Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Projekt mobil - Präventive Hausbesuche zur Erhaltung von Gesundheit und Selbständigkeit im Alter

 

Hintergrund
Die demographischen Prognosen besagen eine Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung, insbesondere der über 80-Jährigen. Durch die sich im Alter verlierende Normalität von Gesundheit und selbstständiger Lebensführung rückt die Frage, mit welchen Maßnahmen diese unterstützt und gefördert werden können, immer mehr in den Fokus von Gesellschaft und Forschung.

Eine Maßnahme, die zur Erhaltung und Förderung von Gesundheit und selbstständiger Lebensführung in Deutschland diskutiert wird, ist der Präventive Hausbesuch. Die Ausgestaltung der Maßnahmen, die dem Konzept Präventiver Hausbesuch international zugeordnet werden, ist allerdings sehr unterschiedlich.

Im Projekt mobil lautete die Forschungsfrage anknüpfend an den vorgestellten Hintergrund: Erbringt die Umsetzung des für mobil entwickelten Konzeptes Präventiver Hausbesuche über zwei bzw. drei Jahre im kontrollierten Studiendesign signifikante Gruppenunterschiede hinsichtlich der Ergebnisindikatoren

Methoden
Die Evaluierung des Projektes mobil erfolgte in mehreren Ergebnissträngen. Das Projekt wurde im Kontrollstudiendesign durchgeführt, mit 182 Personen in der Interventionsgruppe und 1172 in der Kontrollgruppe. Darüber hinaus wurden in der Interventionsgruppe die Einschätzung der Gesundheits- und Lebenssituation der Senioren und die Beratungsdokumentation systematisch ausgewertet. Zum Ende der Laufzeit des Projektes wurde zudem eine Teilnehmerbefragung durchgeführt.

Die Intervention bestand aus drei- bis fünf Hausbesuchen pro Jahr, die von geschulten Beratern durchgeführt wurden. Im Erstgespräch eines jeden Jahres erfolgte eine umfassende Einschätzung der Lebens- und Gesundheitssituation mittels strukturiertem Assessment. Dieses bildete  die Grundlage für die in den nachfolgenden Hausbesuchen durchgeführten Beratungsgespräche.

Ergebnisse
In dem für mobil gewählten Setting konnte im Rahmen der kontrollierten Studie kein signifikanter Unterschied zwischen Kontroll- und Interventionsgruppe abgebildet werden. Es erscheint lohnenswert, die inzwischen, unter anderem durch mobil, in Deutschland mit Präventiven Hausbesuchen gemachten Umsetzungs- und Evaluierungserfahrungen zur besseren Eingrenzung geeigneter Vorgehensweisen und Methoden in einer neuerlichen Erprobung zu nutzen und weiterzuentwickeln. Die mobil-Ergebnisse der Assessmentauswertung, der Beratungsprozessanalyse, der Teilnehmerbefragung und der Testung des Evaluierungsinstrumentes ‚Mobility-tiredness-scale’ geben eine Vielzahl von Hinweisen auf mögliche Zugewinne durch den Präventiven Hausbesuch für eine Organisation/ einen Träger.

Die Ergebnisse der Teilnehmerbefragung zeigen, dass die Präventiven Hausbesuche von den Senioren sehr gut angenommen wurden. Der überwiegende Teil der Senioren (84,7 %) würde das Angebot wieder in Anspruch nehmen

Projektleitung
Uni. Prof. Dr. Frank Weidner, Institutsdirektor
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Mitarbeit
Anne Gebert, Dipl.-Pflegewirtin (FH)
Cordula Schmidt, M. Sc. Pflegewissenschaft, Dipl.-Berufspädagogin (FH)

Art des Projektes
Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit Evaluierung

Finanzierung
Bosch BKK, Stuttgart
Robert Bosch Stiftung, Stuttgart

Kooperationspartner
Bosch BKK, Stuttgart
Robert Bosch Stiftung, Stuttgart
Sozialpsychologisches Institut (SPI), Köln

Laufzeit
Dauer: Juli 2004 – November 2007

Publikationen
Schmidt, C.; Gebert A.;  Weidner, F (2008): Beraterhandbuch - Präventive Hausbesuche bei Senioren. Schlütersche, Hannover Gebert, A.; Schmidt, C.; Weidner, F. (2008): Präventive Hausbesuche bei Senioren - Abschlussbericht. Erkenntnisse und Perspektiven aus dem Projekt mobil. Schlütersche, Hannover

 

 

 

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