Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

 

Ministerin Svenja Schulze eröffnet Institut für Teilhabeforschung (16.02.2017, Münster)

Vertraute Runde zu feierlichem Anlass (v.l.n.r.): Prof. Dr. Friedrich Dieckmann, Bernward Robrecht, Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich, Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Svenja Schulze, Prof. Dr. Martin Klein, Hans-Bernd Köppen

Institutsleiter Prof. Dr. Friedrich Dieckmann begrüßte die Gäste in Münster

Der Sprecher des Aktionsbündnisses Teilhabeforschung Prof. Dr. Markus Schäfers informierte das Publikum in seinem Vortrag „Teilhabeforschung - Perspektivwechsel der Wissenschaft"

Die Jazzband „All The Things We Are“ verlieh der Veranstaltung die passende musikalische Note

Beim „Talk im Hörsaal" gab es Einblicke in die Bedeutung von Teilhabeforschung aus der Praxisperspektive

Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich wird die Leitung des Insituts für Teilhabeforschung vertreten

Geforscht wird an der Katholischen Hochschule NRW auf dem Gebiet der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und von Menschen im hohen und höheren Alter schon seit 2005. Nun hat sich aus dem Forschungsschwerpunkt ein Institut entwickelt. Die feierliche Eröffnung fand an der Abteilung Münster statt.

