Der Fachbereich Theologie unterhält schon seit einigen Semestern Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen in Rom; diese konnten nun intensiviert bzw. neue Kontakte aufgebaut werden. Dienlich war ein Besuch in Rom, den der Praxisdozent des Fachbereichs, Dipl.-Rel.Päd. Heinz Ruland, der Auslandsbeauftragte, Prof. Dr. Werner Wertgen und die Studentinnen Mareike Doerenkamp und Sandra Herbert unternahmen.
Der Fachbereich hat bisher gute Erfahrungen mit Auslandssemestern in Rom gemacht; bereits im Wintersemester 2008/09 studierten vier Studentinnen der Religionspädagogik am "SIMI", dem der Päpstlichen Universität Urbaniana angeschlossenen "Scalabrini International Migration Institute", einer in ihrer Art einmaligen Hochschule, die sich in Forschung und Lehre auf das Themenfeld "Theologie der Migration" konzentriert.
Das SIMI versteht Migration als paradigmatische Erfahrung, die einen hermeneutischen Schlüssel zu verschiedenen Fremdheitserfahrungen und Erlebnissen bieten kann, in denen Menschen sich aus dem gewohnten Referenzrahmen herausgerissen erleben. Dementsprechend wird das Thema aus (geo)politischer, ökonomischer, soziologischer, anthropologscher, ethnologischer, psychologischer (sozial)medizinischer, biblisch-, systematisch- und praktisch-theologischer Perspektive erforscht. Die Tatsache, dass in einer globalisierten Welt Migration im Großen wie im Kleinen zur alltäglichen Realität gehört, macht "Migration" bei der Vermittlung des Glaubens und dem Aufbau von christlicher Gemeinde zu einem zunehmend wichtigen Thema. Dem SIMI angeschlossen sind ein Studienzentrum und eine Bibliothek, die zu den profliliertesten ihrer Art gehören.
Daher ist ein Studium dort von großem Gewinn; gleiches gilt für die Kontakte zum Säkularinstitut der Scalabrini, einer Gemeinschaft, die sich besonders der Sorge um Obdachlose und Flüchtlinge widmet und ihre Spiritualität überzeugend mit ihrem Einsatz verbindet - unter anderem am "Polyambulatorium der römischen Caritas" am Bahnhof Termini, wo drei Hauptamtliche über 300 ehrenamtlich tätige Mediziner/innen, Apotheker/innen, Pfleger/innen, Verwaltungsfachleute, Studierende verschiedener Disziplinen und andere qualifizierte Personen koordinieren, damit Menschen aus aller Welt, die illegal in Rom sind, kostenlos ein Minimum an Gesundheitsfürsorge erhalten.
An der Päpstlichen Universität Gregoriana, an deren Theologischer Fakultät im vergangenen Winteresemester 2009/2010 drei Studentinnen des Fachbereichs Theologie ein Auslandssemester verbracht hatten, wurden Gespräche geführt mit dem Ergebnis, dass zukünftig Freisemester noch besser mit dem Studienplan des Fachbereichs Theologie der KatHO NRW in Einklang gebracht werden können und Studierenden auch die Möglichkeit offen steht, Lehrveranstaltungen in anderen Fakultäten der Gregoriana, die praxisorientierte Disziplinen anbieten (etwa Kommunikationswissenschaft), zu besuchen.
Im Blick auf mögliche Praxiserfahrungen konnten bei einem Besuch bei den Schwestern des Ordens des Hl. Josef von Chambéry, die Hospizpatientinnen und -patienten musiktherapeutisch und seelsorglich begleiten, Absprachen über eine Zusammenarbeit getroffen werden.
In weiteren Gesprächen ging es darum, die Wohnsituation und Praxiserfahrungen von Studierenden im römischen Auslandssemester verbessern zu helfen.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Werner Wertgen, Auslandsbeauftragter, E-Mail: w.wertgen[at)katho-nrw.de