Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen Catholic University of Applied Sciences

Daten & Fakten

Geschichte der Abteilung Aachen

1916: Gründung der Sozialen Frauenschule in Köln. Gründer: Katholischer Deutscher Frauenbund unter der 1. Vorsitzenden Hedwig Dransfeld, die, wie Helene Weber, zu den wenigen Frauen gehörte, die in den Reichstag der Weimarer Republik gewählt wurde. Helene Weber übernimmt die Leitung der Schule bis zu deren Verlegung nach Aachen. 

1918: folgt die Verlegung der Schule nach Aachen Bergdriesch 44, bedingt durch die Konflikte mit der Stadt Köln, die eine eigene städtische Wohlfahrtsschule anstrebt.  

1921: Frau Dr. Maria Offenberg übernimmt nach einer Übergangszeit in der Leitung der Schule durch Frau Maria Brinkmann und Frau Dr. Hedwig Vonschott die Leitung der Katholischen Sozialen Frauenschule Aachen des KDF und behält diese für 36 Jahre. Von der Aachener Schule gehen Initiativen zur Entwicklung der Lehrpläne an den Sozialschulen, der Profilierung des Berufsbildes und der Kontakte im internationalen Bereich aus. Die Ausbildung dauert zwei Jahre, an die sich ein berufspraktisches Jahr anschließt.

1923: Erstmals gibt es Lehrpläne für die Sozialen Frauenschulen. Die Ausbildung gliedert sich in drei Ausbildungswege: Gesundheitsfürsorge, Jugendwohlfahrt, Wirtschaftsfürsorge. Die staatliche Anerkennung erhält man nach bestandenem Abschlußexamen, wenn man mindestens 25 Jahre alt war. 

1925: Umzug aus den zu eng gewordenen Räumen am Bergdriesch in die Wilhelmstraße. 

1929: Grundsteinlegung für die Soziale Frauenschule in Aachen-Burtscheid auf der Siegelhöhe. Architekt: Prof. Dr. Rudolf Schwarz. Dem Bau liegt die Idee des ganzheitlichen Menschen zugrunde, deshalb wird der Schule ein Internat angeschlossen. Zur Schule gehören die Kapelle und die Jugendherberge. Die Jungendherberge dient unter anderem der Unterbringung internationaler Gäste, mit denen die Soziale Frauenschule rege Kontakt hat. 

1930: Umzug in den Neubau auf der Siegelhöhe.

1940: Die Schule muss kurzfristig aus politischen Gründen verkauft werden. 

1941: Übernahme der Sozialen Frauenschule durch den Provinzialverband der Rheinprovinz, der die Soziale Frauenschule bis 1945 weiterführt. Das Lehrpersonal wird ausgewechselt, die Lehrenden werden von der Provinzialverwaltung berufen und bestellt.

1944: Wegen der ständigen Bombenangriffe und Teilzerstörung der Gebäude, Umzug nach Euskirchen.

1946: Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebes, der zunächst im jetzigen Jugendheim Kalverbenden stattfindet, weil das Gebäude Siegelhöhe, das beschädigt und teilweise zerstört ist, für Flüchtlinge, Ausgebombte und Verwaltungsstellen der Stadt Aachen gebraucht wird.

1947: Nachdem die Räume notdürftig hergerichtet worden sind, erfolgt der Umzug in das Gebäude Siegelhöhe. Die Ausbildung bleibt weiterhin eine 2-jährige mit anschließendem 1-jährigem Berufspraktikum. Die staatliche Anerkennung wurde an die über 24-jährigen Absolventinnen verliehen.

1948: Dem Kath. Deutschen Frauenbund gelingt nach mühevollen Verhandlungen mit den Behörden, das Gebäude auf der Siegelhöhe zurückzukaufen.

1957: Augusta Schroeder wird Leiterin und bringt große internationale Erfahrung in die Arbeit ein. Die Aachener Schule entwickelt sich durch sie zu einer der ersten Ausbildungsstätten, in der Studierende und Fachkräfte der Sozialarbeit systematisch in der Sozialen Einzelfallhilfe unter Supervision  aus- und fortgebildet und für die Möglichkeiten der zu dieser Zeit in der Bundesrepublik noch kaum bekannten Gemeinwesenarbeit interessiert werden.

