Wie wirksam sind gesundheitsbezogene Dienstleistungen? Was ist bei der Planung psychosozialer Beratungsangebote wichtig? Wie können beispielsweise Kinder psychisch kranker Eltern unterstützt werden? Diesen und ähnlichen Fragen gehen Wissenschaftler des neuen Instituts für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) nach.
Als In-Institut der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) bietet das igsp praxisorientierte Forschung mit Schwerpunkten in den Bereichen Gesundheit, Sozialpsychiatrie und Gemeindepsychiatrie. Familiäre und soziale Einflüsse auf Gesundheit und Krankheit sollen dabei besonders berücksichtigt werden. Ziel ist es, die Forschung in diesen Bereichen voran zu bringen und Forschungsprojekte vor allem im Hinblick auf die Bedeutung für die psychosoziale Praxis zu gestalten. Geleitet wird das Institut von Prof. Dr. Johannes Jungbauer von der Abteilung Aachen der KatHO NRW und von Prof. Dr. Albert Lenz von der Paderborner Abteilung.
„Praxisorientierte Forschung im Bereich Sozial- und Gemeindepsychiatrie fristet bis heute ein Mauerblümchen-Dasein“, sagt Prof. Dr. Jungbauer. „Grundlagenforschung zum Beispiel über Schizophrenie wird zwar viel betrieben, aber deren Erkenntnisse haben manchmal nur einen sehr begrenzten praktischen Nutzen für die Betroffenen und ihre Therapeuten. Unsere Forschungsthemen sind dagegen unmittelbar relevant für die Praxis.“ Unter Praxis verstehen die Wissenschaftler zunächst einmal alle, die in der psychiatrischen Versorgung tätig sind – wie beispielsweise Psychiater oder Sozialarbeiter –, aber auch Betroffene und deren Angehörige, denen neue Erkenntnisse zu Gute kommen sollen.
Warum die Wissenschafter vor allem familiäre und soziale Faktoren berücksichtigen wollen, erklärt Prof. Dr. Lenz so: „Wir wissen heute, dass viele psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Essstörungen, Suchtverhalten oder Depressionen, im Zusammenhang von Familienbeziehungen entstehen. Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Familie eine enorm wichtige Ressource für die Bewältigung von Erkrankungen ist.“
Mit der Institutsgründung will die KatHO NRW bereits vorhandene und etablierte Forschungsaktivitäten im Bereich der Sozialen Psychiatrie und des Gesundheitswesens bündeln. Darüber hinaus sollen auch die Studierenden von den Forschungsaktivitäten profitieren: Sie sollen zum Beispiel in Lehrveranstaltungen, durch ihre Abschlussarbeiten oder Promotionsvorhaben in die Arbeit des Instituts eingebunden werden. Studierende der Masterstudiengänge „Gesundheitsorientierte Soziale Arbeit“ (Paderborn) und „Klinisch-therapeutische Soziale Arbeit“ (Aachen) können durch integrierte Forschungsprojekte ebenfalls zur Arbeit des Instituts beitragen.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Johannes Jungbauer, Tel. 0241/60003-33, j.jungbauer(at)katho-nrw.de, Prof. Dr. Albert Lenz, Tel. 05251/1225-56, a.lenz(at)katho-nrw.de,
Redaktion: Julia Harzendorf, Tel. 0221/7757-508, presse(at)katho-nrw.de