Man nehme einen Forschungsschwerpunkt, zwölf ProfessorInnen, zwölf wissenschaftliche MitarbeiterInnen, vermenge diese Zutaten mit dem Förderprogramm „FH Kompetenz“ und erhalte das neu gegründete Institut für Teilhabeforschung. Dank des Förderprogramms des Landes NRW ist das neue Institut in der Lage, zusammen mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis in fünf thematischen Schwerpunkten die Teilhabeforschung über fünf Jahre inter- und transdisziplinär weiterzuentwickeln. Das Land fördert das Institut mit rund einer Million Euro aus dem Programm FH Kompetenz.
„Das ist der Höhepunkt meiner Karriere“, scherzte der Moderator Rainer Schmidt, der als evangelischer Pfarrer die Institutseröffnung der Katholischen Hochschule NRW moderierte. „Das könnte nur noch eine Moderation für den Papst toppen!“ Den Kabarettisten in ihm konnte er nicht leugnen, während er auf unterhaltsame Art und Weise durch das Programm leitete. „Das Wichtigste bei der Forschung ist es, Fragen zu stellen“, fasste er zusammen.
Ziel der Forschung ist es, die Möglichkeiten der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und von Menschen im hohen und höheren Alter zu analysieren und zu verbessern. Das Institut will sowohl die Qualität anwendungsbezogener Forschung optimieren und Forschungsergebnisse verbreiten als auch betroffene Menschen in die Forschungsaktivitäten einbeziehen. „Im neuen Institut werden die Forschungsrichtungen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und von Menschen im hohen und höheren Alter verknüpft“, schilderte der Institutsleiter Prof. Dr. Friedrich Dieckmann bei der Begrüßung. Sein besonderer Dank galt der NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze: „Wir bauen Stein für Stein die Forschung an unserer Hochschule auf, was ohne Ihre Unterstützung nicht möglich wäre.“
Die Ministerin sprach bei der Eröffnung über die Entwicklung der Forschung an Fachhochschulen: „Die Teilhabe ist ein so wichtiges Thema, dass ich gerne dabei sein möchte. Das Geld ist richtig angelegt auf dieser sozialen Ebene.“  Zudem beglückwünschte Sie Prof. Dr. Dieckmann, der zum Kreis von 20 Gewinnern des NRW-Förderprogramms FH Zeit zählt.
Mit dem Landesprogramm „FH Zeit für Forschung‟ werden in der Forschung besonders erfolgreiche ProfessorInnen an Fachhochschulen unterstützt. Sie werden zeitlich befristet von ihren Lehrverpflichtungen entlastet, um sich besonders zukunftsrelevanten Fragestellungen widmen zu können. „Unterstützte Teilhabe evaluieren“ lautet der Titel des Vorhabens von Prof. Dr. Friedrich Dieckmann.
„Sie machen das ganz wunderbar“, galt das Lob der Wissenschaftsministerin an Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich, die das Institut stellvertretend leiten wird. Dabei bezog sich Svenja Schulze mit ihrer Wertschätzung auf das im Sommer 2016 gegründete Graduierteninstitut NRW, das kooperative Promotionen an Fachhochschulen und Universitäten stärkt und das „von Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich weit nach vorne gebracht wird.“ Liane Schirra-Weirich gab, zusammen mit den anderen VertreterInnen der Themenschwerpunkte des Instituts für Teilhabeforschung, einen Einblick in die Inhalte und Ziele der nächsten fünf Jahre. Sie selbst vertritt den Schwerpunkt „Häusliche Versorgungsstrukturen für Menschen mit geriatrischem Unterstützungsbedarf und deren Angehörige unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raums“, Prof. Dr. Friedrich Dieckmann und Prof. Dr. Christiane Rohleder vertreten den Schwerpunkt „Sozialraumorientiertes Wohnen von Menschen mit Behinderung“. Den Fokus auf die „Palliative Versorgung und hospizliche Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung“ setzt Prof. Dr. Sabine Schäper, Prof. Dr. Barbara Ortland leitet den Schwerpunkt „Sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung / Unterstützte Kommunikation“, Prof. Dr. Marc Breuer und Prof. Dr. habil. Sabine Engel übernehmen die Leitung von „Migrant_innen im Alter - Inanspruchnahme von Wohlfahrtsdiensten/-leistungen für ältere Menschen mit Migrationserfahrung in Deutschland“.
Ein zentraler Pfeiler der zukünftigen Institutsentwicklung sind die wissenschaftlichen Mitarbeitenden in den Themenschwerpunkten und assoziierten Forschungsprojekten. Für sie sollen vor allem die Möglichkeiten zum wissenschaftlichen Austausch sowie die Rahmenbedingungen zur beruflichen Weiterqualifizierung verbessert werden.
In einer gemeinsamen Talkrunde gaben Michael Wedershoven, Referatsleiter LWL-Behindertenhilfe, Doris Langenkamp, Vorstand Bundesvereinigung Lebenshilfe, Frank Szypior, Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung, Elmar Marx, Vorstand Caritasverband Hamm, und Sabine Jansen, Geschäftsführerin Deutsche Alzheimer Gesellschaft, wichtige Einblicke in die Bedeutung von Teilhabeforschung aus der Praxisperspektive.
„Wir können Behinderung nur denken, wenn wir Teilhabe denken“, stellte der Sprecher des Aktionsbündnisses Teilhabeforschung, Prof. Dr. Markus Schäfers, Hochschule Fulda, in seinem Vortrag die „Behinderung als Kehrseite der Teilhabe“ dar. „Die Strategie unserer Hochschule ist es, Forschung zu fördern“, blickte der Rektor der KatHO NRW, Prof. Dr. Hans Hobelsberger, nach vorne und betonte: „Im Wettbewerb mit anderen Hochschulen sind wir gut aufstellt.“ Dass das „interdisziplinäre Forschen dazu beitragen“ könne, dass „Menschen besser teilhaben können“, verdeutlichte Domkapitular Hans-Bernd Köppen, Verwaltungsratsvorsitzender der KatHO NRW. „Dieses Institut passt daher wie die Faust auf‘s Auge zur Hochschule.“
Bei der Arbeit des Instituts ist eine standortübergreifende Kooperation der Abteilungen Münster, Aachen, Paderborn und Köln vorgesehen.
Vor und nach der Veranstaltung hatten die Besucher die Möglichkeit, die Foto-Ausstellung „Teilhabe“ zu besichtigen, die von Mitarbeitenden des Instituts in Kooperation mit der Lebenshilfe Münster, dem Fotografen Andre Zelck und Studierenden erarbeitet wurde.
Musikalisch begleitet wurde das Programm von der Jazzband „All The Things We Are“  unter der Leitung von Claudia Schmidt (TU Dortmund), die dem feierlichen Anlass einen würdigen Rahmen verpasste.


Weitere Informationen
www.institut-teilhabeforschung.de

Redaktion
Stephanie Gorgs: presse(at)katho-nrw.de


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