Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Befragung pflegender Angehöriger von demenziell veränderten Menschen

 

Hintergrund
Das Hauptaugenmerk der Erhebung lag auf den Bedürfnissen pflegender Angehöriger demenziell erkrankter Menschen, die in den meisten Fällen auf die Unterstützung von Pflegediensten angewiesen sind und gleichwohl - nach Beobachtungen dieser Dienste - häufig erhebliche Erschöpfungs­erscheinungen aufweisen. Hieraus ergab sich die Fragestellung, welche Dienstleistungsangebote für betroffene Angehörige werden im Raum Aachen (Würselen, Stolberg, Eschweiler, Aachen-Rott und Roetgen) gegebenenfalls zusätzlich  benötigt und welche der bereits bestehenden Angebote sind bekannt bzw. werden schon genutzt?

Methoden
Die Erhebung erfolgte mit Hilfe eines Fragebogens, der sich differenziert auf theoretische und praktische Segmente der täglichen Pflege demenziell veränderter Personen bezog und von der Katholischen Hochschule NRW in Kooperation mit dem Leitungskreis des Projektes entwickelt wurde. Die Befragung erfolgte durch Studierende der KatHO NRW, zumeist im häuslichen Kontext der Angehörigen, die im Vorfeld schriftlich ihr Einverständnis erklärt hatten. Die Studierenden begleiteten dazu die Pflegedienste zu ihrem Einsatz und befragen die Angehörigen während der Krankenpflege. Befragungen wurden zudem in den beteiligten Pflegestationen und im Krankenhaus Stolberg durchgeführt.

Ergebnisse
Die befragten pflegenden Angehörigen waren überwiegend die Töchter der Erkrankten, im Alter zwischen 40 – 60 Jahren, die es als ihre Aufgabe ansehen, den erkranken Elternteil zu pflegen. Sie waren überwiegend zufrieden mit den externen Diensten und fühlten sich über weitere Angebote ausreichend informiert.

Viele der Befragten kannten jedoch unterstützende Angebote wie das Demenz-Service-Zentrum, die Nachtpflege und andere Angebote nicht und gaben zudem an, den Kranken „nicht ohne Sorgen alleine lassen zu können“. Gleichwohl, wurde das „Immer-Präsent-Sein“ müssen  als sehr problematisch empfunden.

Obwohl häufig auch andere Familienmitglieder zur Unterstützung gut eingebunden werden, fällt es den direkten Angehörigen meist schwer, ihren eigenen Bedürfnissen „nicht ohne schlechtem Gewissen“ nachzugehen.

Sehr problematisch empfanden sie, dass die „eigene Freizeit stark eingeschränkt undschwer planbar“ wurde und „eigene soziale Kontakte nicht immer möglich“ seien. Unterstützungsbedarf wurde für die Notfallbetreuung und vor allem für die Urlaubsbetreuung angemeldet.

Projektleitung
Prof. Dr. Andreas Reiners
Zur Homepage des Dozenten
Dr. Hermann-Josef Beckers, Lehrbeauftragter der KatHO NRW in Kooperation
mit dem Bethlehem-Krankenhaus Stolberg und dem Caritasverband Aachen

Mitarbeit
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Art des Projektes
Empirische Bedarfserhebung zur Entwicklung neuer Dienstleistungs­angebote für pflegende Angehörige demenziell erkrankter Menschen im Raum Aachen

Finanzierung
Bethlehem-Krankenhaus Stolberg, Caritasverband für Regionen Aachen Stadt und Aachen Kreis, Demenzzentrum Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW, AOK Rheinland

Kooperationspartner
Bethlehem-Krankenhaus Stolberg, Haus Lucia, Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtung des Bethlehem-Krankenhauses Stolberg
Caritasverband für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen Land e.V. Demenzzentrum Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW, AOK Rheinland

Laufzeit
01.11.2005 – 30.04.2006

Publikationen
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