftaktveranstaltung stand in diesem Jahr das breite Tätigkeitsfeld von Hebammen im Fokus und die gelungene Zusammensetzung der Vorträge ließ zahlreiche Facetten des Hebammenwesens aufscheinen.

Die Teilnehmerinnen wurden von der Studiengangsleitung für Hebammenkunde, Prof. Dr. Sabine Dörpinghaus, und der Fortbildungsbeauftragten des Landesverband der Hebammen NRW, Frau Susanne Teuerle begrüßt. Anschließend hießen auch der Prorektor, Prof. Dr. Wolfgang Heffels sowie der Dekan des Gesundheitswesen, Prof. Dr. Guido Heuel die Teilnehmerinnen willkommen. Frau Teuerle stellte bereits eingangs in ihrem Grußwort fest, dass die Vorträge mit ihren aussichtsvollen Titeln für den heutigen Tag neue Impulse versprechen ließen. Auch der Prorektor hob in seinem Grußwort den bunten Strauß hervor, den die Teilnehmerinnen heute präsentiert bekommen würden.

Den ersten Impulsvortrag, mit dem Titel „Die Hebamme als Geburtsbegleiterin“, hielt die Schulleiterin Petra Kahlberg-Spix aus Bensberg. Sie spannte in ihrem Vortrag einen breiten Bogen und thematisierte die Unterscheidung zwischen Latenzphase und aktiver Eröffnungsperiode. In diesem Zusammenhang hob sie auch die Bedeutung von Ernährung hervor.

Nach einer anregenden Diskussion mit den Teilnehmerinnen referierte Susanne Peters, Schulleiterin der Hebammenschule in Aachen, über die Hebamme als kundig Tätige. Sie stellte die Kunde ins Verhältnis zum Kompetenzmodell und plädierte eindringlich für eine intensive und fundierte Aufklärung der Paare.

Hieran schloss sich der Vortrag von Beate Schröter an, Institutsleitung des Bildungsinstitutes für Gesundheit in Bensberg, die sich der Hebamme als Gesundheitsförderin widmete und das Tätigwerden einer Hebamme in der Gesundheitsberatung in den Kontext des salutogenetischen Modells setzte. Sie widmete sich insbesondere der Bedeutung von und dem Umgang mit Stress.

Die Zeit zwischen den Vorträgen wurde von den Lehrerinnen für Hebammenwesen, den Auszubildenden und den Vortragenden zu anregenden Diskussionen genutzt.

Vor der Pause wurde dann noch das aktuelle Thema: die Hebamme als Studentin und das Kölner Studiengangskonzept von Prof. Dr. Dörpinghaus vorgestellt. Sie hob insbesondere die Bedeutung des mehrdimensionalen Wissenschaftsansatzes hier in Köln hervor.

Nach der Pause referierte die Studiengangsleitung dann weiter und sprach über die Hebamme als kundige Begleiterin eines selbsttätigen Geschehens. Prof. Dr. Dörpinghaus verteidigte die Auffassung, dass die Tätigkeit einer Hebamme von der lebendigen Beziehungsgestaltung lebe und untermauerte ihre Aussagen mit Hilfe von anthropologischen und ontologischen Ausführungen in Abgrenzung zu einem derzeit häufig zu beobachtenden reduktionistischen Materialismus.

Im weiteren Verlauf wurde sogleich der mehrdimensionale Ansatz der Hochschule deutlich: Prof. Dr. Cornelia Kahl setzte sich mit der Hebamme als Klinikerin auseinander. Sie verdeutlichte anhand einer Studienübersicht die Bedeutung von evidenzbasierter Entscheidungsfindung in der Praxis.

Hieran schloss sich ein hochaktueller Vortrag von Martina Kruse an, die über die Hebamme als traumasensible Begleiterin referierte. Sie beschrieb im Zusammenhang von Unfällen, Erkrankungen, Verlust von nahen Angehörigen aber auch sexualisierter Gewalt und den transgenerationalen Auswirkungen von Gewalt die Relevanz von Traumen. Sie hob die Bedeutung von „Klarheit“ im Sinne von Eindeutigkeit für die traumatisierten Frauen hervor und ging auch auf das Tabuthema „traumatisierte Hebammen aufgrund von schwierigen Geburten“ ein.

Den Abschluss der Tagung bildete Frau Barbara Freischütz, die über die Hebamme als Familienhebamme referierte. Sie behandelte vorrangig die zusätzlich zur originären Hebammentätigkeit zu erwerbenden Kompetenzen und Kenntnisse, die im Rahmen einer Weiterbildung zur Familienhebamme im Fokus stehen.

Über die gelungene Veranstaltung freute sich Frau Prof. Dr. Sabine Dörpinghaus und resümierte: „Die Besonderheit der heutigen Auftaktveranstaltung war, dass gerade die Zusammensetzung der Referentinnen unterschiedliche Perspektiven auf das Hebammenwesen erlaubt habe und dadurch eine breite Ausrichtung der hebammenfachlichen Versorgung deutlich wurde beziehungsweise hierfür sensibilisiert wurde.“ Durch die Darstellung des breiten Einsatz- und Tätigkeitsspektrum von Hebammen reisten die Teilnehmerinnen mit vielen neuen Anregungen ab. Frau Prof. Dr. Dörpinghaus verabschiedete die Teilnehmerinnen: „Auf Wiedersehen und auf ein Neues, in 2015!“

Über die nächste kostenlose Tagung, die wieder von den Hebammenschulen und der Kölner Hochschule initiiert und organisiert werden wird, wird es für das Frühjahr 2015 zeitig eine Ausschreibung geben.

Weitere Informationen zum Bachelorstudiengang Hebammenunde finden Sie hier.

Redaktion und weitere Informationen: Professorin Dr. Sabine Dörpinghaus, s.doerpinghaus@katho-nrw.de

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014