Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Entwicklung und Implementation eines Curriculums für den Modellversuch "Pflegeausbildung mit generalistischer Ausrichtung" in Geseke und Paderborn

 

Hintergrund
In den Pflegeberufen konnten in den letzten Jahren deutliche Profilveränderungen wahrgenommen werden. Diese sind bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen, die einen veränderten Versorgungsbedarf mit sich bringen, sowie durch Veränderungen des beruflichen Selbstverständnisses der Mitglieder der Pflegeberufe. Betont werden diese Prozesse durch politische Richtungsentscheidungen, wie sie durch die novellierten Gesetze für die Berufe der Krankenpflege sowie der Altenpflege dargelegt werden. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der Modellversuch zur Entwicklung und Durchführung einer Pflegeausbildung mit generalistischer Ausrichtung.

Die Curriculumentwicklung für den Modellversuch bündelt die Veränderungen des Versorgungsbedarfes, des beruflichen Selbstverständnisses Pflegender und der politischen Richtungsbestimmungen in einem Curriculum, das modernen berufspädagogischen Positionen folgt. So wird mit Hilfe des gewählten Curriculumstrukturansatzes eine konsequente Orientierung an von Schüler/innen zu entwickelnden Kompetenzen verfolgt. Konstitutiv ist damit eine Orientierung an Situationen verbunden. Die Transferorientierung ist ein weiterer wesentlicher Ansatz, der zur Entwicklung eines Curriculums führt, das sich gleichzeitig an die Lernorte Schule und Praxis richtet.

Methoden
- Curriculumkonstruktion auf der Grundlage eines modifizierten Konstruktionsprozesses
   nach Siebert und unter Verwendung des Konzeptes der Konkreten Kompetenzen nach
   Hansruedi Kaiser
- Implementation des Curriculums
- Entwicklung und Implementation eines Instrumentes zur Beurteilung der 
  Kompetenzentwicklung

Ergebnisse
Auf der Grundlage des Konzeptes der „Konkreten Kompetenzen“ nach Hansruedi Kaiser wurde ein Curriculum entwickelt. Implementationsorientierte Schulungen der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer sowie Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter wurden konzipiert und kontinuierlich durchgeführt. Prozessbegleitende Beratungen ermöglichten die Entwicklung einer kompetenzorientierten Ausbildungs- und Prüfungsgestaltung. Ein Instrument zur Beurteilung der Kompetenzentwicklung wurde entwickelt.

Von großer Bedeutung erwies sich die Bereitschaft der Lehrenden, eine über ihre eigene beruflichen Herkunft hinausgehende Perspektive einnehmen zu können, um die Handlungsfeldanforderungen in verschiedenen institutionellen Kontexten in den theoretischen und praktischen Unterricht einfließen lassen zu können. Der Austausch zwischen den Lehrenden hinsichtlich pädagogisch-didaktischer Fragen sowie kontinuierliche Verständigungsprozesse mit den in der Pflegepraxis Anleitenden, erwies sich diesbezüglich als konstitutiv. Die Anwendung eines Curriculums, das gleichermaßen die Ausbildung am Lernort Schule und am Lernort Betrieb systematisiert, stellte sich als ein notwendiges Novum dar.

Projektleitung
Prof. Gertrud Hundenborn
Zur Homepage der Dozentin

Mitarbeit
Dipl.-Berufspädagoge (FH) Roland Brühe, M. Sc. Pflegewissenschaft

Art des Projektes
Auftragsprojekt

Finanzierung
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW

Laufzeit
Oktober 2004 – Dezember 2007

Publikationen
Berichte erfolgen an den Auftraggeber und die Projektträger des Modellversuchs "Pflegeausbildung mit generalistischer Ausrichtung" in Paderborn und Geseke.

- Hundenborn, G.; Brühe, R. (2005): Kompetenzorientiertes Curriculum für eine 
  Pflegeausbildung mit generalistischer Ausrichtung. In: Kaiser, H.: Wirksame
  Ausbildungen  entwerfen. Das Modell der Konkreten Kompetenzen. Bern: hep-Verlag.

 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014