Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Optimierung der Unterstützung für Demenzkranke und ihre Angehörigen im Kreis Minden-Lübbecke mit besonderer Berücksichtigung pflegepräsventiver Ansätze

 

Hintergrund
Trotz hoher Belastungen pflegender Angehöriger demenzerkrankter Menschen werden die Mittel, die durch die Pflegeversicherung zu deren Entlastung zur Verfügung stehen, nur in geringem Maße genutzt. Ziel des Projekts „Entlastungsprogramm bei Demenz“ ist ein effektiver Einsatz dieser Mittel zur Unterstützung und Entlastung demenzerkrankter Menschen und ihrer Angehörigen. 

Für die Teilnahme am Projekt konnten 320 Familien gewonnen werden, in denen demenzerkrankte Menschen gepflegt werden. Sie werden von September 2007 bis Januar 2009 beraten, geschult und begleitet. Im Zentrum der praktischen Projektarbeit stehen dafür neun GesundheitsberaterInnen, Pflegefachkräfte, die für ihre Aufgaben speziell qualifiziert wurden.

Methoden
Zugehende Beratungen auf der Basis eines edv-gestützen Assessments, ein zielgruppenspezifischer Beratungsansatz und begleitende Fallkonferenzen sind wesentliche Bestandteile des Projekts. Mit diesen innovativen Hilfen und am individuellen Bedarf orientiert werden regionale Unterstützungsangebote, Leistungen der Pflegeversicherung und informelle Hilfen miteinander verknüpft. Schwerpunkte liegen unter anderem auf der Entlastung der Angehörigen durch zeitliche Freiräume und die Teilnahme an Pflegekursen.

Evaluationsmethoden:
Pre-Post-Belastungsmessung auf der Basis des strukturierten multidimensionalen Assessmentinstruments Berliner Inventar zur Angehörigenbelastung bei Demenz (BIZA-D)
Dokumentenanalysen
Evaluationsworkshops
Telefoninterviews

Ergebnisse
Das Projekt befindet sich in der Endphase. Die Ergebnisse der Pre-Post-Belastungsmessung werden Bestandteil des Abschlussberichts sein.

Das edv-basierte Assessmentinstrument hat sich in der Anwendung als praktikabel erwiesen und hatte eine hohe Relevanz für den gesamten Beratungsprozess. Eine zusätzliche Stärke des Instruments ist seine Wirkung als erste Intervention. Aus dem ersten Messzeitpunkt ergibt sich eine hohe objektive Belastung der pflegenden Angehörigen,  denn die Pflege und Betreuung des Demenzerkrankten ist die überwiegend alleinige Aufgabe der Hauptpflegeperson. Einen hohen subjektiven Belastungsfaktor stellen die Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen des Demenzerkrankten dar. Insgesamt sind Folgen der Pflege, wie persönliche Einschränkungen, Aggressionen oder depressive Stimmungslagen der Angehörigen individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Dies spricht für individuelle Unterstützungsstrategien und die individuelle Kombination von Entlastungsmaßnahmen.

Projektleitung
Prof. Dr. phil. Frank Weidner
Zur Homepage des Dozenten
Dr. rer. medic. Michael Isfort
Zur Homepage des Dozenten

Mitarbeit
Ursula Laag, Diplom-Berufspädagogin
Maria Peters, Master of Science in Nursing

Art des Projektes
Das Projekt gehört zum Modellprogramm zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung nach § 8,3 SGB XI. Es handelt sich um ein Entwicklungsprojekt mit Aktionsforschungscharakter

Finanzierung

Kooperationspartner

·         PariSozial – gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH im Kreis
          Minden-Lübbecke
·         Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V., Köln
·         Netzwerk ambulanter Dienste (NADel) e. V., Minden-Lübbecke
·         20 regionale Pflegekassen
·         Medizinischer Dienst der Krankenkassen Westfalen-Lippe

Laufzeit
Mai 2006 bis April 2009

Publikationen
·         Isfort, M., Laag, U. (2007) Beratungsgespräche in der Pflege. In Pflegen ambulant, Jg.
          18, H 3, S. 30-31,  33.
·         Isfort, M., Laag, U., Weidner, F. (2008): Hilfe für pflegende Angehörige:        
          Gesundheitsberater-Ansprechpartner vor Ort, Die Schwester, der Pfleger plus, Jg 47,
          H. 3
·         Laag, U., Isfort, M., Weidner, F. (2008): Modellprojekt EDe – Neue Wege zur 
          Entlastung pflegender Angehöriger, DBfK aktuell in: Die Schwester, der Pfleger, Jg.
          47, H. 8
·         Isfort, M., Laag, U., Weidner, F. (2008): Unterschiedlichkeit braucht Vielfältigkeit:
          Unterstützung für Familien mit Demenz, Die Schwester, der Pfleger, Jg 47, H. 9

 

 

 

 

 

 

 

 

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