Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Trampolin Plus

„Trampolin - Kinder aus suchtbelasteten Familien entdecken ihre Stärken“ Zertifikatsschulung für Interessierte aus der Kinder - und Jugendhilfe sowie aus der Suchtkrankenhilfe zum / zur „Trampolin Plus -Trainer/in“

Zur Situation
In Deutschland leben ca. 2,65 Mio. Kinder und Jugendliche zeitweise oder dauerhaft mit mind. einem alkoholabhängigen Elternteil zusammen. Hinzu kommen Kinder, deren Eltern drogenabhängig sind oder eine andere Suchterkrankung aufweisen. Diese Kinder machen häufig belastende Erfahrungen, die ihre Entwicklung gefährden können. So zeigen Forschungsergebnisse, dass Kinder suchtkranker Eltern deutlich anfälliger für eigene Suchtprobleme und andere psychische Auffälligkeiten sind als andere Kinder. Diese Kinder benötigen ein speziell auf ihre Bedarfe und Nöte zugeschnittenes Angebot, welches ihnen u. a. Antworten und Erklärungen für die familiare Situation ermöglicht. Sie brauchen die Bestätigung, nicht ein Einzelschicksal zu sein und sie brauchen einen geschützten Rahmen, in dem sie ihre Stärken entdecken und neue ausbauen können. All das bietet das evidenzbasierte Gruppenprogramm „Trampolin“.

„Trampolin“ zusammengefasst
„Trampolin“ besteht aus 9 Gruppensitzungen für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren bei einer Gruppengröße von ca. 6 - 8 Kindern und aus 2 Elternabenden / -angeboten. Der Ablauf sieht folgende Inhalte vor:

1. Vertrauensvolle Gruppenatmosphäre schaffen
2. Selbstwert fördern
3. Über Sucht in der Familie reden
4. Psychoedukation zum Thema „Sucht“ und „psychische Erkrankung“
5. Adäquaten Umgang mit Emotionen fördern
6. Probleme lösen und Selbstwirksamkeit erhöhen
7. Verhaltensstrategien für die jew. Familie erlernen
8. Hilfe und Unterstützung einholen.

Die Gruppensitzungen werden von mind. 1 Kursleitung durchgeführt. Es empfiehlt sich jedoch, 2 Kursleitungen einzusetzen.

Erste Ergebnisse des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Forschungsprojektes "Crystal Meth und Familie - Zur Analyse der Lebenssituation un des Hilfebedarfs betroffener Kinder" werden ebenfalls vorgestellt. Eine Berücksichtigung im Trampolin-Gruppen-Programm findet statt, so dass Fachkräfte diese bei Bedarf einsetzten können. 

Nutzen von „Trampolin“
Entwickelt und positiv evaluiert wurde „Trampolin“ im Rahmen eines Bundesmodell-projekts in Kooperation zwischen dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie dem Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung an der Katholischen Hochschule Köln (DISuP). Insgesamt zeigen die Evaluationsergebnisse, dass „Trampolin“ sowohl die Kognitionen der Kinder über das Geschehen in der Suchtfamilie und ihre eigene Rolle darin, als auch die Emotionen der Kinder, insbesondere ihre psychische Belastung, spürbar und nachhaltig zum Positiven hin verändert. Dies ist für ambulante oder stationäre Einrichtungen, die Hilfen für Kinder suchtbelasteter Eltern anbieten oder anbieten möchten, von hoher Relevanz. Mit dem Gruppenangebot „Trampolin“ und seiner Evaluation wurde somit die Voraussetzung dafür geschaffen, ein evidenzbasiertes Manual in die Beratungs- und Versorgungspraxis zu bringen.

(http://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/DrogenundSucht/Suchtstoffuebergreifende_Themen/Downloads/Kurzbericht_Trampolin_final.pdf.

Die Schulung

Die Schulung erfolgt an 4 Tagen und bereitete intensiv auf "Trampolin" vor.

1. Tag: Einführung in das Phänomen "Kinder aus suchtbelasteten Familien"
2. Tag: Überblick über das Projekt und praktische Erarbeitung der Module 1-4
3. Tag: Praktische Erarbeitung der Module 5 -8, Elternarbeit; Stolpersteine
4. Tag: Fallbesprechungen, Entwicklung individueller Netzwerke - Strategien zur Umsetzung von Trampolin

Referententeam

Die Schulung wird von Prof. Dr. Michael Klein (DISuP Köln) sowie Tanja Schmitz-Remberg M.A., Präventionskraft mit Trampolin-Erfahrung, durchgeführt. Herr Prof. Dr. Klein wird die Einführung übernehmen, während Frau Schmitz-Remberg die folge Veranstaltungen abhält. Eine Mischung aus Theorie und Praxis macht die Schulung zu einem intensiven Lernerleben, was die TN bestens auf die Arbeit mit Kindern aus Suchtfamilien vorbereitet. Zielgruppe sind Mitarbeiter/innen aus der Kinder- und Jugendhilfe, Fachkräfte aus der Suchtkrankenhilfe / -prävention sowie benachbarten Hilfebereichen. 

Termine:
Freitag, 09.03.2017 von 9.30 bis 17.00 Uhr und
Samstag, 10.03.2017 von 9.30 bis 17.00 Uhr

Freitag, 30.03.2017 von 9.30 bis 17.00 Uhr und
Samstag, der 31.03.2017 von 9.30 bis 17.00 Uhr

Die Seminare finden in kleinen Grupen von mindestens 12 bis maximal 16 Teilnehmern statt.

Anmeldeschluss: 10.02.2017

Seminarort
KatHO NRW, Abteilung Köln

Teilnahmegebühr
350,00 Euro

Trampolin ist seit Anfang 2016 von der zentralen Prüfstelle der Krankenkassen nach § 20 Abs. 1 SGB V anerkannt, so dass die Kosten anteilig oder vollständig von den jeweiligen Krankenkassen übernommen werden können. 

Weitere Informationen:

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014