1959:  Reform der Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Die Sozialen Frauenschulen werden in Höhere Fachschulen für Sozialarbeit umgewandelt. Die Ausbildung wird auf insgesamt vier Jahre verlängert, drei Jahre Ausbildung und ein Jahr Berufspraktikum. Aus den Schülern werden Studierende. Der entscheidende Schritt von der Frauenschule zur Hochschule ist damit eingeleitet.

1968: Erstmals werden männliche Studierende aufgenommen. Die Anzahl der Studierenden steigt auf 90. Es lehren vier hauptamtliche Dozenten.

1971: Die Höhere Fachschule für Sozialarbeit Aachen wird überführt in die Katholische Fachhochschule NW und wird Sitz einer der vier Abteilungen dieser Fachhochschule. Das Gebäude wird unter Beibehaltung des äußeren Eindrucks (Denkmalschutz) wesentlich umgebaut, das Internat wird aufgehoben, die Internatsräume werden Dozentenzimmer. Das Kollegium der hauptamtlich Lehrenden wächst ebenso an, wie die Zahl der Lehrbeauftragten. Erste Rektorin der Katholischen Fachhochschule NW wird Frau Prof. Dr. Bock. Träger der Kath.  Fachhochschule NW ist die Kath. Fachhochschule NW gemeinnützige GmbH, hinter der die fünf Bistümer Nordrhein-Westfalens stehen: Aachen, Köln, Essen, Münster und Paderborn. Die Fachhochschule erhält Selbstverwaltungsgremien: Konvent, Senat und Abteilungsversammlung. Die Studierenden verwalten ihre studentischen Angelegenheiten mit Hilfe von Studentenparlament und AStA selbständig.

1972: Verabschieden die Gremien Ordnung, Verfassung und Studienordnung der kath. Fachhochschule NW. Die Prüfungen werden zunächst nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung von 1959 durchgeführt.

1975: Am 1. Februar tritt eine Fachhochschul-Prüfungsordnung für den Bereich Sozialwesen in Kraft. Die kath. Fachhochschule NW bildet für ihre vier Abteilungen Aachen, Köln, Münster und Paderborn ein zentrales Prüfungsamt in Köln, das für alle Prüfungsangelegenheiten zuständig ist.

1979: Die Studienordnung ist an die Prüfungsordnung anzugleichen. Die bestehende Studienordnung wird überarbeitet und tritt 1979 in Kraft.

1982: Am 01. September tritt die allgemeine Diplom-Prüfungsordnung in Kraft, die wiederum eine Umgestaltung der Studienordnung erforderte; diese wird zum 01.10.1983 neu in Kraft gesetzt. Grundlage für die Diplom-Prüfungsordnung und Studienordnung sind das Fachhochschulgesetz und das Hochschulrahmengesetz.

1991: Start Modellstudiengang Ausbildung von Frauen zur Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin neben der Familientätigkeit. Dieser sogn. Frauenstudiengang ist nach einer bereits 1992 positiv bilanzierten Modellphase und mit ministerieller Anerkennung seit dem SS 1996 an der Abteilung Aachen fest etabliert.

Wintersemester 2006/2007: im Rahmen eines europaweiten Studienreformprozesses startet der neue Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit. Er geht aus dem bisherigen Diplom-Studiengang Soziale Arbeit sowie dessen Evaluation und Weiterentwicklung hervor.

2008:  am 1. September erhält die Katholische Fachhochschule NW  die neue Namensgebung Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW).

Wintersemester 2009/2010: Der Fachbereich Sozialwesen der Abteilung Aachen bietet zum ersten Mal den konsekutiven Masterstudiengang "Soziale Arbeit, M.A." mit der Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Studienschwerpunkten "Bildung und Teilhabe" oder "Klinisch-therapeutische Soziale Arbeit" an.

Wintersemester 2016/2017: Der sog. Frauenstudiengang wird zum Familienstudiengang und heißt nun "Soziale Arbeit für Frauen und Männer neben der Familientätigkeit".

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen 2014